Greutschule öffnet am Montag wieder - Wachsamkeit bei den Einrichtungen

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Blick in einen Raum der Greutschule nach dem Brand.
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Brandserie Ab Montag öffnet die Greutschule wieder. Wie die Brände in anderen Einrichtungen bewertet werden.

Aalen

Freitagnachmittag, kurz nach 14 Uhr. Schulleiter Matthias Thaler kann die gute Nachricht verkünden. "Wir starten am Montag wieder vollumfänglich mit dem Schulbetrieb", sagt er auf Nachfrage dieser Zeitung. Kurz zuvor waren die Sachverständigen noch vor Ort und untersuchten, wie hoch die Schadstoffbelastung in den Räumen ist. Vergangenen Dienstag hatten Unbekannte auf einem Lehrerpult in der Schule ein Feuer gelegt. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus - im Erdgeschoss hatten sie an Türen und Fenster Schäden festgestellt, die darauf schließen lassen.

Seitdem war die Schule geschlossen. Die Viertklässler wurden im Schubart-Gymnasium untergebracht. Zwar sei die Schadstoffbelastung größtenteils wieder in Ordnung, so Thaler. "Man kann wieder atmen, ohne dass man sich um die Belastung Sorgen machen muss." Trotzdem und trotz ständigen Lüftens seien aber noch nicht alle Räume der Schule wieder nutzbar. Sowohl für die Schulküche als auch einen Betreuungsraum warte man noch auf das Okay, mit dem man am Dienstag rechne, so Thaler. Drei weitere Betreuungsräume müssten saniert werden. Die dadurch entstandene Raumnot decke man innerhalb der Schule ab, so Thaler. "Die Eltern gehen auf dem Zahnfleisch", so der Schulleiter weiter. Die Stadt habe aber signalisiert, eventuell die Ulrich-Pfeifle-Halle zu Verfügung zu stellen.

Brandprävention: Abfalleimer wegsperren

40 000 Euro Sachschaden sind nach vorläufigen Schätzungen durch den Brand in der Greutschule entstanden. Mit einer der größten Schäden einer Brandserie, die bereits im Herbst ihren Anfang genommen habe, wie Polizeisprecher Bernd Märkle berichtet. Bereits eine Fallzahl im zweistelligen Bereich rechne man dazu - auch Sachbeschädigungen, die durch kleinere Brände entstanden seien. Natürlich richte man sein Augenmerk darauf, so Märkle weiter, gesondert Streife fahre man an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen aber nicht. Davon gebe es einfach zu viele.

Besonders betroffen war durch einen Brand auch der Waldorfkindergarten im Tännich in der Nacht zum 1. Dezember. Dort brannte ein Nebengebäude, auch hier gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Die Schadenshöhe beläuft sich hier sogar nach Polizeiangaben auf mehrere hundert Tausend Euro. Nach wie vor ist das Nebengebäude nicht nutzbar. Es sei aber ein "Interimslösung" mit dem Trägerverein ausgearbeitet worden, so Stadtsprecherin Karin Haisch.

Thema für andere Einrichtungen, aber kein Angstthema

Thema sind die häufigen Brände auch in manch anderem Kindergarten der Stadt. "Wir haben morgens schon darüber gesprochen", sagt Jessica Lakey, Leiterin des Kindertagesstätte Arche Noah. Eine Mutter gehöre mit einem Kind in der Greutschule zu den Betroffenen. "Man fragt sich schon, wie geht das weiter, findet man denjenigen." Angst hätten Mitarbeiterinnen aber keine. Man habe jährlich Prüfungen zum Brandschutz und Sicherheitsdurchgänge, ergänzt Regina Schlipf, Kindergartenbeauftragte der evangelischen Kirchengemeinde. Mehr könne man nicht tun. Abfalleimer, die zum Brandherd werden könnten, habe man ohnehin abgeschlossen in anderen Räumen, weg von den Gebäuden.

Die Stadtverwaltung tue sehr viel im Bereich Sicherheit, so der geschäftsführende Schulleiter der Aalener Schulen Karl Frank. Das Problem sei aber ohnehin nicht der laufende Schulbetrieb, sondern vielmehr die Nächte und Ferien. "Wir sind von der Stadt informiert worden, darauf zu achten, die Altpapiercontainer nicht vor dem Haus lagern", berichtet Sylvia Gorus-Hocke, Leiterin des AWO-Kinderhauses, das in Nachbarschaft zum Waldorfkindergarten steht. "Wir haben im Dezember alle städtischen Betreuungs-Einrichtungen und auch die Träger über geeignete präventive Sicherheitsmaßnahmen informiert, wie beispielsweise die Container mit Papier nicht am Gebäude lagern, stets verschlossen halten", informiert Stadtsprecherin Karin Haisch dazu. Ebenso seien die Hausmeister informiert und man laufend in Kontakt mit den Einrichtungen.

Die Brände selbst seien kein Thema beim Team des Kinderhauses, so Gorus-Hocke. wohl aber die Konsequenzen daraus, wie Betreuungsprobleme für Eltern. Man selbst habe in der vergangenen Woche 35 Kinder mehr in der Vormittagsbetreuung versorgen müssen. 

 

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