Grüne: Pool-Tests verbessern!

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Seit Oktober wird das Pilotprojekt mit PCR-Pool-Tests an fünf Aalener Schulen praktiziert. Dabei kommen Lolli-Tests zum Einsatz.
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Die Fraktion der Grünen im Aalener Gemeinderat erkennt „katastrophale Fehler“ im an den Schulen praktizierten Pilotprojekt-Verfahren.

Aalen

Es ist bereits der dritte Anlauf der Grünen-Fraktion im Aalener Gemeinderat, den PCR-Pooltest für Schülerinnen und Schüler an Aalener Schulen zu optimieren. „Es wäre wichtig, kleine Schwachstellen an der Vorgehensweise zu verbessern, um sicherzustellen, dass ein positiv getesteter Schüler nicht mehrere Mitschüler ansteckt.“

Ein Schreiben an den Landrat

Mit diesem Appell wandte sich Dr. Thomas Battran in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag an die Verwaltungsspitze unter Vorsitz von OB Frederick Brütting. „Die Schulleiter sind mit diesem Pilotprojekt zufrieden“, sagte Battran. „Doch epidemiologisch weist es katastrophale Fehler auf.“ Am Ende bot der OB an gemeinsam mit Battran ein entsprechendes Schreiben an Landrat Dr. Joachim Bläse zu verfassen und ihm das Problem nochmals darzulegen.

Doch von vorn: Um erneutes Homeschooling zu vermeiden, hat der Ostalbkreis im Oktober ein Pilotprojekt an Schulen gestartet: die sogenannten PCR-Pooltests. In Aalen nehmen fünf Schulen daran teil, insgesamt zehn sind es im gesamten Ostalbkreis.

Das Projekt funktioniert so: An zwei Tagen in der Woche werden in der Schule an die Schülerinnen und Schüler Lolli-Teststäbchen ausgeteilt. An dem lutschen sie dann eine halbe Minute, dann sammelt der Lehrer die Stäbchen ein und steckt jeweils mehrere von ihnen in eine Tüte, das ist dann der „Pool“. Die Tüten mit den Teststäbchen werden in ein Labor gefahren und am Abend steht das Ergebnis fest. Ist der „Pool“ negativ, gibt es für die gesamte Klasse am anderen Tag ganz normalen Unterricht.

Zwei Kritikpunkte

Problematisch dagegen wird es laut Battran, wenn ein Teststäbchen aus dem Pool positiv ist. „Dann weiß man nicht, welcher Schüler infiziert ist.“ Bislang sehe die Studie folgende Regelung für diesen Fall vor: Die Kinder kommen am nächsten Tag in die Schule und machen dort einen Antigen-Schnelltest, damit man weiß, welcher Schüler positiv ist. Der positiv Getestete geht dann nach Hause. Battran: „Das ist die erste Schwachstelle des Pilotprojekts. Der infizierte Schüler steigt in den Schulbus, steckt da möglicherweise noch weitere Schüler an, bis klar ist, dass er positiv ist.“ Darum plädiere die Grünen-Fraktion dafür, dass diese Antigentests zu Hause gemacht werden und nicht erst am nächsten Morgen in der Schule.

Die zweite Problematik, laut Battran, ist die Unsicherheit der Antigen-Schnelltests. Ihm seien zwei Fälle aus jüngster Vergangenheit bekannt, in denen der Pool-Test positiv war, die Antigen-Tests am nächste Morgen in der Schule aber alle negativ. Battran kritisiert, dass in so einem Fall alle Schüler in der Schule bleiben. Es werde dann zwar von jedem einzelnen ein erneuter PCR-Test ausgewertet. Bis das Ergebnis vorliege, vergingen aber mehrere Tage, so der Stadtrat. In der Zwischenzeit besuchten die infizierten Schüler weiter normal den Unterricht.

Bayern macht's vor

In Bayern laufe das besser: Dort erhalten die Schüler am Tag des Pool-Tests noch ein zweites Test-Röhrchen, auf der der jeweilig Name steht. Wenn am Abend bekannt ist, dass der Pool-Test positiv ist, komme jeweils das zweite Röhrchen der Kinder ins Labor. Und die Kinder bleiben so lange zu Hause, bis das Ergebnis des PCR-Tests da ist.

Schuldezernent Karl-Heinz Ehrmann wies darauf hin, dass man die am Pilotprojekt teilnehmenden Schulen angeschrieben und sie um eine Verfahrensänderung gebeten habe: „Wir haben sie darauf hingewiesen, den Schülern entweder die Antigen-Tests nach Hause mitzugeben, oder aus dem Projekt auszusteigen.“ Doch alle fünf Schulen wollen weiter festhalten an dem Testangebot. Ehrmann bat um Verständnis, nicht einen gesonderten Punkt aus dem Programm herausgreifen zu können. „Irgendwo ist die Grenze der Belastbarkeit der Aalener Stadtverwaltung erreicht.“

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