Für Frieden, gegen Krieg und Vergessen

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Kundgebung zum Antikriegstag
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Josef Mischko fordert bei der Kundgebung des DGB, dass afghansche Ortskräfte Schutz erhalten, das Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr und den Austritt Deutschlands aus der Nato.

Aalen

Am 1. September vor 82 Jahren sind die Nationalsozialisten in Polen eingefallen. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Pfarrer Bernhard Richter erinnerte zu Beginn der Kundgebung, warum der 1. September Antikriegstag ist und warum der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) an diesem Abend zu der Veranstaltung eingeladen hatte. Etwa 60 Teilnehmer waren dazu am Marktbrunnen in Aalen zusammengekommen. Richter gedachte der Opfer und sagte: "Der 1. September muss heute und auch in Zukunft ein Tag gegen das Vergessen und gegen das Verdrängen sein."

Richter ging außerdem auf die aktuelle Situation in Afghanistan ein. Das war auch zentrales Thema in der Rede des DGB-Kreisvorsitzenden Josef Mischko. Eingangs zitierte er Magot Käßmann: "Nichts ist gut in Afghanistan." Das habe die frühere EKD-Ratsvorsitzende bei ihrer Neujahrspredigt 2010 in der Dresdner Frauenkirche gesagt. "Was musste sie sich im Nachgang alles an Spott und Häme gefallen lassen", erinnerte Mischko. Heute, elf Jahre später, müssten viele ihr recht geben.

Er sei kein Afghanistan-Experte, war es Mischko wichtig zu betonen. Er bewerte das, was er sehe. "Ich sehe, dass uns jeden Tag neue grausame Bilder verzweifelter Menschen erreichen. Menschen in Todesangst vor den Taliban." Den Menschen, die jetzt in Gefahr seien, Frauenrechtlerinnen, Journalisten, Menschenrechtsaktivistinnen und Ortskräften, müsse die internationale Staatengemeinschaft Schutz bieten. Mischko betonte, dass er damit keinen militärischen Schutz meint, sondern das Recht auf Asyl in Europa und den USA. "Viel zu lange hat die Bundesregierung gezögert, die Menschen aus Afghanistan rechtzeitig auszufliegen", sagt der DGB-Kreisvorsitzende und fügt an: "Das war nicht nur unterlassene Hilfeleistung, das war Staatsversagen im schlimmsten Ausmaß."

Der Krieg gegen den Terror sei gescheitert. "Der Afghanistan-Einsatz war ein inszenierter Anti-Terror-Kampf", sagt Mischko. Um Humanität, Rechtsstaatlichkeit und Frauenrecht sei es, wenn überhaupt, nur in zweiter Linie gegangen. "Der Westen hat kein Konzept, wie er mit den Ländern umgeht, in denen er die Diktatoren entmachtet hat: Siehe Libyen, Irak, Afghanistan!" Mischko fordert daher, dass keine Auslandseinsätze der Bundeswehr mehr stattfinden.

Außerdem fordert er, abzurüsten statt immer mehr Geld in die Rüstung zu investieren. "Nehmt lieber diese Rüstungsgelder für Bildung, Gesundheit, Rente und Klimaschutz", sagte Mischko. Da Deutschland laut Vorgaben der Nato noch mehr Geld in die Rüstung investieren soll, forderte er den Austritt aus dem Verteidigungsbündnis. Wie Richter spannte auch er den Bogen hin zum Faschismus, den es nie wieder geben dürfe. "In unseren Parlamenten gehören durch die AfD nazistische Töne wieder zur Tagesordnung", sagte Mischko und fügte an: "Der braune Sumpf breitet sich mitten unter uns immer weiter aus."

Für den musikalischen Rahmen sorgten Rolf Siedler und Markus Braun. Mit einer Schweigeminute schlossen die Teilnehmer die Kundgebung ab. Anschließend lud Pfarrer Richter zum ökumenischen Friedensgebet in die Stadtkirche ein.

Kundgebung zum Antikriegstag
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