Gastronomie und Hotels in Not

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Seit Wochen im Lockdown: Kneipen, Gaststätten, Restaurants und Hotels. Ihre Betreiber blickensorgenvoll in die Zukunft, haben Angst, den Betrieb nicht mehr über Wasser halten zu können.
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Im Gespräch zwischen Gastronomen, Dehoga und Politik wird deutlich, wie hart der Lockdown zuschlägt und welche Ideen es gibt.

Aalen

Es ist die Unsicherheit, nicht zu wissen, was morgen ist, nicht zu wissen, wann es weitergehen kann – die Besitzer von Gaststätten, Kneipen, Restaurants und Hotels stehen vor der Ungewissheit. Immer mit an Bord ist die Angst davor, den Betrieb nicht mehr über Wasser halten zu können, wenn sich nicht bald etwas lockert.

Zum einem Online-Gespräch hatten die Grünen-Politikerin Martina Häusler und Dagobert Hämmerer, der Vorsitzende der Dehoga Ostalb, eingeladen. "Wir haben etwa 800 gastronomische Betriebe im Ostalbkreis, die so langsam ungeduldig werden, denn jeder kämpft um seine Existenz", so Hämmerer. Von den Betrieben, die im Ostalbkreis der Dehoga angehören, werden 15 nicht mehr öffnen, wenn es die Pandemie zulässt. Darunter sind auch zwei Hotels. "Hinzu kommt das Sterben der Landgasthöfe", erklärt Hämmerer, "wir haben hier also eine doppelte Gefahr." Und diese Gefahr könnte den Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten.

Ein großes Problem sind die vom Bund versprochenen Hilfen – auf die die Betriebe lange warten müssen. Martin Hald, der Betreiber des Ellwanger Landgasthofs und Hotels Hirsch, fühlt sich von der Politik vergessen. "Wir brauchen einen Plan", beginnt er. "Wie soll es die nächsten vier Monate weitergehen?" Man dürfe auch nicht alle über einen Kamm scheren: "Man muss jeden Betrieb einzeln behandeln." Wer ein gutes Hygienekonzept hat, könnte doch ab einer gewissen Inzidenz öffnen.

Wie soll es die nächsten Monate weitergehen?

Martin Hald Gastronom

Eine große Verantwortung tragen die Betriebe für ihre Mitarbeiter, das macht Albert Winkler vom Gasthof Kronprinzen in Ellwangen deutlich: "Sie wollen arbeiten, und wir brauchen da mehr Planungssicherheit." Diese Sicherheit könne leider aber keiner geben, nimmt ihm Johannes Barth, der Vorsitzende FG Gastronomie und Inhaber der Gmünder Gaststätte "Zum Paradies", die Hoffnung. Sollte sich ein mutiertes Virus verbreiten und wieder für einen Anstieg an Infizierten sorgen, könne man nicht die Kneipen öffnen. Auch der Ellwanger Bürgermeister Volker Grab (Grüne) meint, dass keiner eine Aussicht auf Öffnung der Gaststätten versichern könnte. Er möchte sich dafür einsetzen, dass die finanziellen Hilfen schneller bei den Betrieben ankommen. Das Wichtigste sei, da ist man sich einig, Gaststätten und Hotels liquide zu halten. "Die Wirtschaft braucht Planungshorizonte", so der Grünen-Landtagskandidat Alexander Asbrock. "Wir müssen weitere Verluste vermeiden."

Carmen Bäuml, die Ansprechpartnerin der Stadt für Gastronomen in Schwäbisch Gmünd, mahnt, auch die Mischbetriebe nicht zu vergessen: "Die fallen aus den Hilfen des Bundes raus und kriegen nichts." Der Gemeinderat in Gmünd hatte bereits ein eigenes Hilfspaket für Gastronomen in Not auf die Beine gestellt und dafür 250 000 Euro locker gemacht.

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