Generalsanierung wird vorbereitet

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Das Rathaus in Aalen, 1975 eingeweiht, ist in die Jahre gekommen und soll generalsaniert werden. Über das Vorgehen ist sich der Gemeinderat uneinig.
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Darüber, wie es es mit der Sanierung des Aalener Rathauses weitergeht, ist sich der Gemeinderat uneinig. Doch am Ende gibt es eine mehrheitliche Entscheidung.

Aalen

In der Vorberatung ist im Ausschuss heiß diskutiert worden, wie es mit der Sanierung des Aalener Rathauses weitergehen soll. Der Gemeinderat hat nun entschieden, die Fassade im ersten Bauabschnitt zu sanieren, einen zusätzlichen Eingang an der Stuttgarter Straße zu bauen und für beides 780 000 Euro bereitzustellen. Auch für den strittigen Punkt zur Generalsanierung gab es eine mehrheitliche Entscheidung: Ein Planungsbüro wird beauftragt, einen Entwurf und eine Kostenberechnung zu erstellen. Außerdem wird die europaweite Ausschreibung vorbereitet.

Zuvor war Baubürgermeister Wolfgang Steidle auf die Argumente aus der Vorberatung eingegangen. Grüne und FDI hatten wegen der krisenbedingten schwierigen finanziellen Situation einen Kassensturz gefordert, sobald die oder der neue OB im Herbst im Amt ist. Erst dann könne man das weitere Vorgehen beschließen. Steidle sagte dazu, dass es an diesem Abend noch nicht um den Baubeschluss zur Generalsanierung gehe. „Es ist der Beschluss, vertiefend in die Analyse einzusteigen.“ Wolle man einen Kassensturz machen, sei „bis dahin ein Konzept zwingend notwendig“. Anschließend diskutierte das Gremium das Thema einmal mehr kontrovers.

Thomas Wagenblast (CDU): Der Fraktionsvorsitzende nannte die Rathaustiefgarage als Negativbeispiel für das, was passieren könne, wenn man eine Sanierung zu lange aufschiebt. „Da ist ein siebenstelliger Betrag an Mehrkosten nur durchs Zuwarten entstanden.“ Das Vorgehen, wie Steidle es beschrieben hatte, nannte er „völlig richtig und logisch“.

Michael Fleischer (Grüne): Er sprach sich dafür aus, erst über die Beauftragung der Planung für die Generalsanierung zu entscheiden, wenn klar ist, wie der Auftrage aussehe.

Timo Lorenz (SPD): Er verwies auf den bereits gefassten Grundsatzbeschluss zur Generalsanierung und merkte in Richtung Grünen-Fraktion an, dass er es nicht nachvollziehen könne, wenn man einer energetischen Sanierung nicht zustimme. Michael Fleischer rief dazwischen: „Wer hat denn das behauptet?“

Norbert Rehm (FDI): Er sieht es ähnlich wie Fleischer und forderte, dem Planungsbüro konkrete Vorgaben zu machen. Mit Blick auf die finanzielle Situation sagte er: „Es gibt die Zeit vor Corona, in der alles gemacht worden ist, und es gibt die Zeit nach Rentschler, in der wieder alles gerichtet werden muss.“ Der OB antwortete darauf ironisch: „Ich bin verantwortlich für Corona, ich war damals in Wuhan und habe das Virus mutieren lassen.“ Unironisch fuhr Rentschler fort, dass das Rathaus wichtige Anlaufstelle für Bürger sei und die müsse leistungsfähig sein. Das Problem zu schieben, mache es nicht besser.

Claus Albrecht (Freie Wähler): „Wir brauchen eine Übersicht über Zeit und Kosten“, sagte er und sprach sich daher dafür aus, ein Planungsbüro mit Entwurf und Kostenberechnung zu beauftragen.

Christa Klink (Linke): „Man muss schnell machen, sonst nehmen die Schäden zu“, sagt sie.

Es ist der Beschluss, vertiefend in die Analyse einzusteigen.“

Wolfgang Steidle, Baubürgermeister

Die Abstimmung

Sanierung der Fassadeund zusätzlicher Eingang: Alle bis auf Marcus Waidmann (AfD) stimmten zu.

Beauftragung Planer Generalsanierung und Vorbereitung europaweite Ausschreibung: Das Gremium stimmte mehrheitlich zu. Grüne, FDI, Inge Birkhold (CDU) und Marcus Waidmann (AfD) stimmten dagegen. Manfred Traub (fraktionslos) enthielt sich.

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