Geschichte zum Anfassen

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Beim Aktions- und Familientag machen Römer- und Alamannengruppen die Vergangenheit lebendig.

Aalen

Am Sonntag hat ein Aktionstag im Limesmuseum Hobbyarchäologen eingeladen, auf Zeitreise zu gehen. Außer den bekannten Funden rund um Aalen können sich die Besucherinnen und Bsucher in der Sonderausstellung "Der Tod aus dem Nichts – antike Geschütze" informieren und sich über Herstellung und Handhabung dieser meist todbringenden Waffen von Mitgliedern der Gruppe "VEX LEG VIII AVG" belehren lassen.

Dass man zu einem "echten" Katapult lediglich Holz, Leim, ein Gummi, Ü-Eier und ein entsprechendes Geschoss benötigt, erfahren die Besucher beim Rundgang auf dem Gelände. Manuel Ilg, freier Mitarbeiter des Museums, hat an seinem Stand bereits die Einzelteile geordnet und seinen Akku-Schrauber griffbereit abgelegt. Groß ist der Andrang, denn hier wird mit wenigen Handgriffen ein "Steinwerfer" gebaut, den man dann natürlich auch mitnehmen kann. Ilg geht zur Hand, erklärt die einzelnen Schritte. Am Ende dürfen sich die Kinder eine entsprechende Kugel aussuchen, die in verschiedenen Farben und Formen zur Wahl stehen. Ist das Katapult fertig, wird der erste Schuss freigegeben.

Ähnlich geht es im ersten Stock zu, jedoch viel umfangreicher und von höchster Präzision. Denn im Rahmen der Sonderausstellung ist handwerkliches Geschick und fachkundiges Herangehen gefragt. Zwei Pfeilkatapulte, deren Originale in Lyon und Orsova gefunden wurden, werden hier nachgebaut. Eins davon, erklärt der römische Handwerker, der geschickt mit Stemmeisen und Holzhammer eine Aussparung anfertigt, geht an das Römerkastell Saalburg im hessischen Taunus.

Wer es etwas weniger martialisch will, kann sich an den vielen anderen museumspädagogischen Stationen beschäftigen, sich beispielsweise Blütenkränze flechten, Neues über den Handel der Römer erfahren oder sich das Anfertigen einer Tunika erläutern lassen. Draußen, unter dem Dach der Reiterbaracke, stehen die Retovarier Rede und Antwort zum Thema Textil- und Lederbearbeitung und dem Schnitzen von Knochen.

Numerus Britonum machen den Handel am Limes lebendig und veranschaulichen, wie das Militär gerüstet war, was alles notwendig war, um im Kampf bestehen zu können und welche Schwerter zur Wahl standen. Sie gehen auch auf den damaligen Speiseplan der Römerinnen und Römer ein.

Führungen im Museum sowie im archäologischen Park runden das vielfältige und abwechslungsreiche Programm ab, das trotz der geltenden Regeln und des schlechten Wetters bei den Gästen für jede Menge gute Laune sorgt.

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