Gartenmeier-Areal: Einigung in Sicht

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Das Gartenmeier-Areal ist bunt markiert. Die pinkfarbene Fläche zeigt, wo sich Thomas Gartenmeier Business-Apartments, Wohnungen und Gastronomie vorstellen kann. Der blaue Bereich gehört dem Cousin. Gelb markiert ist das Grundstück des Bruders. Diese bei
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Thomas Gartenmeier führt Gespräche mit der Stadtverwaltung und gibt sich zuversichtlich, was seine Pläne angeht. Sein Cousin Jochen Schneider ist nicht mehr dabei.

Aalen

Sie reden wieder miteinander: Thomas Gartenmeier und die Stadtverwaltung führen Gespräche darüber, wie das Gartenmeier-Areal im Aalener Süden entwickelt werden kann. „Alle Parteien sind auf einem guten Weg, sich zu einigen“, sagt Gartenmeier. Die Gespräche seien vertraulich. Er verrät aber, dass sein Cousin Jochen Schneider nicht mehr dabei ist.

Gemeinsam wollten die beiden eine ökologische Mustersiedlung realisieren und Mehrfamilienhäuser bauen. Mit der Stadt lagen sie aber im Clinch. Zeitweise kommunizierten Gartenmeier und Schneider nur noch über ihren Anwalt mit der Stadtverwaltung.

Cousin ist raus: Schneider bestätigt, dass er nun aussteigt: „Ich habe mich entschlossen, an meiner bestehenden Immobilie keine Veränderungen vorzunehmen, sprich keine Investitionen zu tätigen.“ Bei seiner Immobilie handelt es sich um ein bestehendes Mehrfamilienhaus.

Pläne werden geändert: Für Gartenmeier heißt das, dass er die Pläne für das Areal nun anpassen muss. Eine Vorstellung davon hat er bereits. Er denkt an sogenannte Business-Apartments. Das sind möblierte Wohnungen, die zum Beispiel Geschäftsreisende auf Zeit mieten können. Zusätzlich denkt er an reguläre Wohnungen und Räume für Gastronomie. Dieses Konzept, so stellt Gartenmeier es sich vor, könnte dort entstehen, wo jetzt noch eine Lagerhalle steht, auf dem Teil des Areals, das direkt an den Kocher grenzt (in der Grafik pinkfarben markiert).

Gartenmeier nennt das den ersten Bauabschnitt. Denn er hofft, dass auch die Teile des Areals, die weiteren Familienmitgliedern gehören, in ein paar Jahren vielleicht ebenfalls entwickelt werden können. Das betrifft nicht nur das Grundstück seines Cousins (blau markiert in der Grafik), sondern auch das seines Bruders (gelb markiert in der Grafik). Der Bruder hätte bereits frühzeitig entschieden, seinen Teil des Grundstücks vorerst so zu belassen, wie es ist.

Streit um die Quote: Ein zentraler Streitpunkt, warum Investoren und Stadtverwaltung sich bisher nicht einig wurden, ist die Quote. Laut eines Gemeinderatsbeschlusses müssen 25 Prozent der Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern gefördert sein. Sozialwohnungen nennt man sie umgangssprachlich. Diese Quote gilt für die städtische Tochter Wohnungsbau wie auch für private Investoren. Gartenmeier und Schneider wollten die Quote zunächst nicht realisieren.

Inzwischen hört sich das anders an. Gartenmeier sagt: „Ich bin bereit, über die Quote nachzudenken, wenn die Förderrichtlinien an die heutigen gestiegenen Baupreise angepasst werden.“ Zum Hintergrund: Die Stadtverwaltung hatte argumentiert und vorgerechnet, dass dank Fördergeldern für die Bauherren unterm Strich finanziell sogar mehr herausspringen kann, wenn sie Sozialwohnungen bauen. Gartenmeier und Schneider hatten diese Rechnung aber so nie nachvollziehen können.

Gartenmeier freut sich nun, dass in Aalen über die Quote diskutiert wird, seit sein Cousin und er an die Öffentlichkeit gegangen sind. „Unser Aufstand hat etwas bewirkt“, sagt er.

Logistikzentrum: Ein großer Online-Händler hatte den Investoren zufolge Interesse am Gartenmeier-Areal angemeldet, um von dort aus seine Waren weiterzuverteilen. Gartenmeier und Schneider hatten erwogen, das Angebot anzunehmen, falls es mit der Wohnbebauung nicht klappen sollte. „Das Logistikzentrum ist vom Tisch“, sagt Gartenmeier dazu. Dem Interessenten hätte er bereits abgesagt.

Beschwerde zurückgezogen: Ebenso vom Tisch ist eine Beschwerde gegen die Stadt wegen des Verstoßes gegen Wettbewerbsrecht, die Gartenmeier und Schneider bei der Europäischen Kommission eingereicht hatten. Die Investoren hatten argumentiert, dass sich der soziale Wohnungsbau für die städtische Wohnungsbau eher rechne als für private Investoren. „Die Beschwerde ist zurückgezogen“, sagt Thomas Gartenmeier.

Die Parteien sind auf einem guten Weg, sich zu einigen.“

Thomas Gartenmeier, Grundstücksbesitzer
  • Nichtöffentliche Beratungen zum Thema
  • Im Januar erkundigte sich ein Stadtrat in öffentlicher Sitzung nach dem aktuellen Stand beim Gartenmeier-Areal. OB Frederick Brütting empfahl ihm, in seine Unterlagen für die nichtöffentliche Sitzung für die darauffolgende Woche zu schauen. Damit war es dann kein Geheimnis mehr, dass das Thema am 27. Januar im Aussschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik im nichtöffentlichen Teil auf der Tagesordnung stand.
  • Da die Gemeinderatsausschüsse oft Themen vorberaten, liegt der Verdacht nahe, dass das Thema in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 17. Februar, wieder nichtöffentlich auf der Tagesordnung steht.

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