Fossiler Mick Jagger im Rathausfoyer

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Der Raubsaurier nennt sich "Lemmysuchus" nach Lemmy Kilmister, dem verstorbenen Frontmann von Motörhead.
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"Rock Fossils" zeigt ab Samstag Funde längst ausgestorbener Kreaturen.

Aalen. Was für eine Nachricht! Bedeutende Größen aus der Rock-, Punk- und Metalszene sind ab Samstag zu Gast in Aalen. Mick Jagger, Madonna, Jimmi Hendrix, Pink Floyd, die Beatles und viele mehr, die einen unvergesslichen und großen Teil der Musikgeschichte geschrieben haben, sind sechs Wochen lang im Rathausfoyer zu sehen – als versteinerte Fossilien, die ihren Namen tragen.

"Rock Fossils – Ja, es ist Liebe!" nennt sich die Wanderausstellung, die mit fossilen Ringelwürmern, Raubsauriern, Urzeit-Seeigeln und anderen Ausgrabungen einen kleinen Einblick in die Urtier- und -pflanzenwelt geben will.

Sechs Wochen lang gastiert diese Ausstellung in Aalen – eröffnet wird sie am Samstag, 4. August, 11.30 Uhr. Den Einführungsvortrag hält Dr. Achim Reisdorf vom Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Basel. Der wissenschaftliche Leiter der Ausstellung ist zugleich Forscher, Musikproduzent und überzeugter Metalfan. "Eben wie viele der Paläontologen, die ihre Liebe zur Wissenschaft mit der Leidenschaft für die rock- und Metalmusik verbinden", weiß der Aalener Museumsleiter und leidenschaftliche Fossiliensammler Ulrich Sauerborn. Gemeinsam mit Natascha Euteneier, Kunsthistorikerin im Aalener Rathaus, hat er das Aalener Gastspiel dieser Wanderausstellung in die Wege geleitet. In diesem Sommer bietet es sich besonders gut an als Ergänzung zu den Aktionen in Verbindung mit dem 40-jährigen Bestehen des Aalener Urweltmuseums und der Sommeraktion "Aalen City blüht - urzeitlich".

"Die Objekte, teils spektakuläre übergroße Fossilrekonstruktionen, werden am Freitag in einem Container direkt aus Luxemburg geliefert", erzählt Euteneier. Daneben sind aber auch originale Fossilien zu sehen sowie Plattencover jener Rock-, Metal- und Punklegenden, nach denen die Versteinerungen benannt sind. Inzwischen tragen 65 Arten die Namen von Musikern, Bands oder Songs und Alben. Ein guter Versuch, "verkopfte" Wissenschaft anschaulich und für jeden verständlich aufzubereiten. Denn in der Wissenschaft, weiß Sauerborn, sind die Namen von Gattung und Art jeweils latinisiert. So ist beispielsweise die Artbezeichnung des Ammoniten "Cotteswoldia aalensis" nach der Stadt Aalen benannt. "Derjenige, der ein Fossil neu bestimmt, wählt in der Regel einen Namenspatron für die Versteinerung", erläutert Sauerborn. Das kann ein Förderer der Wissenschaft sein oder irgend eine andere Persönlichkeit, die man würdigen will.

Achim Reisdorf hat neulich in einem Interview erklärt: "Die Benennung nach einem Rockstar zeigt: Hier machen Menschen wie Du und ich Wissenschaft. Denn auch Forscher sind Fans."

Ausstellungseröffnung Samstag, 4. August, 11.30 Uhr im Rathausfoyer. Es spielt die Big Blues Banana-Band. Den Einführungsvortrag hält Dr. Achim Reisdorf.

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