Freundeskreis hilft seit 25 Jahren

+
Wer in Aalen keine Wohnung hat, findet Hilfe im Aufnahmehaus der Caritas in der Düsseldorfer Straße und beim Freundeskreis für Wohnungslose.

Der Verein unterstützt Wohnungslose. Das ist im Jubiläumsjahr geplant.

Aalen. 1997 haben Diakon Ottmar Ackermann und seine Frau Lilo den Freundeskreis initiiert. Der heutige Vorsitzende, Pfarrer Bernhard Richter, erinnert sich noch daran, wie die beiden damals Handzettel verteilten. So erzählt er es beim Pressegespräch am Montag. 2005 wird der Freundeskreis zum eingetragenen Verein. Ottmar Ackermann wird Vorsitzender. 2008 wird das Maja-Fischer-Haus eröffnet. Fünf früher wohnungslose Männer wohnen dort in einer Wohngemeinschaft.

2019 stirbt Ottmar Ackermann. Richter spricht darüber, wie sehr er der Motor des Freundkreises war und wie sehr er fehlt. Seit 2020 ist Richter der Vorsitzende. Im selben Jahr wurde eine Stele für Wohnsitzlose auf dem Waldfriedhof eingeweiht. Der Freundeskreis richtet für verstorbene Wohnsitzlose Beerdigungen aus. „Unser Verein ist politische Stimme und Anwalt für die Wohnungslosen“, sagt Richter. „Es geht darum, dass ihre Würde auch im Tod gewahrt bleibt.“

Wolfgang Lohner von der Wohnungslosenhilfe der Caritas ergänzt, dass die Wohnungslosen oft gut mit der Armut zurechtkämen. „Sie sind meist anspruchslos und brauchen nicht viel.“ Dass aber manchmal auf sie herabgesehen wird, sei schwieriger zu ertragen. Daher sei das Engagement des Freundeskreises so wichtig. Denn dass sich ehrenamtlich jemand für sie einsetzt, freue die Wohnungslosen oft besonders.

Markus Mengemann, der Regionalleiter der Caritas Ostwürttemberg sagt, dass es wertvoll sei, dass Ehrenamtliche für die Menschen da seien und mit ihnen etwas unternehmen. Lilo Ackermann erzählt, dass sie für ein Schwätzle stehenbleibt, wenn sie einen Wohnungslosen in der Stadt trifft und sich die Menschen sehr darüber freuen.

Aber der Verein hilft auch finanziell. 4800 Euro hat der Freundeskreis 2021 laut Kassiererin Bärbel King für Arztkosten und Medikamente ausgegeben. Die Wohnungslosen seien zwar krankenversichert, häufig seien aber Zuzahlungen nötig, erläutert Lohner. 4500 hat der Verein vergangenes Jahr für Essen ausgegeben. Unter der Woche bekommen Wohnungslose im Aufnahmehaus in der Düsseldorferstraße mithilfe des Vereins ein vergünstigtes Mittagessen. Essen der Suppenküche am Wochenende ist kostenlos. Wenn es Wohnungslose schaffen, eine Wohnung zu finden, leiht der Verein Geld für die Kaution oder eine Waschmaschine oder den Kühlschrank. „Viele haben Arbeit“, sagt Lohner. „Doch heute ist es schwieriger, eine Wohnung zu finden, als eine Arbeit.“ Im Moment sucht der Verein eine Wohnung oder ein Haus, in der Frauen in einer Wohngemeinschaft leben können. Mieter wäre der Freundeskreis. Wer eine Immobilie hat, kann sich an Pfarrer Richter (bernhard.richter@elkw.de, Tel. 07361 95620) oder Wolfgang Lohner (Tel. 07361 806 49410) wenden.

Was im Jubiläumsjahr geplant ist

Ökumenischer Gottesdienst im Grünen am Aalbäumle am Sonntag, 22. Mai, um 11 Uhr mit Jugendreferent Martin Kronberger, Pfarrer Bernhard Richter und dem Posaunenchor des CVJM Aalen.

Tag der offenen Tür in den neuen Räumlichkeiten der Wohnungslosenhilfe in der Düsseldorfer Straße in Aalen ist am Samstag, 16. Juli, geplant.

Festakt zum Jubiläum ist am Donnerstag, 29. September.

Mitgliederversammlung ist am Montag, 24. Oktober.

Totengedenkfeier am Montag, 21. November.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare