Freibäder: Stadt Aalen plant keinen freien Eintritt für Kinder und Jugendliche

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Ein sonniger Start in die Badesaison des Spiesel-Freibads.
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Warum die Stadt Aalen im Gegensatz zu Schwäbisch Gmünd Kindern und Jugendlichen keinen kostenlosen Badespaß gewähren will. Wer dennoch kostenlos Zugang in die Aalener Bäder hat.

Aalen

Sommer, Sonne, Freibad. In diesen Hundstagen punktet Aalens Nachbarstadt Schwäbisch Gmünd mit einem verlockenden Angebot: Für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren garantiert sie während der gesamten Sommerferien kostenlosen Badespaß in den Gmünder Freibädern.

Und Aalen? „Warum gibt es hier kein vergleichbares Angebot der Stadt?“, fragen Nutzer der sozialen Medien. In der Tat sorgt in der Kocherstadt seither ausschließlich die katholische Seelsorgeeinheit Aalen mit ihrer gezielten Spendenaktion „Kids in Aalen“ für freien Bädereintritt für Kinder und Jugendliche - gültig für jeweils ein Jahr.

Was die Stadt Aalen sagt: „Ein kostenloser Eintritt ist in den Aalener Freibädern seitens der Stadt nicht geplant“, bestätigt Stadtsprecherin Karin Haisch auf Nachfrage. Als Begründung verweist sie auf die ihrer Aussage nach „günstigen Eintrittspreise“ in die Aalener Freibäder und weiter auf die Ermäßigungen von 35 Prozent bei Vorlage der Spionkarte. Zudem erhielten Kunden der Stadtwerke mit ihrer Kundenkarte ebenfalls eine Ermäßigung auf den Eintrittspreis. „Und schließlich wollen wir ja auch noch einiges investieren in unsere Bäder - allein rund 50 Millionen Euro in das neue Kombibad im Hirschbach.“

Das ist die offizielle Antwort, auf die sich Stadt und Stadtwerke Aalen in einem gemeinsamen Gespräch geeinigt haben. Das lässt Nicole Stillhammer von der Öffentlichkeitsarbeit der Stadtwerke durchblicken. Sie weist ergänzend darauf hin, dass die Vergünstigungen über die Kundenkarte der Stadtwerke und über die Spionkarte dauerhaft gelten, und nicht nur während der Sommerferien.

So machen es die Gmünder: Erstmals im vergangenen Jahr hatten junge Menschen bis 16 Jahre drei Wochen lang während der Sommerferien freien Eintritt in das Bud Spencer Bad und das Freibad Bettringen. „Als Dankeschön für ihr Durchhalten in der Pandemie“, kommentierte damals OB Richard Arnold das Angebot. Die Aktion angestoßen hatten zwei Mitglieder der Fußballabteilung der Sportgemeinde Bettringen. Mit Unterstützung des Autohauses Bruno Widmann und den Stadtwerken Gmünd ermöglichte die Sportgemeinde 2021 diese Aktion.

Im aktuellen Jahr hat der Gmünder OB die Aktion zu seiner persönlichen Herzensangelegenheit gemacht. Im Schulterschluss mit vielen Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft gibt es in Schwäbisch Gmünd über die Sommerferien nun sechs Wochen lang kostenlosen Badespaß für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Mit dem Ausweis „Kids in Aalen“ kostenlos in Aalener Schwimmbäder: Dieses Angebot der katholischen Seelsorgeeinheit Aalen ist ein Schwerpunkt der von Erwin Hafner angestoßenen und anfänglich mit dem inzwischen verstorbenen Diakon Ottmar Ackermann in die Tat umgesetzten Aktion „Kinder in Armut“. „Das, was Schwäbisch Gmünd nun anbietet, bewältige ich seit fünf Jahren allein mit meiner Kirchengemeinde“, sagt der sozial engagierte Katholik Erwin Hafner (90), zugleich leidenschaftlicher Schwimmer und ehemaliger SchwäPo-Chefredakteur. Vor etwa fünf Jahren hatte man das Angebot, das sich ausschließlich aus Spenden der katholischen Kirche finanziert, zunächst für die Kirchengemeinde St. Maria auf den Weg gebracht. Inzwischen wurde es längst auf die Seelsorgeeinheit Aalen ausgeweitet, demnach sind also auch die Kirchengemeinden Salvator und St. Bonifatius mit im Boot.

Wie kommen die Kinder an diese Ausweise? Erwin Hafner persönlich besucht jährlich zwei Mal die Aalener Schulen und steht in Kontakt mit Schulleitern und Lehrern. „Denn ein guter Lehrer weiß, welche seiner Schülerinnen und Schüler bedürftig sind.“ Zudem sucht er soziale Einrichtungen auf wie den Treffpunkt Rötenberg, den Jobcenter, Caritas und Diakonie. Allein der Kocherladen, so Hafner, habe in diesem Jahr bereits 180 Ausweise geordert. „Die dreifache Menge wie in den vergangenen Jahren.“ Diese Aktion, so sagt er, komme Aalener Kindern zugute, unabhängig von Glaube und Religion.

Ein wenig ärgert sich Erwin Hafner schon darüber, dass er für dieses Engagement noch nie ein Wort des Dankes vernommen hat. „Weder von der Stadt Aalen, noch von den Stadtwerken“, betont er.

So kann man die Aktion „Kids in Aalen“ unterstützen

Spendenkonto „Kids in Aalen“: Wer die Aktion unterstützen möchte, spendet bitte auf das Konto der katholischen Kirchengemeinde Aalen: „Kinder in Armut“.

IBAN DE 02614 500 50 1000 392377

Das kostet ein Tagesticket im Spiesel für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren, für Schüler und Studierende: regulär 2,70 Euro; bei Stadtwerkekunden mit Kundenkarte reduziert sich der Preis auf 2,30 bzw. 2 Euro.

Bei Vorlage der Spionkarte reduziert sich der Eintritt weiter auf 1,70 Euro. Bei Vorlage von Spionkarte und Stadtwerke-Kundenkarte zahlen Kinder und Jugendliche je nach Tarif für ein Tagesticket im Wasseralfinger Spiesel 1,50 bzw. 1,30 Euro

Erwin Hafner mit einem Ausweis „Kids in Aalen“, der Kindern freien Eintritt in die Aalener Bäder gewährt. Foto: UW

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