Frust bei den Eltern, Akzeptanz bei den Einrichtungen

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Es geht weiter: Homeoffice und Kinderbetreuung gleichzeitig. Symbolbild: ©epixproductions - stock.adobe.com
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Kitas und Grundschulen bleiben weiter geschlossen. Einige Reaktionen auf die Entscheidung.

Aalen. Öffnung nein. Notbetreuung ja. Fast ein wenig erleichtert ist Sylvia Gorus-Hocke. Erleichtert wegen der Entscheidung der Landesregierung, auch die Kitas und Grundschulen angesichts der Infektionszahlen doch noch nicht zu öffnen. "Wir hätten die Hygienemaßnahmen andernfalls wohl kaum noch so einhalten können", sagt die Leiterin des AWO-Kinderhauses im Tännich. Die Notbetreuung dort läuft ohnehin nach einem strengen Hygienekonzept. 32 Kinder von insgesamt 120 Kita-Kindern sind dort in ihren Stammgruppen auch während der Kita-Schließung untergebracht. Streng voneinander getrennt. So wird es dort erst mal weitergehen. Mit dem dringenden Appell an die Eltern, diese Notbetreuung nur bei wirklichem Bedarf in Anspruch zu nehmen. Und dem Wissen, dass diese "verantwortungsvoll" mit der Situation umgehen, so Gorus-Hocke.

Man werde auch die Notbetreuung in den städtischen Kindertagesstätten weiter aufrecht erhalten, so Stadtsprecherin Karin Haisch. Ob die Kitagebühren wie beim ersten Lockdown nicht eingezogen werden, könne sie allerdings noch nicht sagen. Die Entscheidung, dass die Einrichtungen weiter geschlossen bleiben, sei ja gerade erst gefallen.

Hoffnung zerschlagen

Eine Entscheidung, die allerdings viele Familien erneut zurückwirft. "Ich hatte so darauf gehofft, dass die Kita am Montag wieder öffnet. Ich bin heute am Ende und richtig sauer", sagt Andrea Heidel. Ihre Töchter sind 4, 11 und 17 Jahre alt. Die 42-Jährige selbst arbeitet seit Wochen im Homeoffice, ihr Mann außer Haus in der Produktion. Weil sie aufgrund ihrer Situation der Auffassung ist, die Notbetreuung nicht in Anspruch nehmen zu können, muss die Vierjährige eben nebenher betreut werden. Dass diese sich selbst beschäftige, funktioniere eine halbe Stunde, so die Mutter. Dann sei es damit vorbei – auch, weil man ein Kind in diesem Alter nicht einfach alleine lassen könne, weil das gefährlich werden könne. Manche Tage sei sie trotz Halbtagesanstellung vor allem damit beschäftigt, den Tag und die Arbeit zu organisieren, so Andrea Heidel. Dabei habe sie ihre neue Stelle noch nicht lange und wolle unbedingt arbeiten, Urlaub und Überstunden sind längst abgearbeitet. "Da muss es doch einen anderen Plan geben", so die 42-Jährige, die die Maßnahmen angesichts des Infektionsgeschehens durchaus verstehen kann. Dass man nun aber nicht wenigstens mit kleineren Gruppen im Wochenwechsel wieder starte, verstehe sie dagegen nicht. Homeschooling sei zumindest für sie mit Blick auf die älteren Töchter das kleinere Problem.

Denn auch die laut Stadtverwaltung rund 2200 Aalener Grundschüler werden bis Ende Januar weiter aus der Ferne digital unterrichtet. "Wir müssen diese Entscheidung akzeptieren", sagt dazu der geschäftsführende Schulleiter für die Grundschulen, Karl Frank. Dass sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch Schülerinnen und Schüler lieber Präsenzunterricht hätten, verstehe sich von selbst. Schuldzuweisungen würden nicht weiterhelfen. "Es ist eigentlich nicht möglich, in einer Krise eine Normalsituation herzustellen", so Frank. Seiner Einschätzung nach versuchen sowohl Lehrer als auch Eltern, jetzt das Beste aus der Situation zu machen. "Eine andere Möglichkeit haben wir im Moment auch gar nicht", sagt Frank, der zudem die Stadtverwaltung für ihr Engagement in Sachen Notbetreuung lobt

Für die Schülerinnen und Schüler bis Klasse 7, die nicht anders unterkommen, gilt daher auch an der Schillerschule wie überall: Öffnung nein. Notbetreuung ja.

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