Freie Bühne bringt ein buntes Überraschungsprogramm

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Moderator Johannes Elster führt durch den Abend.

Im Konzertsaal im Kulturbahnhof stemmen sich Musiker, Künstler und Zuhörer gegen die Krise.

Aalen

Musik, Tanz, Zauberei & Co., all das gibt es bei "Open Stage – Bühne frei!" im Kulturbahnhof. In zwei Etappen haben dort zahlreiche Freiwillige am Samstagabend ihr Können gezeigt.

Ob Laie oder Profi, das spielt keine Rolle und Lampenfieber ist den Akteuren auch nicht anzumerken. Einzig Natascha Euteneier von der Stadt Aalen hat sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht, ob der Ablauf klappt. "Es gibt immer ein Quantum an Überraschungen", betont sie und meint die Unsicherheit in Corona-Zeiten und einhergehend Zu- und Absagen der Teilnehmer. Aber nachdem der letzte Applaus durch die Reihen tönt, ist sie zufrieden – alles hat geklappt.

Doch drehen wir die Uhr zurück. Es ist 18 Uhr, als sich die großen Türen zum Konzertsaal schließen. "Wir hatten viele Anfragen, der Zuspruch ist enorm", freut sich Euteneier. Jeweils rund 90 Leute dürfen in die zwei Vorstellungen, die Masken müssen die ganze Zeit getragen werden. "In der Pause lüften wir", erklärt Euteneier das Konzept weiter. Zu Beginn der Show verdeckt der große Vorhang alle Fensterfronten und die Lichtspots richten sich auf die Bühne.

Vor allem Musik dominiert an diesem Abend das Programm. Einige Teilnehmer und Bands haben sich auf Americana, Blues oder Country spezialisiert, wie Raimund Elser, Timo Kovacs, das Trio Single-Malt-Blues, das zwischendrin schnell den Sänger wechselt, oder die Band "Lucy4New-Country". Cassandra Ganser und Simon Beer spielen Coverrock, Uli Kretschmer hingegen hat seine eigenen Lieder mit im Gepäck.

Melancholische Popnummern wie "When the children cry", kredenzt das Duo "Benny und Leonie". Auch Emma und Marita interpretieren bekannte Lieder und schrecken nicht davor zurück, sich Rapsongs anzunehmen, um eine soulige, ganz eigene Version daraus zu kreieren.

Wenn ein Jahr nix passiert, sind viele tot.

Johannes Elster Kulturveranstalter

Durch den Abend führt übrigens Johannes Elster. In Aalen vor allem als "Hanz" bekannt und einer der Wegbereiter des Poetry-Slams im Frapé. Bereits vor den Auftritten redet er mit den Künstlern, um diese dann entsprechend anzumoderieren. Aber auch sonst zeigt sich Elster in Plauderlaune, erzählt von humorvollen Rentnern im Zug und Poetry-Slam-Teilnehmern, die mal kurz in Ohnmacht fallen.

"Eine tolle Location. Ich bin immer, wenn ich in Aalen war vorbeigefahren und habe geschaut, wie weit der Kulturbahnhof ist", sagt er in der Pause, während gelüftet wird. Die Stimmung nimmt er positiv auf, auch wenn er verschwitzte, eng aneinander stehende Menschenmengen gewohnt ist.

"Da müssen wir uns umstellen", gesteht er. Kulturveranstaltungen komplett abzusagen sei für ihn keine Option: "Wenn ein Jahr nix passiert, sind viele tot."

Doch zurück zur Bühne, was ist sonst noch geboten? Clownin "Cocobella", bekannt aus sozialen Einrichtungen, hat Gedichte dabei, Georg Stark zaubert, Lea-Christin Wilhelmus verbindet Musik mit Kabarett und Britta Gutbrod zeigt ein anmutiges, zeitgenössisches Kurztanzstück, das sich mit Verwandlung und Formveränderung beschäftigt und wofür es großen Applaus gibt.

Clownin Cocobella macht Späße und rezitiert Gedichte.
In zwei Etappen zeigen zahlreiche Musiker am Samstagabend ihr Können. Das Bild zeigt die Band "Lucy4New-Country", die Americana und Country spielen.

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