Händler kämpfen für Wiedereröffnung

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Aalens Innenstadt ist leer wie sonst nie.
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Aalener Geschäftsleute beteiligen sich an der überregionalen Aktion "#handelstehtzusammen". Unterschriften und Informationen sollen die Politik zum Umdenken bewegen.

Aalen

Eine rasche Wiedereröffnung des stationären Einzelhandels oder eine angemessene Entschädigung – das fordert die Unterschriftenaktion "#handelstehtzusammen". Über 12 871 regionale und überregionale Fachhändler, Stand Donnerstag 10.35 Uhr, machen mit. Auch Aalen City Aktiv ist dort gelistet.

Die Unterzeichnenden erkennen den Ernst der Lage im Einzelhandel an und seien bereit, alle nötigen Maßnahmen zu treffen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, heißt es. Dennoch kritisieren sie die Beschlüsse der Regierung. Zumal der Wegfall des Weihnachtsgeschäftes viele existenziell bedroht.

Seit 16. Dezember 2020 sind viele Läden wieder geschlossen. Aalens Citymanager Reinhard Skusa findet dies ungerecht und nicht durchdacht. Er ist Unterzeichner der Aktion. "Damit signalisieren wir der Politik, lasst euch was einfallen, helft und rettet den stationären Handel."

Was die Aktion bedeutet

Kein Einzelhandel in den Innenstädten, zahlreiche Arbeitslose und die Herrschaft globaler Internetanbieter bestimmen den Handel – ein düsteres Zukunftsbild zeichnen die Aktivisten für den Fall, dass der stationäre Handel weiterhin zu bleibt.

Unterschriften werden gesammelt, um auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen. Einer der Initiatoren von "#handelstehtzusammen" ist Friedrich Werdich vom gleichnamigen Schuhhaus: "Die Politik hat den Einzelhandel nicht auf dem Schirm, das soll geändert werden", sagt er. Er sieht nur zwei Möglichkeiten für den Handel: Entweder dürfen Geschäfte bei Zeit, mit den vorgeschriebenen Hygienekonzepten, wieder öffnen oder sie werden in irgendeiner Form entschädigt.

Was Aalener Händler sagen

Der Einzelhandel sei kein Infektionstreiber und solle es auch nicht werden. "Unter unseren Unternehmen gibt es Betriebe mit mehreren hundert Mitarbeiter, bei denen sich bislang keiner mit Corona infiziert hat", schreiben die Initiatoren der Aktion.

"Bisher gab es noch keine nachweisliche Corona-Infektion im Handel", sagt Uli Riegel von Dr. Fashion. Durch die umgesetzten Hygienemaßnahmen, wie Pausenregelung, Lüftungskonzept und Abstandsregeln sei der Einzelhandel ein sicherer Ort.

Dem stimmt Armin Abele von MusikA zu: "Bei uns ist es sicher, da sich die meisten Kunden durchschnittlich nur fünf Minuten im Laden aufhalten und sich niemand begegnet, anders als im Supermarkt."

Leere Innenstadt

Uli Riegel macht sich über die Zukunft der Innenstadt Sorgen: "Es geht nicht nur um mich als Einzelschicksal, sondern um das Gesamtkonzept". Man solle sich mal vorstellen, wie die Innenstadt aussieht, wenn es keinen Einzelhandel mehr gibt. "Für alle Altersgruppen ist der stationäre Handel wichtig", meint Riegel. "Und deswegen ist es maßgebend, die Läden zu unterstützen, und das muss man jetzt machen, bevor es zu spät ist", sagt er.

Citymanager Skusa hingegen schaut positiv in die Zukunft: "Den Aalenern fehlt ihr ‚Innenstädtle‘ und sobald die Läden wieder öffnen dürfen, werden sie ihr Geld dorthin tragen." Er hofft, dass noch mehr Händler bei der Aktion mitmachen und nicht nur unterschreiben, sondern auch befreundete Händler motivieren, damit eine Lawine ausgelöst wird. Mit dem Rückenwind der Unterschriften sollen die Forderungen an die Politik herangetragen werden.

Geschenke umtauschen im Corona-Lockdown?

Aalen. Der Umtausch von Weihnachtsgeschenken gehört zum Weihnachtsgeschäft. Am 16. Dezember musste der stationäre Einzelhandel schließen. Wie läuft hier der Umtausch? Die Rücknahme tadelloser Ware im Einzelhandel ist laut Rechtsprechung ein rein freiwilliger Service. Anders ist es beim Internetkauf. Für Geschenke, die im Internet, per Telefon, Brief oder Fax bestellt wurden, gilt grundsätzlich eine Widerrufsfrist von 14 Tagen. Aber viele Einzelhändler gewähren aus Kulanz die Möglichkeit zum Umtausch. So auch Uli Riegel von Dr. Fashion. "Kunden, denen das geschenkte T-Shirt nicht gepasst hat, haben bei uns im Laden angerufen und konnten das Geschenk reklamieren", sagt er. Auch Gutscheine stelle er aus. Geld zurück gibt es aber nicht. In jedem Fall bestimmt nämlich der Händler die Konditionen für den Umtausch. jat

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