Freitag war Protesttag in Aalen

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Bei der "Critical Mass" fuhren die Teilnehmer in Kolonne einmal quer durch Aalen. Viele trugen dabei Maske.
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Für viele Teilnehmer der Klimakundgebung vor dem Rathaus ging es direkt zur "Critical Mass" weiter. Was die Organisatoren der beiden Demonstrationen bewirken wollen.

Aalen

Nicht nur eine, sondern gleich zwei Protestaktionen gab es am Freitagabend in der Aalener Innenstadt. Den Anfang machte die Klimakundgebung des "Aalener Bündnis für Klimaschutz und Nachhaltigkeit". Viele Teilnehmer kamen mit dem Fahrrad zur Aktion auf dem Rathausplatz. Denn danach wartete schon die nächste Demo: Die Fahrradbewegung "Critical Mass" Aalen rollte einmal quer durch Aalen.

Streiken für den Klimaschutz

Kurz vor halb sechs am Freitagabend. Der Rathausplatz ist bereits gut gefüllt. Weitere Demonstranten stoßen dazu, halten Abstand zueinander. Auf den Schildern der Aktivisten liest man Dinge wie "Insekten schützen!", "Kinder haften für ihre Eltern" oder "vergesst nicht den Klimaschutz!". Denn darum soll es bei der Aktion gehen. "The World ist on Fire! We don't have a Planet B", verkündet Redner Winfried Tobias. Zu deutsch so viel wie: Die Welt brennt. Wir haben keinen Ersatzplaneten. Verschiedene Referenten kommen zu Wort. Unter ihnen auch Fridays-For-Future-Aktivistin Leni Klöcker. "Wir sind die erste Generation, die vom Klimawandel betroffen ist", sagt sie, "und wir sind die letzte, die etwas dagegen tun kann".

Nach ihr folgen weitere Redner. Unter ihnen Pfarrer Bernhard Richter von der evangelischen Stadtkirche, Susanne Büttner, Pfarrerin in der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd und Wolfram Haug. Doch egal, wer von ihnen das Wort ergreift, die Redner sind sich einig: Um das Klima zu retten, muss etwas getan werden. Und zwar jetzt.

Kinder haften für ihre Eltern.

Schildaufschrift eines Klimaaktivisten

Immer wieder erschallt Applaus für die Referenten. Doch es wird nicht nur geklatscht. Die Teilnehmer teilen ihren Zuspruch auch per Fahrradklingel mit. Denn für viele Teilnehmer ging es danach zur Fahrraddemo der "Critical Mass Aalen".

Mit Pedalen quer durch Aalen

"Wir behindern den Verkehr nicht", erklärt Andreas Sienz, Kopf der Bewegung, "wir sind der Verkehr", stellt er klar. Ebenso verdeutlicht er, dass die "Critical Mass Aalen" kein politisches Ziel verfolge. "Wir sind unabhängig von der Klimabewegung", sagt er. Stattdessen wolle er mit den Aktionen auf Radfahrer im Straßenverkehr aufmerksam machen. Wie viele Teilnehmer die "Critical Mass" zählt? Schwer zu sagen. Der Organisator zeigt sich allerdings zufrieden: "Ich freue mich sehr, dass so viele gekommen sind. Und das trotz Corona und des kalten Wetters."

Auch die Radfahrdemo lief coronakonform ab: Die Ordner wiesen die Teilnehmer auf Mindestabstände hin. Können diese nicht eingehalten werden, brauche es die Maske. Und die trugen die allermeisten Radfahrer. Begleitet wurde die Aktion durch Beamte der Polizei.

Was ist die "Critical Mass"?

Aalen. Critical Mass, zu deutsch: "kritische Masse", ist eine weltweite Bewegung, die hauptsächlich aus Fahrradfahrern besteht. Teilnehmer wollen dabei auf das Fahrrad als Verkehrsmittel aufmerksam machen. Teilweise sind die Aktionen der jeweiligen Gruppierungen auch mit Forderungen nach besseren Radwegen verbunden. Die Aktion der "Critical Mass Aalen" am vergangenen Freitag war die erste im Jahr 2020, nachdem die ursprünglich geplante Demonstration im März coronabedingt abgesagt wurde. Die nächste Aktion der "Critical Mass Aalen" findet voraussichtlich im März nächsten Jahres statt. err

Viele der Klima-Aktivisten hatten selbst geschriebene Schilder im Gepäck.
Am frühen Freitagabend war der Platz vor dem Aalener Rathaus gut gefüllt: Eine Klimakundgebung des "Aalener Bündnis für Klimaschutz und Nachhaltigkeit" lockte viele junge und alte Aktivisten.

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