Gemeinderat beschließt: Aalen soll bis 2035 klimaneutral werden

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Aalen soll bis 2035 klimaneutral werden
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Das Gremium gibt dem Einwohnerantrag statt. Was nun die nächsten Schritte sind.

Aalen

Die Kocherstadt soll bis 2035 klimaneutral werden. Das hat der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Damit setzt das Gremium den Wunsch von über 1200 Aalenerinnen und Aalenern um, die den Einwohnerantrag der „Initiative Klimaentscheid Aalen“ mit ihrer Unterschrift unterstützt haben. Im nächsten Schritt soll ein Planungsbüro damit beauftragt werden, die notwendigen Schritte zu erarbeiten, wie der Ausstoß von Treibhausgasen schnell und nachhaltig reduziert werden kann. In diesen Prozess sollen alle Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden.

"Das ist ein etwas anderes Bild als noch in der Vorberatung", fasste Oberbürgermeister Frederick Brütting die Diskussion im Gemeinderat zusammen. Im Ausschuss nämlich gab's Lob und Unterstützung von allen Fraktionen und bei einer Enthaltung eine fast einstimmige Empfehlung an den Gemeinderat. Im Gemeinderat kam aber Gegenwind von den Freien Wählern und von der AfD.

Der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Thomas Rühl, sagte: "Es ist nicht so, dass Aalen nichts tut." Er persönlich möchte sich den "apokalyptischen Szenarien" der Klimaschützer nicht anschließen und werde daher gegen den Antrag stimmen. AfD-Fraktionssprecher Dr. Frank Gläser sprach von "teurem, nicht zukunftsweisenden Aktionismus", daher lehne seine Fraktion den Antrag ebenfalls ab. Weiter nannte der die Energiewende "nicht zu Ende gedacht" und sprach sich für Atom- und Fusionsenergie aus. Brütting erwiderte: "Ich bin froh, dass der Ausstieg aus der Atomkraft einen breiten gesellschaftlichen Konsens findet."

Vom OB und allen anderen Fraktionen gab es Lob für das bürgerschaftliche Engagement der Antragssteller und für die Inhalte des Antrags. Am Ende stimmte der Rat bei vier Gegenstimmen aus den Reihen der AfD und Freien Wähler zu.

Darüber freuen sich die Antragssteller, wie sie in einer Pressemitteilung bekannt geben. Margarete Rödter, Vertrauensperson der Initiative sagt: „Mit dieser Entscheidung kommen wir aus der lähmenden Furcht vor der Klimakatastrophe heraus und wieder hinein ins Handeln. Das hat uns selbst in der Phase des Unterschriften-Sammelns getragen und kann in der Stadt eine Aufbruchsstimmung erzeugen.“

Allen Beteiligten sei bewusst, dass mit dem Weg zur Klimaneutralität, den Aalen jetzt einschlägt, auch Ängste verbunden sind. Die angestrebte intensive Bürgerbeteiligung biete die Chance, im Dialog Lösungen zu erarbeiten, um zum Beispiel zu verhindern, dass Menschen sich gestiegene Mieten nach einer aufwendigen klimagerechten Wohnungssanierung nicht mehr leisten können.

Der erste erfolgreiche Einwohnerantrag in der Geschichte Aalens zeige, dass diese und ähnliche Formen der direkten Demokratie eine Bereicherung für die öffentliche Debatte darstellen. Anne Klöcker aus der Initiative meint hierzu: „Wir freuen uns über das positive Feedback von Oberbürgermeister Brütting, aus der Stadtverwaltung und den Fraktionen im Gemeinderat. Im Vorfeld der Entscheidung haben wir viele konstruktive Gespräche zu unserem Antrag geführt.“

Die Arbeit gehe weiter, hält sie Initiative in der Pressemitteilung fest. Auch nach dem heutigen Beschluss hat sich die Initiative Klimaentscheid viel vorgenommen. Auf der Homepage https://klimaentscheid-aalen.de/ können sich Interessierte einen Eindruck über die bisherigen und künftigen Aktivitäten verschaffen. Weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter seien herzlich willkommen.

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