Gespräche zu OB-Kandidaten laufen

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Wer geht ins Rennen, um neue Chefin oder neuer Chef im Aalener Rathaus zu werden? Manche Fraktionen im Gemeinderat sind bereits auf der Suche nach möglichen Kandidatinnen und Kandidaten.
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Wer wird neue Chefin oder neuer Chef im Aalener Rathaus? Manche Fraktionen im Gemeinderat sind bereits auf der Suche nach möglichen Kandidaten, andere warten noch ab.

Aalen

Gesucht wird eine neue Oberbürgermeisterin oder ein neuer Oberbürgermeister. Spannend ist nicht nur die Frage, wer kandidiert, sondern auch, wer die Unterstützung einer oder vielleicht gar mehrerer Fraktionen im Gemeinderat erhält. Gespräche dazu werden schon geführt. Das sagen die Fraktionssprecher zum aktuellen Stand:

Thomas Wagenblast (CDU): "Wir sind in Gesprächen", sagt der CDU-Fraktionssprecher. Darüber hinaus möchte er nichts sagen und verweist auf ein Statement, das er abgeben hatte, kurz nachdem Thilo Rentschler bekannt gab, nicht mehr kandidieren zu wollen. "Dadurch ergibt sich mit Blick auf die OB-Wahl eine völlig neue Situation", heißt es darin. "Alle weiteren Schritte bezüglich der OB-Wahl werden wir innerhalb des CDU-Stadtverbandes und der CDU-Fraktion im Aalener Gemeinderat beraten und bekannt geben." Auch die Frage nach persönlichen Ambitionen hat ihm diese Zeitung bereits gestellt. Dass das in Wagenblasts persönlicher Lebensplanung keine Rolle spiele, daran habe sich nichts geändert.

Michael Fleischer (Grüne): "Wir haben darüber gesprochen und uns Gedanken gemacht", sagt der Grünen-Fraktionschef zur Kandidatensuche. Die Gespräche dazu liefen ihm zufolge bereits, bevor Thilo Rentschler angekündigt hatte, nicht mehr anzutreten. Zuständig dafür, eine Kandidatin oder einen Kandidaten ins Rennen zu schicken, sei die Mitgliederversammlung des Aalener Ortsverbands der Grünen. Unter den Namen, die in Aalen für die Kandidatur gehandelt werden, ist Bennet Müller, 31 Jahre alt, Volljurist, Referent im baden-württembergischen Staatsministerium, Kreisrat und Mitglied der Grünen. "Bennet Müller wäre ein guter Kandidat", sagt Michael Fleischer.

Hermann Schludi (SPD): "Es gibt Gespräche, darüber hinaus kann ich nichts dazu sagen", antwortet Hermann Schludi auf die Frage, ob sich die SPD-Fraktion im Aalener Gemeinderat bereits Gedanken über eine OB-Kandidatin oder -Kandidaten macht. Ein Sozialdemokrat, der eine Kandidatur erwägt, ist Frederick Brütting, 37 Jahre alt, Jurist und Bürgermeister in Heubach. Hätte er die Unterstützung der Aalener SPD-Fraktion? "Dazu kann ich nichts sagen", antwortet der Fraktionssprecher. Verwaltungs- und Führungserfahrung sollte ein guter Kandidat seiner Meinung nach mitbringen. Ob auch ein rotes Parteibuch vonnöten ist, dazu möchte Hermann Schludi ebenfalls nichts sagen.

Thomas Rühl (Freie Wähler): "Wir sind eine kleine Fraktion und werden keinen eigenen OB-Kandidaten aufstellen", sagt der Fraktionsvorsitzende. Stattdessen wolle man abwarten, wer ins Rennen geht und dann überlegen, wen man unterstützt. Thomas Rühl bedauert, dass OB Thilo Rentschler nicht mehr antreten möchte. Nicht gerne hört er, dass der Gemeinderat für seine Entscheidung verantwortlich gemacht wird, weil das Gremium dem OB das Leben schwer gemacht habe. "Das sind nur Teile des Gemeinderats, ein Dutzend Leute, nicht nur bei den Grünen, auch die FDI und Teile der CDU", sagt er. Die CDU habe es nicht verwunden, dass der SPD-Mann Thilo Rentschler bei der Wahl vor acht Jahren gegen den CDU-Kandidaten gewonnen hat.

Bennet Müller wäre ein guter Kandidat.

Michael Fleischer Grünen-Fraktionschef

Norbert Rehm (FDI): "Ich bin noch geplättet von der Mitteilung, dass Thilo Rentschler keine Lust mehr hat", sagt Norbert Rehm. In der Fraktion habe man noch nicht über eine mögliche Kandidatin oder einen Kandidaten gesprochen. Der Fraktionssprecher denkt aber nicht, dass die FDI einen Kandidaten aufstellt. Auch Norbert Rehm selbst möchte nicht als OB kandidieren, sagt er und spielt damit auf manche Kritiker an, die sagen, er solle kandidieren, da er doch immer alles besser wisse.

"Wir hoffen, dass es viele gute Kandidaten gibt und wir werden mit allen Gespräche führen", sagt Norbert Rehm und fügt an: "Mit allen, die mit uns sprechen wollen." Am Ende werde es wohl nicht auf eine Empfehlung der FDI-Fraktion hinauslaufen, sondern auf persönliche Empfehlungen der Mitglieder der Fraktion.

Dr. Frank Gläser (AfD): Die AfD vor Ort hat bereits angekündigt, einen Kandidaten für die OB-Wahl ins Rennen zu schicken. Drei Bewerber dafür gebe es, einer davon sei Gemeinderat Marcus Waidmann. "Die innerparteiliche Auswahl eines Kandidaten der AfD ist noch nicht abgeschlossen", sagt dazu Dr. Frank Gläser, AfD-Fraktionssprecher im Gemeinderat. Aber egal wer am Ende das Rennen mache: "Die AfD-Fraktion wird den von der Partei aufgestellten Kandidaten unterstützen", sagt Frank Gläser. Große Chancen rechnet er sich für ihn aber nicht aus. "Niemand in der AfD ist so naiv zu glauben, dass ein AfD-Kandidat gewählt werden könnte", sagt der Fraktionssprecher.

Roland Hamm (Linke): Die Linke stellt laut Roland Hamm nach aktuellem Stand keine Kandidatin oder Kandidaten für die OB-Wahl in Aalen. "Wir haben einmal kurz darüber geredet", berichtet er von einem Gespräch auf lokaler Ebene. Niemand hätte dabei Interesse angemeldet. Daher geht Roland Hamm nicht von einem lokalen Kandidaten der Linken aus. Wie andere Parteien auch, habe die Linke aber auf Landesebene einen Pool mit Namen, die für OB-Posten infrage kommen. Roland Hamm erwähnt, dass die Linke in Stuttgart einen eigenen Kandidaten gestellt hat und dass Konstanz beinahe einen linken OB bekommen hätte. Ob so jemand auch in Aalen antritt? "Wir werden uns dazu mit der Landespartei abstimmen", sagt Roland Hamm.

Rund um die OB-Wahl

Termin: Der Aalener Gemeinderat entscheidet im März, wann gewählt wird. Die Verwaltung schlägt Sonntag, 4. Juli, vor.

Neuwahl: Bekommt keine der Bewerberinnen und keiner der Bewerber im ersten Wahlgang mehr als die Hälfe der Stimmen, gibt es eine Neuwahl. Zwei bis vier Wochen später wird dann noch einmal gewählt. Dann reicht die einfache Mehrheit der Stimmen, um zu gewinnen.

Ausgangslage: Amtsinhaber Thilo Rentschler ist seit knapp acht Jahren im Amt. Der 53-Jährige tritt nicht mehr an und wechselt stattdessen als Hauptgeschäftsführer zur IHK nach Heidenheim. ks

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