Gegen kurzfristige Sparentscheidung beim Kombibad

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Für das neue Kombibad im Hirschbach wird schon kräftig gegraben. Über die Anzahl der künftigen Schwimmbahnen im Hallenbad gibt es Diskussionen.
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Stadtsportverbände und Wassersportvereine in Aalen sind gegen eine Reduzierung der Schwimmbahnen im Kombibad und auch gegen die Streichung des Lehrschwimmbeckens.

Aalen

Mit Erstaunen, aber vor allem mit einem großen Maß an Enttäuschung" haben die Stadtverbände Sport in Aalen und Wasseralfingen sowie die Wassersporttreibenden Vereine in Aalen die geplanten Änderungen beim neuen Kombibad im Hirschbach zur Kenntnis genommen. Ein Bericht in der SchwäPo hat am Dienstag Wellen geschlagen – und jetzt haben die Sportlerinnen und Sportler ihre Kritikpunkte konkretisiert.

Hauptkritikpunkt: Vor allem durch die angedachte Verkleinerung des Sportschwimmbeckens im Innenbereich von zehn auf acht Bahnen sowie die Zusammenlegung des Kurs- und Lehrschwimmbeckens ist die Sorge bei den Stadtsportbünde groß, "dass das Kombibad zukünftig über nicht ausreichend Wasserfläche im Innenbereich verfügt, um die Bedürfnisse des Wassersports mit denen der Öffentlichkeit in Einklang zu bringen", heißt es in einer Erklärung des Stadtverbandes der sporttreibenden Vereine und dessen Vorsitzendem Ulrich Rossaro. Darüber hinaus werde nach Überzeugung der betroffenen Vereine "durch die Streichung des Lehrschwimmbeckens die große Chance vertan, möglichst viele Kinder zukünftig das Schwimmen in einem dafür geeigneten Becken beizubringen".

Die Vorsitzenden der Stadtverbände Aalen/Wasseralfingen, Ulrich Rossaro und Armin Peter, appellieren im Namen der Wassersport-treibenden Vereine "eindringlich" dafür, dass die ursprünglich zusammen mit dem Planungsbüro IKPS aufgestellten und vom Gemeinderat bereits für gut befundenen Pläne mit zehn Bahnen und einem separaten Lehrschwimmbecken im Innenbereich realisiert werden, um das Bad so möglichst optimal für die nächsten 30 bis 40 Jahre aufzustellen. "Durch kurzsichtige Einsparungen die Grundlage für eine langfristige positive Perspektive und Akzeptanz des Bades in der breiten Öffentlichkeit zu beschädigen", dies betrachten Rossaro und Peter zusammen mit den praxiserfahrenen Wassersport-Verantwortlichen als "falschen Ansatz".

Fokussierung: Man sei "übereinstimmend vielmehr der Überzeugung, dass es für das neue Bad einer klaren und eindeutigen Positionierung bedarf". Dabei sollte der Fokus "keineswegs auf den Bereich Wellness" gelegt werden. Denn dafür gebe es bereits mit den Limes-Thermen "ein Bad innerhalb der Stadtgrenzen, das diesem Anspruch gerecht wird und hinsichtlich Erneuerung und Ausbau der Saunalandschaft über weit größere Potenziale verfügt". Auf diesem Feld eine interne Wettbewerbssituation zu generieren, könne und dürfe nicht im Interesse der Stadt Aalen und auch nicht der Stadtwerke Aalen als Investor und zukünftiger Betreiber sein. Stattdessen gehe es darum, "möglichst viele Familien ins Bad zu locken und dort für eine maximale Verweildauer zu sorgen".

Dass dies vor allem durch die adäquate Berücksichtigung des Schwimmsports gelingen kann, belege eine im Jahr 2015 im Rahmen des Sportentwicklungsplans von der Stadt Aalen beauftragte Studie, auf die Rossaro und Peter verweisen. "Darin gaben immerhin 31 Prozent der Befragten an, regelmäßig zu schwimmen", heißt es in der Erklärung. Unter den Aspekten Gesundheit und bewegungsaktive Erholung habe das Schwimmen gar mit den höchsten Stellenwert.

Lebenszyklus-Kosten: Auch deshalb empfehlen die Verbände, energetische Einsparpotenziale mehr in den Planungsfokus fürs Kombibad zu rücken, "um die Lebenszyklus-Kosten des neuen Kombibads insgesamt zu minimieren".

Darin sehen die Akteure "signifikante Einsparpotenziale", die sich bislang, so die Überzeugung von Rossaro, nicht angemessen in den Planungen widerspiegeln. In dem Zusammenhang gelte es vor allem, "das äußerst energieintensive Sprudelbecken sowie die vorgesehene Saunalandschaft nochmals neu zu überdenken".

Über allem stehe für die Sportstadtverbände Aalen und Wasseralfingen die Maxime, "nicht kurzfristig corona-bedingte Sparentscheidungen zu fällen, die auf lange Sicht einen gegenteiligen Effekt haben und der Lebensqualität und Attraktivität unserer Stadt nicht verbessern"

Zufall: Wie Ulrich Rossaro gegenüber der SchwäPo erklärte, ist der Stadtverband über die geänderte Planung nicht informiert worden – weder von der Stadt noch von den Stadtwerken. Er habe davon nur durch Zufall und über ein Mitglied des Gemeinderates erfahren. Das ist insofern bemerkenswert, weil der Gemeinderat in der Sondersitzung am Mittwoch das laut Sitzungsunterlagen "optimierte Gesamtkonzept" beschließen möchte. Die Stadt verwies in Bezug auf SchwäPo-Anfragen auf eine Pressekonferenz am Mittwoch.

Die Sondersitzung mit dem "Baubeschluss Kombibad Hirschbach" ist an diesem Mittwoch in der Stadthalle und beginnt um 14 Uhr.

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