Grüne und SPD wünschen sich, dass Straße nach einer Frau benannt wird

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„Am Tannenwäldle“ für "Straße A", „Paul-Bonatz-Straße“ für "Straße B" und „Günter-Behnisch-Straße“ für "Straße C" hat das Amt für Vermessung, Liegenschaften und Bauverwaltung vorgeschlagen.
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Ein Ausschuss des Gemeinderats diskutiert neue Straßennamen fürs Baugebiet "Am Tannenwäldle".

Aalen

Nicht ganz glücklich mit den Namensvorschlägen für die neuen Straßen im Baugebiet „Am Tannenwäldle“ ist Oberbürgermeister Frederick Brütting. „Am Tannenwäldle“ für "Straße A", „Paul-Bonatz-Straße“ für "Straße B" und „Günter-Behnisch-Straße“ für "Straße C" hat das Amt für Vermessung, Liegenschaften und Bauverwaltung vorgeschlagen. Der OB habe die Vorlage zurückgegeben ans Fachamt, sagte er in der Sitzung des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses (KBFA). Seine Bitte: Man möge auch eine Frau vorschlagen, nach der eine Straße benannt werden könne.

Zum Hintergrund: Paul Bonatz ist der Architekt, der für den Bau des Aalener Schubart-Gymnasiums verantwortlich war. Günter Behnisch hat die Aalener Hochschule geplant. OB Brütting erläuterte, dass das Fachamt in dieser Kategorie, also Architekten, die einen Bezug nach Aalen haben, nach einer Frau gesucht hätte, aber keine gefunden habe. Im Stadtgebiet, so Brütting weiter, seien „deutlich mehr“ Straßen nach Männern benannt als nach Frauen. „Wenn wir so weitermachen, ändert sich daran nichts“, sagte der OB.

Bei Monika Brauch-Siedler von den Grünen schien Brütting da offene Türen einzurennen. Sie schlug Lina Hähnle als Namensgeberin für eine der Straßen vor. „Sie war eine Kämpferin für den Vogel- und Naturschutz“, erläuterte Brauch-Siedler. 1899 habe sie den Bund für Vogelschutz gegründet, der Vorgänger des heutigen Nabu. Einen Bezug nach Aalen gebe es bei ihr nicht, aber einen Bezug in die Region. „Den Bund für Vogelschutz hat sie in Stuttgart gegründet und sie hat in Giengen gelebt“, sagte Brauch-Siedler. Das Baugebiet „Am Tännenwäldle“ nannte sie „ein innovatives nachhaltiges Quartier“. Dazu würde eine Lina-Hähnle-Straße gut passen.

„Beim Vorschlag der Grünen können wir mitgehen“, sagte Timo Lorenz von der SPD-Fraktion. Er habe noch am Abend vor der Sitzung eine Liste mit Architekten durchgearbeitet, ebenfalls auf der Suche nach einer Frau, die infrage käme. Beim Buchstaben H habe er aufgrund der fortgeschrittenen Zeit abgebrochen, ohne bis dahin fündig geworden zu sein.

Eine Frau, nach der eine Straße benannt werden könnte, hatte die CDU-Fraktion nicht in petto. Herbert „Joe“ Brenner schlug stattdessen einen weiteren Mann vor: Heinrich Hager. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe er in Aalen die Heimstättengenossenschaft gegründet, die vielen Familien, unter anderem im Pelzwasen, zum Eigenheim verholfen habe. Von Beruf sei er Zugbegleiter gewesen. „Ein bescheidener Mann“, beschrieb Brenner ihn.

Thomas Rühl (Freie Wähler) hatte noch einen anderen Vorschlag. Er könne nicht nachvollziehen, warum nur zwei kleine Stichstraßen nach zwei bedeutenden Architekten benannt werden sollen. „Das wird den Leuten nicht gerecht.“ Stattdessen schlug Rühl vor, alle Straßen einschließlich Stichstraßen „Am Tannenwäldle“ zu nennen. Das sei außerdem „geschlechtsneutral“, wie er es formulierte.

Der OB kündigte an, dass die Verwaltung die Vorschläge prüfe das Thema dann wieder auf die Tagesordnung komme. Brütting sagte, dass man in dem Gebiet „insgesamt freier“ sei, einen Namen zu wählen und schloss: „Wir können die Gelegenheit nutzen, hier ein Zeichen zu setzen.“

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