Fronleichnam coronabedingt etwas anders gefeiert

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Pfarrer Franz Maywurm bei der Kommunion in Coronazeiten. Familie Barth hat den Blumenteppich vor der Kirche gestaltet.

Wie die Katholiken in Aalen das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi begangen haben.

Aalen. In Zeiten der Corona-Beschränkungen wurde Fronleichnam in den Aalener Kirchengemeinden etwas anders gefeiert, ohne Prozession und dezentral in verschiedenen Gotteshäusern. Die Angehörigen von St. Maria hatten sich aufgrund des Wetters in der Kirche St. Elisabeth im Grauleshof getroffen – mit dem nötigen Sicherheitsabstand. "Herzlich willkommen, lieber hätte ich mit euch draußen bei Sonnenschein die Eucharistiefeier begangen", begrüßte Pfarrer Franz Maywurm die knapp 100 zugelassenen Gläubigen.

Nach einem gemeinsamen Lied erklärte der Pfarrer die Entstehung des Festes, der Feier des "lebendigen Leibs", das um 1350 zur Segnung der Städte, der Straßen und des Landes zum ersten Mal gefeiert wurde. In einer Meditation forderte er dazu auf, daran zu arbeiten, dass niemand hungern müsse oder allein sei. "Lasst uns teilen und teilhaben", sagte er.

Diakon Michael Junge ging in seiner Predigt auf die Relevanz der Kirche besonders in Krisen ein. Kirche und Glaube müssten den "inneren Hunger der Menschen stillen, neben dem Brot als Nahrungsmittel für den eigentlichen Hunger". "Ein entscheidendes Wort bei Johannes ist das Wort "bleiben", dranbleiben am Glauben", sagte er. Er müsse wachsen und sich entwickeln, er hätte schon vielen in Krisen geholfen. Als Beispiel führte Junge den österreichischen Bauern Franz Jägerstetter an, der Anfang des II. Weltkrieges den Kriegsdienst mit Hinweis auf seinen Glauben verweigert hatte.

Auch die Kommunion fiel anders aus. Pfarrer Maywurm und Diakon Junge gingen mit Maske durch die abgesperrten Bankreihen und gaben den Besuchern so die Hostien. Zum Abschluss segnete Pfarrer Maywurm vor der Kirche am Blumenteppich, der von der Familie Barth gestaltet worden war, die vier Himmelsrichtungen. Die Messe wurde umrahmt von einer Schola des Kirchenchores und einem Bläserensemble des Städtischen Orchesters.

Jürgen Eschenhorn

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