Grüne und Rehm stimmen gegen Steg

+
Der Steg Visualisierung: Sobek
  • schließen

Im Ausschuss wird einmal mehr kontrovers ums Bauprojekt diskutiert.

Aalen. Die Notbremse ziehen und das Projekt stoppen: Dafür hat sich Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer am Donnerstag ausgesprochen. In der Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik stimmte seine Fraktion dagegen, weitere Arbeiten am Fußgängersteg zu vergeben.

Norbert Rehm (Aktive Bürger) stimmte ebenfalls dagegen. Die Mehrheit, 15 Rätinnen und Räte, stimmten aber dafür. Zwei enthielten sich. Bei der Abstimmung handelt es sich um eine Empfehlung an den Gemeinderat. Das Gremium entscheidet am Donnerstag, 19. Mai, ob die Firma ATH aus Heilbronn für rund 400 000 Euro den Auftrag für den Aufzug erhält und ob die Firma Lacker aus Waldachtal für rund 380 000 die Fassadenbauarbeiten erledigen darf. Der Ausschuss hat dem Gemeinderat gleichzeitig mehrheitlich empfohlen, den Mehrkosten zuzustimmen. Die Gesamtkosten steigen von 8,71 auf 10,39 Millionen Euro. Der Rahmen sei akzeptabel, sagte Tiefbauamtsleiter Stefan Pommerenke. In den prognostizierten Gesamtkosten ist ihm zufolge ein „Risikopuffer“ von rund 600 000 enthalten.

Zur Frage, ob weitere Fördergelder vom Land fließen, konnte Oberbürgermeister Frederick Brütting nichts Neues berichten. Man sei in Kontakt mit dem zuständigen Ministerium. „Es gibt noch keine schriftliche Zu- oder Absage“, sagte der OB.

„Wenn der Zuschuss nicht gesichert ist, ist der Steg für uns tot“, sagte Fleischer. CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast warf ihm vor: „Sie kommen nicht mehr vom Baum runter, auf den sie geklettert sind.“ In Wagenblasts Augen ist es nun wichtiger zusammenzuhalten, um Fördergelder aus Stuttgart zu bekommen. So sieht es auch Andrea Hatam (SPD). Sie sprach einen Termin mit der zuständigen Ministerin in Aalen an, zu dem sich der OB später verabschiedete. Ein einstimmiges Votum hätte dem OB Rückenwind dafür gegeben, so Hatam sinngemäß. Claus Albrecht (Freie Wähler) sorgt sich um die Preisentwicklung, was alle Bauprojekte angeht. Zum Steg sagte er: „Das müssen wir jetzt gemeinsam durchstehen.“

Dr. Philipp Frank (FDP/FW) sagte, dass die Kosten des Projekts in keinem Verhältnis zum Haushaltsvolumen stünden. Christa Klink (Linke) konnte die „Verweigerung in dieser Phase des Projekts“ - Baubeginn ist diesen Monat - nicht nachvollziehen. Manfred Traub (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) sagte: „Der Steg ist mehrheitlich beschlossen und wird gebaut werden.“ Zustimmen müsse man trotzdem nicht. Rehm kritisierte: „Das Vorgehen der Verwaltung kann, von Anfang an bis heute, nicht als seriös bezeichnet werden.“ Katharina Scholz

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema