Für Menschen ohne Wahlrecht

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Symbolfoto

Am Sonntag finden am Marktbrunnen die ersten symbolischen Bundestagswahlen in Aalen statt.

Aalen. Menschen ohne Wahlrecht haben die Gelegenheit, ihre symbolische Stimme abzugeben. „Diese zählt zwar nicht offiziell,“ erklärt Dr. Nicole Deufel, Leiterin der Vhs Aalen, die mit Unterstützung einer aktiven Projektgruppe die symbolischen Wahlen organisiert, „aber so werden auch diese Stimmen sichtbar.“ Der Wahlvorgang ist dabei derselbe wie bei der offiziellen Wahl.

Von den 67000 Menschen (Stand: 12/2020), die in Aalen leben, dürfen etwas mehr als 8000 bei den Bundestagswahlen nicht mitwählen. Der Grund: Sie haben keinen deutschen Pass. Das betrifft auch Menschen, die in Aalen geboren sind. Für Irfan Idrizi, der als Beiratsmitglied der Vhs Aalen die Anregung für eine symbolische Wahl in Aalen gab und auch Mitglied des Integrationsausschusses der Stadt Aalen ist, ist ganz klar: „Jeder, der hier lebt, sollte die Möglichkeit haben, wählen zu dürfen.“ Er hofft, dass viele Menschen sich an der symbolischen Wahl beteiligen und so ein Zeichen setzen: „Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft.“ Mithat Basaran, ebenfalls Mitglied im Aalener Integrationsausschuss, teilt diese Hoffnung. Er wünscht sich, dass das Wahlrecht in Deutschland auf Menschen ohne deutschen Pass ausgeweitet wird. Eine entsprechende symbolische Abstimmung wird am Sonntag ebenfalls am Wahlzelt am Marktbrunnen ausliegen. Alle Aalenerinnen und Aalener mit Wahlrecht sind eingeladen, an dieser Abstimmung teilzunehmen.

Die Ergebnisse der Wahl und der Abstimmung zur Ausweitung des (kommunalen) Wahlrechts werden bekannt gegeben werden. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Wahlzettel auch in einer Veranstaltung an die in Aalen gewählten Abgeordneten weitergegeben werden.

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