Frühlingserwachen auf der Baustelle für den Hirschbach

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Hirschbachrenaturierung: Der Bagger im Vordergrund des Bildes wird in diesen Tagen seine Arbeit wieder aufnehmen. In groben Zügen ist der neue Lauf des Hirschbachs schon zu erkennen, links neben dem jetzigen Bachbett.
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Die Renaturierungsarbeiten werden wieder aufgenommen. Welche Schritte geplant sind, bevor geflutet werden kann.

Aalen

Das Hirschbachtal ist bei jedem Wetter ein Eldorado für Spaziergänger und Freizeitsportler. Seit Oktober gibt's hier noch mehr zu beobachten als sonst: Der Hirschbach im Abschnitt zwischen Hirschhofweg und der Einmündung des Weges vom Tannenwäldle herunter wird umlegt. Viereinhalbtausend Kubikmeter Erde werden dazu bewegt. Wochenlang ruhten die Arbeiten, jetzt geht's voran.

Das Projekt: Auf einem 185 Meter langen Teilstück wird das Gewässer renaturiert. Der Plan: Künftig gluckert der Hirschbach nicht mehr schnurgerade zu Tal, sondern schlängelt sich auf insgesamt 430 Metern in einem neuen Bett – etwa 30 Meter vom alten entfernt. Dass sich in den vergangenen Wochen wenig tat an der Baustelle, das habe nichts mit "Arbeitsmüdigkeit" zu tun und sei nur auf den ersten Blick so, sagt der Aalener Baubürgermeister Wolfgang Steidle. Bei einer solchen Renaturierung brauche die Natur Zeit, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Da könne man nicht "einfach 800 Meter mit dem Bagger durcharbeiten". "Wir wollen ja die Pflanzen- und Tierwelt möglichst wenig stören", sagt Steidle.

Die nächsten Schritte: Sämtliche notwendigen Flächen sind mittlerweile im Besitz der Stadt. Im April und Mai ist vorgesehen, den neuen Bachlauf vollends auszuheben und zu modellieren, die Flächen drumherum einzuebnen und zum Teil einzusäen. Mitte/Ende Juli wird das neue Bett des Hirschbachs dann geflutet und der alte Bachlauf verfüllt. Im Herbst stehen Bepflanzungen des Bachbetts und der Böschungen an.

Da kann man nicht einfach 800 Meter mit dem Bagger durcharbeiten.

Wolfgang Steidle Baubürgermeister

Der Steinkrebs: Bevor der Hirschbach in sein neues Bett darf, ist noch eine besondere Aktion geplant: die Umsiedlung des Steinkrebses, einer besonders schützenswerten Art, vom alten in den ökologisch optimierten neuen Bachlauf. Dazu muss laut Stadtverwaltung der Bach zunächst so weit aufgestaut werden, dass er austrocknet. Mit Hilfe des BUND und unter fachlicher Begleitung eines Gutachters werden die Tierchen dann von Hand aufgesammelt, gezählt, kartiert und anschließend umgesetzt. Das Ganze sei zwei bis drei Mal erforderlich, um sicherzugehen, dass man auch alle Steinkrebse erwischt, so Stadtsprecher Sascha Kurz.

Die Kosten: Die Maßnahme ist als ökologischer Ausgleich für das Baugebiet Galgenberg-Ost ausgewiesen. Die Kosten von 260 000 Euro trägt die Stadt. Insgesamt ist Steidle überzeugt, dass mit der Renaturierung des Hirschbaches "ein starkes ökologisches Zeichen" gesetzt wird.

Auf diesem Stück wird der Hirschbach aus seinem alten Bett gehoben und darf stattdessen mäandern. Plan: Stadt Aalen, Grafik: ca

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