Freude bei Friseuren und Gärtnern

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Gärtnermeister Bernhard Lessle hat seit diesem Montag – wie viele anderen Gärtner – seinen Betrieb wieder geöffnet.
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Nach einer zweieinhalbmonatigen Pause ist der Lockdown zumindest für zwei Branchen vorbei. Darüber freuen sich die Gewerbetreibenden und die Kundinnen und Kunden.

Aalen

Um sieben Uhr am Montagmorgen ging's bei Carmen Crespo im Friseursalon "StyleINArtists" los. Regelrecht stolz gewesen sei der erste Kunde, der sich nach dem mehrmonatigen Lockdown für Friseurinnen und Friseure wieder den Kopf richten lassen durfte. Sieben Uhr? "Ja, wir arbeiten jetzt in zwei Schichten", sagt Carmen Crespo. Denn wegen der aktuellen Corona-Auflagen darf nur eine Persona auf zehn Quadratmetern Fläche sein (Die Passage haben wir geändert, zuvor hatte hier gestanden, dass ein Kunde und ein Mitarbeiter auf zehn Quadratmetern Fläche sein dürfen. Das ist falsch.). Sie kann so fünf Kunden parallel frisieren lassen. Das ist in etwa ein Drittel dessen, was sie mit ihrem Team sonst bedienen kann.

Damit sie dennoch eine gute Auslastung erreichen kann, arbeitet Crespo mit ihrem Team nun in zwei Schichten. Von morgens ab 7 Uhr bis abends aktuell 21 Uhr ist der Salon derzeit geöffnet. Damit kann sie allerdings nicht ihren ganzen Personalstamm von 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auslasten, sodass sie für Teile der Belegschaft weiterhin Kurzarbeit planen muss – und auch für die Auszubildenden sei es eine schwierige Zeit, weil sie die jungen Leute nicht so ausbilden kann, wie sie das gern möchte.

Trotzdem ist Crespo jetzt erst einmal froh, dass es wieder losgeht – und dies sei dringend notwendig. "Wir müssen endlich wieder Geld verdienen", sagt sie. Sie habe an ihre Rücklagen gehen müssen und auch an Gelder, die eigentlich für ihre Altersvorsorge gedacht waren. Crespo freut sich aber jetzt vor allem über die ersten Kunden, die in ihrem Salon waren: "Die Menschen sind total glücklich", berichtet sie. Es werde eine gewisse Zeit dauern, bis sie allen, die einen Termin wollen, einen anbieten kann. Da bittet sie um Geduld.

Zufriedene Gesichter bei den Gärtnern

Gerade noch rechtzeitig, um die Saison noch zu retten.

Bernhard Lessle Kreisgärtnermeister

Rund ging es an "Tag eins" der Wiedereröffnung auch bei vielen Gärtnern. "Es läuft hervorragend", sagt stellvertretend Kreisgärtnermeister Bernhard Lessle. Die jetzt mögliche Öffnungen der Gärtnereien kämen "gerade noch rechtzeitig, um die Saison noch zu retten". Freudig überrascht gewesen sei er auch darüber, dass die entsprechende Verordnung "schon am Samstag" veröffentlicht worden sei. So hätten die Gärtnerinnen und Gärtner noch etwas Zeit gehabt, sich darauf einzustellen und Vorbereitungen zu treffen. Die Menschen kauften jetzt "die ganzen Frühblüher" wie Osterglocken, Tulpen oder Primeln "um wieder Farbe" in ihre Gärten und an die Balkone zu bringen.

Citymanager hofft auf weitere Lockerungen

"Super, wie das angelaufen ist", sagt in einer ersten Stellungnahme der Aalener City-Manager Reinhard Skusa. Die Friseurinnen und Friseure in Aalen hätten ein "sehr gutes Termin-Management" bewiesen, sodass es, abgesehen vom einen oder anderen Barbershop, kaum Wartende vor den Geschäften gegeben habe. Dass die Friseure und auch die Gärtnereien wieder öffnen dürfen, das sei "ein Schritt in die richtige Richtung". Skusa hofft nun für die anderen Einzelhändler in der Stadt auf ähnliche Lösungen wie in Rheinlandpfalz, wo Kunden einen Termin ausmachen können im Bekleidungsgeschäft ihres Vertrauens, um dann dort einkaufen zu können. So könnten die Aalener Einzelhändler wenigstens ein bisschen etwas von ihrem Umsatz retten – und es gehe ihn nicht wie den Blumenhändlern vor dem Valentinstag, die mit anschauen mussten, wie fast ihre kompletten Umsätze an die Discounter gegangen seien.

Zweieinhalb Monate hatten Friseurgeschäfte geschlossen. Seit Montag geht's an die Matten – auch im Aalener Betrieb von Carmen Crespo (hinten links im Bild).
Auch im Aalener Gartenfachmarkt Dehner freuen sich die Kundinnen und Kunden an der blühenden Farbenpracht.

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