„Gib dem Sonntag eine Seele und der Seele einen Sonntag“

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Pfarrer Bernhard Richter, Betriebsseelsorgerin Karolina Tomanek und Lektorin Sylke Gamisch entzünden Lichter für Menschen denen Leid widerfährt oder widerfahren ist.Foto: opo

Pfarrer Bernhard Richter ruft im ökumenischen Gottesdienst am 1. Mai dazu auf, in Betrieben und Vereinen selbst ein guter Hirte zu sein.

Aalen.

In den Jahren, in denen der 1. Mai auf einen Sonntag fällt, haben die beiden großen christlichen Kirchen in Aalen den Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen. So auch diesen Sonntag in der Stadtkirche. Die neue katholische Betriebsseelsorgerin Karolina Tomanek und der evangelische Pfarrer Bernhard Richter gestalteten diesen Gottesdienst. Sie begannen mit einem bewegenden Gedenken mit Teelichtern an alle, die arbeitslos sind, an die, die Opfer von Krieg und Gewalt wurden, die auf der Flucht sind, die, die unter unwürdigen Arbeitsverhältnissen leiden, die bei einem Arbeitsunfall ums Leben kamen oder bleibende gesundheitliche Schäden davon trugen.

In ihren Gedanken zum 1. Mai zeigte Karolina Tomanek das Paradoxon dieser Zeit auf: hohe Gebäude, aber niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten, den Besitz vervielfacht, aber die Werte reduziert. „Wir kommen zum Mond, aber nicht an die Tür des Nachbarn“, so Tomanek.

Pfarrer Bernhard Richter sagte: „Am heutigen Hirtensonntag sollten wir daran denken, dass uns Gott als guter Hirte behütet und bewahrt. Und uns selbst beauftragt, ein guter Hirte zu sein, in Betrieben, in Gewerkschaften, in Kirchengemeinden, in Vereinen, überall dort, wo wir Verantwortung haben.“ Es werde immer wichtiger, den Sonntag als Ruhetag zu verteidigen. „Darum“, so Richter, „gib dem Sonntag eine Seele und deiner Seele einen Sonntag“. Die Schola unter Leitung von Thomas Haller und Leonhard Hölldampf gab dem Gottesdienst eine festliche Note.

„Wir kommen zum Mond, aber nicht an die Tür des Nachbarn.“

Karolina Tomanek, Betriebsseelsorgerin

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