Geldstrafe für Maskenverweigerer

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45-Jähriger trägt im Laden keinen Mundschutz und beleidigt Mitarbeiterinnen.

Aalen. Zu einer Geldstrafe wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Bedrohung ist ein 45-jähriger Aalener am Amtsgericht von Richter Martin Reuff verurteilt worden. Staatsanwältin Luisa Thomasberger legte dem 45-jährigen W. zu Last, am 17. Oktober die Filiale eines Kaffeekonzerns in Aalen ohne Maske betreten zu haben, was dort Vorschrift sei.

Auch nach mehrmaliger Aufforderung habe er keine aufgesetzt, zudem habe er die Filialleiterin und eine Angestellte mehrmals massiv beleidigt. Später sei er wieder gekommen und habe die Angestellten, vor dem Schaufenster stehend, mit Gesten bedroht. So sei er sich mit dem Finger über den Hals gefahren. Der Angeklagte, der ohne Anwalt erschienen war, trug auch im Gericht keine Maske. Dies sei ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, wie er mittels Attest eines Heidenheimer Psychiaters belegte.

Richter Reuff wollte dazu in der Praxis nachfragen, erreichte aber niemand. W. schilderte, dass er nach einem Arbeitsunfall seit 13 Jahren Frührentner sei und unter körperlichen und seelischen Folgeschäden leide. Am besagten Tag im Laden hätten ihn die Mitarbeiterinnen nicht ausreden lassen und ihn beleidigt, sagte der Angeklagte. Er habe sich setzen müssen und gesagt: "Dann holen Sie doch die Polizei." Die dann auch kam. Den Beamten habe er sein Attest gezeigt, habe mit ihnen den Laden verlassen. Draußen sei "es etwas lauter geworden", weil die Beamten ihm das Handy weggenommen hatten. Zum zweiten Mal sei er zum Laden gekommen, weil er seine Handyhülle mit Bargeld vermisste. Beleidigungen stritt er ab.

Die Filialleiterin und ihre Mitarbeiterin bestätigten, dass W. sie beleidigt hatte. Sie selbst hätten versucht, höflich zubleiben, hätten sich aber bedroht gefühlt. Ein Attest habe er nicht vorgezeigt. W. entschuldigte sich für eventuelle Beleidigungen, er habe nichts Böses wollen. Die Polizeibeamten schilderten sein Verhalten als trotzig und wenig einsichtig, Er habe auch ihre "Echtheit" angezweifelt und gedroht, Aufnahmen von ihnen zu veröffentlichen. Deshalb habe ein Beamter sein Handy an sich genommen, aber gleich zurückgegeben, nachdem W. laut wurde. Die Staatsanwältin forderte wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Bedrohung in zwei Fällen 65 Tagessätze zu je 30 Euro. Reuff glaubte den Zeugen und kam zu 50 Tagessätzen je 30 Euro. Der Mann hätte Maske tragen müssen, da das Hausrecht über der Coronaverordnung stehe.

Jürgen Eschenhorn

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