Gegen die Barrieren im Kopf

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Kerstin Abele, die selbst seit 32 Jahren mit dem Rollstuhl lebt, führte durch einen eigens aufgebauten Rollstuhlparcours.

Aalener Sportallianz bietet einen Integrations- und Inklusionsworkshop an - weitere regelmäßige Maßnahmen sind geplant.

Aalen

Überaus interessante und zum Teil völlig neue Erfahrungen machten die über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Einführungsworkshops „ASA ist IN“ zum Thema „Integration und Inklusion“. Eva Gärtner, Präsidiumsmitglied der Aalener Sportallianz, hatte zusammen mit dem Arbeitskreis am vergangenen Samstag ein umfassendes Programm mit sehr guten, kompetenten Referenten auf die Beine gestellt, um die teilnehmenden Mitglieder und Verantwortlichen aus den verschiedenen Abteilungen und Bereichen der Sportallianz zum Thema zu informieren und zu sensibilisieren.

Andere Blickwinkel

Nach einer Eröffnungsrunde, in der die aktuelle Situation sowie Herausforderungen und Ziele des Vereins beleuchtet wurden, übernahmen Bettina Seipp und Shamall Baghchaiy mit der Intention, existierende Barrieren im Kopf zu erkennen und abzubauen. Beide sind beim Landratsamt des Ostalbkreises als Ansprechpartner für Fragen rund um Integration zuständig und führten die ASA-Mitglieder mit verschiedenen Übungen und Fragestellungen spielerisch in das komplexe Thema der Integration ein. Dabei rückten sie Schritt für Schritt die Blickwinkel von Beteiligten und Betroffenen in den Fokus, um sie schlussendlich zusammenzuführen.

Nach einer Mittagspause wurde eindrucksvoll aufgezeigt, mit welchen alltäglichen Problemen und Hindernissen Menschen mit Handicap zusätzlich zu ihrer eigentlichen Behinderung zu kämpfen haben. Kerstin Abele, die selbst seit 32 Jahren mit dem Rollstuhl lebt, dabei den Rollstuhlsport für sich entdeckt hat und sich in Aalen außerdem stark für Barrierefreiheit engagiert, führte durch einen eigens aufgebauten Rollstuhlparcours. Alle Teilnehmer konnten im Rollstuhl sitzend aus eigener Sicht erleben und erfahren, wie herausfordernd das Leben mit einem Rollstuhl ist und dass es hinsichtlich tatsächlicher Barrierefreiheit nicht nur in den Sportvereinen noch sehr viel zu tun gibt.

Großer Respekt

Benjamin Zoll vom Württembergischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband (WBRS), der gleichzeitig als Referent in der Nikolauspflege und Tilly-Lahnstein-Schule in Stuttgart tätig ist und täglich mit sehbehinderten Menschen arbeitet, machte mit den staunenden ASA-Vertretern sehr plastische erste Schritte im Bereich Blinden-Fußball. Am Ende der abwechslungsreichen Einheiten war der größer gewordene Respekt gegenüber dieser anspruchsvollen Sportart fast schon greifbar, nach der eigenen Erfahrung wurde das hohe Leistungsniveau der blinden Sportler von vielen komplett neu eingeordnet.

Vereine können viel tun

Am Ende der Veranstaltung war für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer offensichtlich, dass im Bereich „Integration & Inklusion“ noch viel zu tun ist, aber auch als Verein im Verbund viel geschaffen werden kann. Dazu wurden seitens der Aalener Sportallianz die ersten Weichen gestellt und bereits erste Angebote erfolgreich geschaffen.

Dass dies erst der Anfang sein soll und weitere regelmäßige Maßnahmen geplant sind, betonten die Vorstandsmitglieder Martin Dahm und Thomas Meyer. Beide brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die guten Ideen und Initiativen des Vereins von der Politik erkannt und mit Förderprogrammen nachhaltig begleitet werden.

Fragen und Anregungen rund um „Integration & Inklusion“ bei der Aalener Sportallianz können jederzeit per E-Mail an inklusion@sportallianz.com gerichtet werden.

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