Gartenmeier-Areal: Albrecht findet „das ist Erpressung!“

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Weil die Stadtverwaltung auf der Sozialquote beharrt, drohen Thomas Gartenmeier und Jochen Schneider nun, auf dem Gartenmeier-Areal nicht in Wohnbau, sondern in ein Logistikzentrum eines Online-Händlers investieren zu wollen.
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Wie Gemeinderäte auf die Drohung der Investoren des Gartenmeier-Areals reagieren.

Aalen. Die Art und Weise, mit der die Investoren des Gartenmeier-Areals die Aalener Stadtverwaltung und den Gemeinderat unter Druck setzen wollen, stößt bei den Gemeinderäten auf deutliche Missbilligung. „Ich finde das verheerend, dass der Gemeinderat so unter Druck gesetzt wird. In meinen Augen ist das Erpressung!“, sagte ein höchst aufgebrachter Claus Albrecht (Freie Wähler). In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag ging Albrecht beim Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ auf die provokanten Äußerungen Jochen Schneiders ein - der neben Thomas Gartenmeier als Investor des Areals auftritt. Christa Klink (Die Linke) sprach gar von einer "offenen Kampfansage ans Aalener Wohnungsbauprogramm".

Hintergrund: In einem Gespräch mit der SchwäPo hatte Jochen Schneider unmissverständlich deutlich gemacht: „Wir investieren nicht in Wohnbau, wenn wir die Sozialquote erfüllen müssen.“ Zum Verständnis: Gemäß Gemeinderatsbeschluss ist ein Viertel der Wohnungen in neu gebauten Mehrfamilienhäusern als sozial geförderter Wohnraum zu Verfügung zu stellen.

Die Investoren drohen

Nun drohen die Investoren der Stadtverwaltung damit, anstelle einer Wohnbebauung auf dem Gartenmeier-Areal in ein Logistikzentrum eines Online-Versandhändlers investieren zu vollen. „Dann bluten alle Händler in der Innenstadt aus“, hatte Schneider der SchwäPo gegenüber geäußert.

FW-Stadtrat Claus Albrecht hat daraufhin in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Stadtverwaltung mit OB Frederick Brütting an der Spitze inständig gebeten, sich nicht erpressen zu lassen. „Auch wenn ich da als Innenstadt-Händler persönlich höchst betroffen bin: Bleiben Sie bitte in dieser Sache hart!“

"Auch wir finden das ungeheuerlich!, pflichtete ihm Christa Klink bei. Die Absicht, die 25-Prozent-Quote zu kippen, müsse verhindert werden. Die Kolleginnen und Kollegen im Rat klopften zustimmend auf die Tische.

Wie Albrecht ist auch Michael Fleischer, der Sprecher der Grünen-Fraktion, äußerst verärgert. „Die Aussage Schneiders ist genauso dreist wie plump.“ Für ihn, Fleischer, sei glasklar, dass die Stadt hier die Planungshoheit habe und sie auch wahrnehme. „Erpressen lassen wir uns nicht!“

Norbert Rehm (Aktive Bürger) weiß, dass da angeblich auch rechtliche Diskussionen um das Baurecht mitspielen sollen und bat OB Brütting, das dem Gemeinderat mitzuteilen.

Brütting erwiderte darauf, dass die Stadtverwaltung das bisher beantragte Bauvorhaben negativ beschieden habe, „weil es sich nicht in diesen Innenbereich einfügt“.

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