Halten sich Aalenerinnen und Aalener an die Corona-Regeln?

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Die Polizei bei der Kontrolle durch die Innenstadt – überwiegend halten sich Bürgerinnen und Bürger an die Bestimmungen. Archivfoto: hag
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Das Ordnungsamt hat bislang 800 Verstöße festgestellt – bei der Polizei sind es 850. Das sagen die Verantwortlichen.

Aalen

Mund- und Nasen-Schutz richtig tragen. Abstand von eineinhalb Metern zum Nebenmann halten. Und nach 20 Uhr das Haus nur aus triftigem Grund bis zum nächsten Morgen 5 Uhr verlassen. Seit dem 12. Dezember gelten in Baden-Württemberg strikte Ausgangsbeschränkungen, gefolgt vom zweiten Lockdown. Große Anstrengung nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für Ordnungshüter. Wie diszipliniert sind Bürgerinnen und Bürger in Aalen? Nach Aussagen der Stadtverwaltung und der des Sprechers der Polizei, halten sich Aalener an die Regeln.

Seit Beginn der Pandemie habe die Stadt Aalen rund 80 000 Euro an Bußgeldern verhängt. Dabei wurden laut Stadtsprecherin Karin Haisch insgesamt etwa 800 Ordnungswidrigkeiten erfasst. Im Schnitt macht das etwa 100 Euro pro Vergehen, wobei die Bußgelder je nach Ordnungswidrigkeit zwischen 70 und 300 Euro liegen.

Seit dem zweiten Lockdown im Dezember sind es etwa 50 Verstöße, die das Ordnungsamt festgestellt hat. "Es kann keine signifikante Erhöhung der Zahl der Verstöße festgestellt werden", sagt Karin Haisch.

Bei den durch das Ordnungsamt geahndeten Verstößen gehe es meist um die Maskenpflicht, die Kontaktverbote oder die Ausgangssperre.

Polizei zieht positive Bilanz

Auch das Polizeipräsidium Aalen ist regelmäßig unterwegs und kontrolliert die Corona-Regeln. "Generell wird sich überwiegend an die Regeln gehalten. Bei den Kontrollen ist aber auch Fingerspitzengefühl angesagt", sagt Holger Bienert, Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen. Denn nicht jeder Verstoß endet sofort mit einer Anzeige. Dies sei unter anderem auch abhängig von der "Einsicht des Betroffenen", sagt Bienert.

Seit Ende Oktober vergangenen Jahres wurden im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums – also im Ostalbkreis, Rems-Murr-Kreis und Schwäbisch Hall – rund 3500 Personen kontrolliert. Dabei stellte die Polizei 850 Verstöße fest, die mit einer Anzeige endeten, so Bienert.

Die meisten halten sich an die Ausgangsbeschränkung.

Holger Bienert Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen

Auch die Polizei stellt fest, dass es sich bei den Verstößen überwiegend um das falsche Tragen des Mund- und Nasen-Schutzes, die Nichteinhaltung der Ausgangsbeschränkungen und Zusammenkünfte mehrerer Personen handelt – sprich das Treffen mehrerer Menschen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören.

Nächtliche Kontrollen

Seit etwa sechs Wochen gibt es die Ausgangsbeschränkungen bereits. Die Polizei kontrolliert jede Nacht. Dabei kann Holger Bienert eine positive Bilanz ziehen. "Die allermeisten Menschen halten sich an die Ausgangsbeschränkungen." Im Ostalbkreis wurden bislang 90 Verstöße festgestellt. "Das macht im Schnitt etwa zwei Verstöße pro Nacht. In den vergangenen Tagen wurden bei rund 100 kontrollierten Fahrzeugen drei Verstöße festgestellt", berichtet Holger Bienert weiter.

Fingerspitzengefühl gefragt

Bei den kontrollierten Personen handle es sich meist um Menschen, die entweder auf dem Weg zur Arbeit waren beziehungsweise nach Feierabend nach Hause fahren. Aber auch bei den Kontrollen spielen das Fingerspitzengefühl und die Einsicht des Kontrollierten eine große Rolle. "Es macht natürlich einen Unterschied, ob jemand kurz nach 20 Uhr in seinem Wohngebiet auf dem Weg nach Hause ist oder ob jemand mitten in der Nacht ein Schnellrestaurant aufsuchen möchte", sagt Bienert.

Von Corona-Partys oder ähnlichen Veranstaltungen könne auf der Ostalb nicht die Rede sein. Bis auf zwei Feiern an Silvester in Aalen und Gmünd, einer größeren Zusammenkunft mehrerer Menschen im Anschluss einer Demo im Rems-Murr-Kreis und einer Karaoke-Party auf dem Rötenberg mit sechs jungen Damen am vergangenen Wochenende seien keine größeren Verstöße zu vermelden, teilt der Sprecher mit.

Zwischenbilanz der Polizeikontrollen

Das Polizeipräsidium Aalen hat seit dem 23. Oktober vergangenen Jahres im Zuständigkeitsbereich Ostalbkreis, Schwäbisch Hall und Rems-Murr-Kreis rund 3500 Personen kontrolliert. Dabei haben Beamte rund 850 Verstöße insgesamt festgestellt, die mit einer Anzeige endeten. Mit rund 780 davon macht die Maskentragepflicht den größten Teil der geahndeten Verstöße aus. Gefolgt von rund 50 Verstößen mit unzulässigen Zusammenkünften von mehreren Menschen.

Seit den nächtlichen Ausgangsbeschränkungen wurden im Ostalbkreis 90 Verstöße dokumentiert – im Schnitt rund zwei Verstöße pro Nacht. ant

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