Gleichberechtigung: Wie Schneeräumen helfen kann

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Im Kubaa findet der Empfang zum internationalen Frauentag mit Impulsvortrag statt.
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Bei Empfang in Kulturbahnhof ging es auch um „Gendergerechte Mobilität.“

Aalen. Unabhängigkeit. Auch die gehört dazu, damit Frauen gleichberechtigt sein können. Zum Internationalen Frauentag am 8. März rückte beim Empfang im Kubaa die Stabstelle für Chancengleichheit der Stadt mit Leiterin Anna-Lena Mutscheller diesmal ein Thema in den Fokus, das einem da nicht als erstes einfällt. „Gendergerechte Mobilität“. Impulse dazu setzte Maria Deingruber aus München. Rund 70 Frauen lockte das Thema.

Airbags für Männerkörper

„Wege selbstbestimmt zurücklegen“, so die Soziologin, ist für Frauen nicht selbstverständlich, wie sie an Beispielen aufzeigt. Erst seit ein paar Jahren dürfen sie sich beispielsweise in Saudi-Arabien hinters Steuer setzen, lernen Migrantinnen Fahrradfahren. Geht es ums Autofahren, sind 62 Prozent der Fahrzeuge auf Männer zugelassen. Airbags im Auto sind auf männliche Körpermaße zugeschnitten. Mit der Folge, dass Frauen bei Unfällen ein 47 Prozent höheres Risiko haben, sich zu verletzen. Frauen legen kürzere, aber mehr Wege zurück. Sie bringen die Kinder zur Schule, in die Kita, kaufen ein - auch diese Wege sind unbezahlte Care-Arbeit. Schaut man auf Hartz 4, sind für Mobilität monatlich 40 Euro eingeplant. „Jeder weiß: Das reicht nicht für ein Auto und meist auch nicht für eine Monatsfahrkarte“, so Maria Deingruber. „Auf ein Fahrrad hat fast jeder Zugriff.“

Doch auf ein anderes Verkehrsmittel umzusteigen, davor scheuen sich viele aus Angst, so Deingruber. Weil es oft gefährlich scheint und ist. Dabei gibt es Lösungsansätze. In Neu-Delhi dürfen Frauen abends die U-Bahn kostenlos benutzen, weil sie sicher ist. In Paris gibt es erste Fahrradstraßen, die so abgetrennt sind vom Verkehr, dass kein Auto gefährlich werden könnte. Und die Schweden haben ausgerechnet, dass es lukrativer ist, die Fuß- und Radwege vor den Straßen vom Schnee zu räumen, weil dadurch die Unfälle von Frauen und Kinder zurückgehen. Die viel kosten.

Ziel müsse es sein, Mobilität sicherer, komfortabler und geschlechterneutral zu gestalten. Auch mit Hilfe von mehr Frauen an den Schalthebeln der Planung, sagt Maria Deingruber.

All diese Impulse sorgen für Diskussionsbeiträge. Es geht um Probleme bei der Mitnahme von Rädern mit der Bahn, den Bau eines Schnellradweges zwischen Aalen und Heidenheim und fehlende Unterstützung für den Radverkehr für diejenigen, die mit dem Rad nur „25 Stundenkilometer fahren wollen“.

Nach dem Austausch über all das beim Empfang, der begleitet wurde von Sängerin Marita Hinz und dem Theater Aalen gab's noch eine Überraschung: Margot Wagner zeichnete Mutschellers Vorgängerin Uta Maria-Steybe, die nun in Rente ist, mit einer Ansteckrose vom Kreisfrauenrat aus und blickte auf gemeinsame Aktionen zurück. Dagmar Oltersdorf

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