Großdemo für den Weihnachtsmarkt

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Protestfahrt gegen die Corona-Auflagen: Schausteller aus ganz Deutschland haben am Donnerstag mit ihren Fahrzeugen die Hauptverkehrsadern der Stuttgarter Innenstadt lahm gelegt.
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Warum der Aalener Schausteller Georg Löwenthal am Donnerstag in Stuttgart gemeinsam mit rund 1500 Kollegen demonstriert hat.

Aalen/Stuttgart

Keine Arbeit, kein Einkommen: Seit Corona sind alle rund 5000 deutschen Schaustellerbetriebe mit ihren gut 32 000 Angestellten, sind auch Messeveranstalter, Licht- und Tontechniker, Zirkusleute, Artisten, Bühnen- und Puppenspieler zur Untätigkeit verdammt. Darunter auch der Aalener Schaustellerunternehmer Georg Löwenthal. Nach Berlin ist er darum am Donnerstag zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einer Großdemo gefahren: Auf dem Stuttgarter Karlsplatz demonstriert er gemeinsam mit rund 1500 Kollegen. Allesamt fühlen sie sich von der Politik im Stich gelassen, kämpfen um ihre Existenz. Mit 600 Lastern ziehen sie vom Cannstatter Wasen zur Kundgebung ins Stuttgarter Zentrum.

Worum es ihnen geht: Coronabedingt sind bis Ende Oktober alle Großveranstaltungen, alle Volks- und Schützenfeste abgesagt. "Die Saison ist für die Schausteller und Messeleute gelaufen", sagt Georg Löwenthal. Die einzige Hoffnung, die bleibt, sind die Weihnachtsmärkte, die Haupteinnahmequelle für Veranstalter und Händler.

"In den Großstädten beginnen sie meistens schon Mitte November", weiß Löwenthal, der seit vielen Jahren den Aalener Weihnachtsmarkt auf dem Spritzenhausplatz organisiert. "Wenn die Politik uns auch noch die Weihnachtsmärkte nimmt, dann werden 40 bis 50 Prozent der Veranstalter das nicht überleben", meint Georg Löwenthal.

Die Weihnachtsmärkte unter freiem Himmel wären machbar.

Georg Löwenthal Schausteller und Veranstalter des Aalener Weihnachtsmarktes

Ja, die zu Beginn der Pandemie zugesagte Soforthilfe sei angekommen: eine Einmalzahlung von 9000 Euro. "Aber damit kommen wir nicht durch eine komplette Saison", sagt der Unternehmer. Und auch von den Überbrückungshilfen, deren Höhe sich an den Fixkosten der Unternehmen orientiert, bleibe nach Abzug der Steuern nicht viel übrig. "Jetzt geht es ums Eingemachte, es geht um unsere Existenz", spricht Löwenthal Tacheles.

Mit dieser Großdemo, so Löwenthal, wolle man vor allem Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha erreichen, Denn der hatte erst vor wenigen Tagen wegen der Corona-Pandemie Hoffnungen auf eine Weihnachtsmarkt-Saison gedämpft und weitere Vorsicht bei Großveranstaltungen angemahnt. "Die Weihnachtsmärkte unter freiem Himmel wären machbar", meint dagegen Georg Löwenthal. "Wir könnten die Stände entzerren und Einlasskontrollen machen." Für Aalen jedenfalls könnte er sich einen Weihnachtsmarkt unter Berücksichtigung aller Corona-Hygieneregeln vorstellen.

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