Großer Ansturm und strenge Regeln auf dem Wertstoffhof

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Wer etwas auf dem Wertstoffhof abgeben will, muss Geduld mitbringen: Die Schlangen, wie hier zum Wertstoffhof in der Österleinstraße, und die damit verbundene Wartezeit sind lang.
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Nachdem am Montag die Wertstoffhöfe wieder geöffnet haben, ist der Andrang groß. GOA hält an Regelung fest

Aalen

Auto an Auto, lange Schlangen, lange Wartezeiten, immer größer werdender Unmut. Seit Montag haben die Wertstoffhöfe wieder geöffnet und müssen mit einem riesigen Ansturm zurecht kommen. In der Österleinstraße stehen die Autos schon vor Öffnung des Wertstoffhofs, um sich eine lange Wartezeit zu ersparen. Denn wenn's blöd läuft, steht man da schon gerne mal bis zur Friedrichstraße. Das empfindet der ein oder andere als "reine Schikane".

"Es scheint ein Ritual für viele Bürger zu sein, zum Wertstoffhof zu gehen", meint Henry Forster, Geschäftsführer der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung (GOA). Und das, obwohl der Gang zum Wertstoffhof gar nicht unbedingt nötig sei: "Alles, was auf den Wertstoffhof kommt, kann auch beim Bürger abgeholt werden." Jetzt ist der Ansturm besonders groß. Forster vermutet, dass es wohl daran liegt, dass jetzt auch mehr Müll anfällt: "Durch Home Office, Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit wird jetzt der Keller aufgeräumt, die Garage ausgemistet oder noch mal die Hecke geschnitten." Der Müll, der jahrelang rumstand, müsse jetzt weg.

Doch müssen sich die Bürger mit langen Wartezeiten in den nächsten Tagen einfach abfinden? Forster bejaht. Denn das Problem besteht nicht allein im Ostalbkreis. Forster erzählt von Kunden aus Schorndorf, die zum Wertstoffhof nach Schwäbisch Gmünd kamen – um der langen Wartezeit in Schorndorf zu entgehen. "Wir haben uns keine eigenen Maßnahmen ausgedacht", erklärt Forster. Die Maßnahmen seien in Absprache mit anderen Abfallwirtschaften, dem Landkreis und dem Umweltministerium entstanden.

Der Wertstoffhof steht für die GOA nicht im Mittelpunkt, gibt der Geschäftsführer zu verstehen. Viel wichtiger sei es, dass die Müllabfuhr einwandfrei funktioniert. "Das hat mit Stadthygiene zu tun." Auch deshalb müssen die Maßnahmen auf dem Wertstoffhof streng eingehalten werden: nur eine geringe Anzahl an Autos auf dem Hof, ein Mindestabstand von 1,5 Metern, das GOA-Personal darf nicht beim Ausladen helfen.

Wir haben uns keine eigenen Regeln überlegt.

Henry Forster GOA-Geschäftsführer

Streng reguliert

Warum man sich auch auf dem Wertstoffhof an die Regeln halten sollte, macht der Geschäftsführer deutlich: "Haben wir einen Fall, kann die ganze Abfallwirtschaft eingestellt werden." Und das könnte dazu führen, dass keine Müllsammlung mehr stattfindet.

"Wir müssen den Abstand wahren die die Anzahl an Bürgern, die auf den Wertstoffhof kommen, limitieren. Die schubsen sich sonst gegenseitig von der Rampe." Auch aufgrund der Bezahlvorgänge müsse reguliert werden, wie viele Kunden auf dem Hof sind.

Auch die Öffnungszeiten zu verlängern, macht aus Sicht des GOA-Geschäftsführers keinen Sinn: "Wir haben in unserem Unternehmen eine geschwächte Personaldecke, wie viele andere auch. Und das, obwohl wir gerade viel mehr zu tun haben, als gewöhnlich. Wir kämpfen an allen Ecken." Beispielsweise habe die GOA provisorische Krankenhäuser mit einer Abfallversorgung ausgestattet.

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