Grüne: für Hofen mindestens klimaneutrale Standards!

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Die Lage des Hofener Neubaugebiets "Eichholzweg nördlich der Dorfstraße".
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Was der Bebauungsplan „Eichholzweg“ mit 21 Bauplätzen bei der Fraktion der Grünen auslöst. Und wie OB Frederick Brütting reagiert.

Aalen

Die Nachfrage nach Bauplätzen in Hofen ist groß. Indes: Es gibt derzeit keine städtischen Wohnbauplätze in dem kleinen 2090 Einwohner zählenden Aalener Stadtteil.

Darum hat die Aalener Stadtverwaltung nun einen Bebauungsplan für ein neues kleines Baugebiet am Hofener Ortsrand aufgestellt: „Eichholzweg nördlich der Dorfstraße“ lautet der Arbeitstitel. Es soll auf einer „grünen Wiese“ am östlichen Ortseingang im Zwickel Dorfstraße/Eichholzweg entstehen. In einem ersten Aufschlag sind auf der etwa 1,4 Hektar großen Fläche 21 Bauplätze vorgesehen, Einzel- und Doppelhäuser für junge Familien, aber auch Mehrfamiliengebäude beziehungsweise Wohnen für Ältere oder betreutes Wohnen.

Mitte März hatte der Bauausschuss des Gemeinderats den Bebauungsplanentwurf vorberaten. Daraufhin hat die Grünen-Fraktion im Gemeinderat einen schriftlichen Ergänzungsantrag bei der Aalener Stadtverwaltung eingereicht.

Was die Grünen kritisieren

Die Begründung: Die Fraktion sehe Teile des neuen Hofener Baugebiets als kritisch, weil es keine reine Innenentwicklung darstellt, sondern sich überwiegend in den Außenbereich, also auf die grüne Wiese, ausdehnt. „Für die Grünen-Fraktion aber ist es oberstes Gebot, den Flächenfraß zu begrenzen“, heißt es im Antrag der Grünen.

Die Grünen-Fraktion, so heißt es weiter, stimme dem Bebauungsplan trotzdem zu, wissend, dass es in Hofen viele Bewerbungen um Bauplätze gibt. Im Gegenzug aber sollte das Quartier „wenigstens klimaneutral“ gestaltet werden. Die Grünen-Fraktion fordert die Stadtverwaltung auf, „vor allem für Neubaugebiete“ entsprechende klimaneutrale Standards zu setzen. Berücksichtigt werden sollten zudem aktuelle Entwicklungen zum nachhaltigen Bauen, „bei denen es mehr als um Energieeffizienz und Klimaschutz geht“.

Ökologisches Mustergebiet

Konkret für das Neubaugebiet Hofen fordern die Grünen im Gemeinderat einen Mindeststandard „KfW-Effizienzhaus 40 plus“ für alle Gebäude. Zudem bitten sie die Stadtverwaltung, spezialisierte Fachbüros und Beratungszentren in die weitere Planung mit einzubeziehen.

Die Vision der Grünen: Das Hofener Neubaugebiet soll gleichsam Blaupause für weitere Neubaugebiete sein. Es soll als ökologisches Mustergebiet geplant werden, mit einer Kombination verschiedener klimaschonender Technologien, beispielsweise mit Solarpaneelen zur Strom- und Wärmeerzeugung, Eisspeicherheizung, Geothermie oder Agrothermie.

Wie die Stadt vorgehen will

Wie die Stadtverwaltung nun weiter vorgehen will, erläuterte OB Frederick Brütting in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. „Wir wollen das Baugebiet zukunftsorientiert ökologisch ausrichten, aber gleichzeitig keine weitere Zeit im Verfahren verlieren“, machte er deutlich. Im Rahmen des Klimaaktionsplans wolle die Stadtverwaltung Richtlinien und Standards definieren, die man in künftigen Wohnbaugebieten anwenden könne. Doch letztlich sei es immer der Gemeinderat, der über die ökologischen Standards entscheide.

Für das Neubaugebiet in Hofen sagte Brütting eine Überprüfung mit fachlicher Expertise zu. „Wir werden dann einen weiteren Vorschlag ausarbeiten und dem Gemeinderat vorlegen.“

„Brauchen dringend Wohnraum“

Hofens Ortsvorsteher Christian Wanner bedankte sich ausdrücklich bei der Aalener Stadtspitze dafür, dass das Bebauungsplanverfahren weiter zügig vorwärtsgehen soll. „Wir brauchen in Hofen dringend Wohnraum für junge Familien und ältere Menschen!“ Aber man müsse zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit ein Gleichgewicht finden, meinte er sinngemäß. „Es geht darum, junge Familien am Ort zu halten. Wir dürfen sie nicht mit zu strengen Vorgaben und teuren Auflagen aus dem Ort treiben!“, wandte er sich an die Grünen-Fraktion.

Der Gemeinderat stimmte schließlich mit deutlicher Mehrheit dem weiteren Bebauungsplanverfahren zu. Einzelstadtrat Manfred Traub enthielt sich der Stimme.

Das Quartier soll „wenigstens klimaneutral“ gestaltet werden.“

Michael Fleischer, Grünen-Fraktionschef

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