Großes Interesse an Corona-Schnelltests - auch Wahlhelfer dabei

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Eine Wahlhelferin bekommt das Ergebnis des kostenlosen Corona-Tests beim DRK in der Eugen-Hafner-Straße.

Das DRK bietet in Aalen seit Samstag zweimal die Woche die Möglichkeit, sich kostenlos testet zu lassen.

Aalen. Seit Samstag können sich Bürgerinnen und Bürger im Ostalbkreis kosten- und anlasslos einmal pro Woche in mehreren Testzentren auf das Coronavirus testen lassen. In Aalen startete die Aktion am Samstag in zwei Testzentren, die das DRK im Rettungszentrum im Greut und in seinem neuen Standort im Stadtoval eingerichtet hatte. Das Angebot wurde rege genützt.

Seit Donnerstag konnte man sich für die Testungen telefonisch oder über die Homepage des DRK-Kreisverbands anmelden – und ohne Anmeldung ist ein Test auch in Zukunft nicht möglich. "Das haben wir aus den ersten Testaktionen im Dezember gelernt, damals gab es zu große Ansammlungen von Wartenden auf den umliegenden Parkplätzen", erklärt Klaus-Dieter Sterzik, der die Testaktion im Rettungszentrum leitet. Dort stehen vier Testbereiche zur Verfügung, drei als "Drive-In" für Autos, in denen die zu Testenden zum Abstrich in ihren Fahrzeugen sitzen bleiben, einer für Fußgänger.

Rund 400 Anmeldungen sind eingegangen, noch einmal rund 120 für das Stadtoval. Die Verantwortlichen haben einen strikten Zeitplan erstellt. "Oft sitzen mehr Personen im Pkw als angemeldet, aber auch das ist schon eingerechnet", ergänzt Sterzik. Der Antrieb zum Testen ist unterschiedlich. Manche sind als Wahlhelfer im Einsatz, einige Familien kommen, weil ihre Kinder am Montag wieder zur Schule gehen. Und andere lassen sich testen, weil sie jemand im Seniorenheim besuchen wollen oder einfach aus Selbstschutz. Testen lassen kann man sich übrigens nur, wer keine Symptome hat.

Seit 8 Uhr am Morgen sind 26 meist Ehrenamtliche vom DRK-Verbund Kocher-Rems – bestehend aus DRK Aalen, DRK Essingen, Bergwacht und der Sanitätsstaffel von Zeiss – im Einsatz, manche bis zum Ende der Aktion um 16 Uhr, viele im Zweischichtbetrieb. "Alle sind mit viel Engagement dabei und gut geschult", freut sich der Leiter.

Markus Schmid fungiert mit einer Liste der Angemeldeten als Einweiser für Autos und Fußgänger, er gibt jeder Person eine Nummer. "Diese wird nicht in die Liste eingetragen, alles ist anonym", sagt Schmid. Dann werden die Tore der jeweiligen Abstrichstation geöffnet. Nach dem Test verlassen die Personen die Halle sofort, diejenigen, die mit dem Auto gekommen sind, warten in einer Schlange, die Fußgänger in einem Bereich gegenüber ihrem Tor dann rund 15 Minuten auf das Ergebnis.

Dann heißt es warten. Mitarbeiterinnen bringen das Ergebnis – den zu Beginn mit dem Namen ausgefüllten Zettel mit dem aufgeklebten Teststreifen – zu den Wartenden ans Auto oder zum Fußgänger. Mit dem Hinweis, dass das Ergebnis nur temporär gültig sei, und man sich weiter an die AHA-Regeln halten solle. "Bisher hatten wir noch keinen positives Ergebnis", betont Sterzik zur Halbzeit. "Die Tests sind zu fast 95 Prozent korrekt." Wäre einer positiv, müsste er den Namen ans Gesundheitsamt für einen nachfolgen PCR-Test melden, und den Betroffenen zur Quarantäne auffordern.

Die Bilanz am Abend nach der großen DRK-Testrunde: Insgesamt wurden 936 Personen getestet, davon waren zwei Corona-positiv.

Samstags und mittwochs sind die Teststationen geöffnet.

Auch mehr als 300 Wahlhelfer getestet

Aalen. Die Schiebetüre im DRK-Zentrum in der Eugen-Hafner-Straße geht auf, hinter einem Tisch steht Petra Papp. Die Sekretärin der Geschäftsführung des DRK in Aalen hat eine Liste und fragt bei jedem Ankömmling die Kontaktdaten ab. Darunter auch zahlreiche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die am Samstag einen Schnelltest gemacht haben.

Ob in der Bischof-Fischer-Straße oder beim Stadtoval, das DRK hat kostenlose Tests angeboten. Im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen wurden 311 Wahlhelfer an beiden Standorten zwischen 8 und 15.30 Uhr auf Corona getestet. Nicole Bullinger ist eine davon. Sie steht vor dem Gebäude und wartet auf ihr Ergebnis. "Es ist gut zu testen, aber Masken und Abstand sind trotzdem wichtig", betont sie.

Alle 2,5 Minuten werden Menschen auf das Virus geprüft. 15 Minuten nach dem Abstrich gibt's das Ergebnis. Während Bulling ihres schon hat und den Heimweg antritt, meldet sich Rose Kurz an. Sie ist seit 15 Jahren als Wahlhelferin aktiv. "Ich sehe das als Bürgerpflicht", betont sie und weiter: "Klar fühlt man sich mit Test sicherer."

Ihre Tochter Heike Raschke ist seit fünf Jahren dabei, sie hat keine Bedenken, auch dieses Jahr den Dienst anzutreten – trotz Virus. Ihr sei es am wichtigsten, dass sie niemanden anstecke. Daher findet sie es sehr gut, dass man sich kostenlos testen kann. Bereits 30 Jahre Erfahrung als Wahlhelfer haben Juliane und Roland Weireter. "Wir machen das für die Demokratie", sagt Roland Weireter bestimmt, daher sei es keine Frage gewesen, trotzt Corona tätig zu sein.

Jürgen Eschenhorn

Tobias Banschbach nutze am Samstag im Rettungszentrum die Möglichkeit des kostenlosen Tests.

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