Galgenbergfestival: Ein lang erwartetes Wiedersehen mit dem Vereinsorchester

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Das Vereinsorchester zieht die Besucher beim Galgenbergfestival in seinen Bann.
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Pulsierendes Leben, pure Freude, ausgelassen tanzen. Wie die Region beim Aalener Galgenbergfestival auflebte und wie deutlich wurde, was gefehlt hatte.

Aalen

Pulsierende Lichter, ausgelassene Stimmung und viel viel Musik. So kann man den Freitagabend der 20. Ausgabe des Galgenbergfestivals kurz und knapp beschreiben. Doch das würde dem Ereignis nicht gerecht werden, das nach einem Jahr der Durststrecke – 2020 ist das Festival coronabedingt ausgefallen – wieder das kulturelle Angebot in Aalen bereichert.

Es ist 19.30 Uhr und eine Schlange steht vor dem Eingang am ehemaligen Gaskesselareal in Aalen. Geduldig warten dort die Besucherinnen und Besucher auf Einlass, während die junge Band Funk Attack die Instrumente klingen lässt. Tröpfchenweise werden die Menschen, kontrolliert von sechs Securities, hineingelassen. Sie müssen Eintrittskarte sowie Schnelltest oder Impfpass vorzeigen und sich registrieren. Doch dann ist es geschafft, und der Blick ist frei auf das Areal, das mit Getränkeständen und Essensbuden gespickt ist. Eigentlich ist es wie immer, doch beim genauen Beobachten sieht und spürt man deutlich, wie Publikum und Musiker vor Freude förmlich sprühen – Aufbruchstimmung liegt in der Luft. Die Atmosphäre ist besonders, ja ausgelassen, denn die Ersten tanzen vor der Bühne. Funk Attack erweisen sich als ein passender Opener, sie heizen ein, haben richtig Bock die Leute zu animieren – das gelingt.

Während die junge Truppe um Sängerin Elsa Krieg ihren letzten Song präsentiert, macht sich das Vereinsorchester im Backstage bereit. Knapp 30 Musiker sind wie jedes Jahr am Start. Sie bilden einen Kreis und Vereinsvorsitzender Michael „Flex“ Flechsler wünscht allen viel Spaß.

Drei Tage lang hat sich das Vereinsorchester im Kulturbahnhof auf den Auftritt vorbereitet und Stück aus allen vergangenen Festivalausgaben zu einem großen Set kombiniert. Auch dieses Jahr ist genremäßig alles querbeet vorhanden: Humorvolles mit „Oinr isch emmr dr Arsch“, Euphorisches mit „Viva la Vida“, Emotionales mit „Cello“ oder Rockiges mit „Sould Kitchen“. Es ist 23 Uhr: Im pulsierenden Licht bewegen sich die Menschen, tanzen, feiern, jubeln – bis in die Nacht hinein.

Das sagt der Vereinsvorsitze zur Jubiläumsausgabe

Michael Flechsler ist gerührt. Die Rückmeldungen zum Festival: großartig. Viele seien glücklich gewesen, so Flechsler. „Die Menschen haben gespürt, was gefehlt hat“, betont er. Er habe in viele strahlende Gesichter geblickt, die gemerkt haben, was Gemeinschaft, tanzen und laute Musik bedeuten. Für viele habe es sich wie ein Wendepunkt in der Pandemie angefühlt, sagt er. Auf der Bühne mit dem Vereinsorchester zu stehen, sei dieses Mal etwas ganz Besonderes gewesen: „Es war außergewöhnlich und umwerfend, nach zwei Jahren mit dieser Riesenkapelle loszulegen.“ Trotz der Angst im Nacken, dass dem Verein die Inzidenz einen Strich durch die Rechnung macht, habe das Team an einem Strang gezogen, lobt er. Einziger Wermutstropfen: Am Samstag waren zu wenige Besucher da. „Alle waren selig, alle die daheim waren, hatten Pech“, betont er und fügt hinzu: „Das wird zu wenig genutzt, die Menschen können sich darauf verlassen, dass auch das Samstagsprogramm traumhaft wird.“ Der Verein wünsche sich daher, dass der zweite Tag mehr angenommen wird.

Ausgelassene Stimmung im ehemaligen Gaskesselareal.
Galgenbergfestival Vorsitzender Michael Flechsler am Mikrofon.

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