Harald Riegel will „die Stärken stärken“

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Prof. Dr. Schneider (li) wurde als Rektor der Hochschule verabschiedet. Prof. Dr. Harald Riegel (re) wurde als Nachfolger eingesetzt. In der Mitte: Ministerin Theresia Bauer.
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Die Hochschule Aalen würdigt den langjährigen Rektor Gerhard Schneider und begrüßt seinen Nachfolger Harald Riegel.

Aalen. „Gut war’s, anstrengend war’s auch, und es isch auch gut, dass es rum isch!“ resümierte Prof. Dr. Gerhard Schneider seine Zeit als Rektor. 14 Jahre – von 2008 bis Anfang 2022 – stand der Schwabe an der Spitze der Hochschule Aalen. Im Januar folgte ihm Prof. Dr. Harald Riegel. Die offizielle Staffelübergabe in der Aula kam Pandemie-bedingt etwas verspätet. Geriet aber nicht weniger feierlich.

Schneider selbst dankte in einer umfangreichen Rede seinen Weggefährtinnen und -gefährten und ließ wohl niemanden unerwähnt, der seine 14 Amtsjahre in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik begleitet hat. 

Die Festredner lobten einhellig Schneiders unermüdlichen Einsatz – und seine ansteckende Begeisterung – für die Hochschule Aalen, der die Bildungsstätte für Technik und Wirtschaft zu einer der forschungs- und drittmittelstärksten in ganz Deutschland gemacht hat. 

Die Idee von der Begeisterung nahm Harald Riegel in seinen Antrittsworten auf. Er zeigte das Video eines Elektromagneten, der Metallteile um sich herum tanzen lässt: Ein Magnet, der viele weitere Elemente beeinflusst und stärkt. „Einer steht unter Strom und schafft es, alle um sich herum in dieser Wirkung zu verhundertfachen“, beschrieb er das Wirken Schneiders und seinen eigenen Antrieb: „Die Stärken der Hochschule Aalen stärken“ sei, was er wolle. Sprich: den weiteren Ausbau, den Schulterschluss mit der Region und der Wirtschaft, die Internationalisierung, die Forschung, die Gründungsförderung, die Stärkung des Gesundheits-Schwerpunkts und die Digitalisierung. 

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer dankte Gerhard Schneider: Er habe dazu beigetragen, dass die Hochschule Aalen in Deutschland sichtbar geworden ist. Aalen habe eine Erfolgsgeschichte geschrieben, was Forschungsstärke und innovative Ansätze angehe, aber auch bei Gründungsförderung und Programmen, die die Begeisterung für MINT-Berufe bei jungen Leuten wecken. 

Riegel gab sie drei Ratschläge mit auf den Weg: Nicht versuchen in die Fußstapfen des Vorgängers zu treten, vorhandene „Sprungbretter“ und Einrichtungen zu nutzen. Und: „Nicht versuchen, die besten in Baden-Württemberg zu sein, sondern die besten für Baden-Württemberg.“ 

Prof. Dr. Karl Lamprecht, Zeiss-Chef und Vorsitzender des Hochschulrats, bezeichnete Schneiders Amtsjahre als eine „Ära der Expansion“ und erinnerte an Neubauten wie Innovationszentrum, Explorhino, Aula, Zimate und ZTN. Schneider liebe Fakten, stellte Lamprecht fest – und er lieferte sie: Von 3500 auf 6000 ist die Zahl der Studierenden in zwölf Jahren gestiegen, die Beschäftigtenzahl von 305 auf 600. „Die gesamte Forschungsagenda der Hochschule Aalen ist hochgradig relevant für viele Firmen in der Region“, sagte er und sprach Riegela Mut zu: „Wir haben den Richtigen erwischt.“ 

Prof. Dr. Bastian Kaiser, der stellvertretend für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Land sprach, merkte augenzwinkernd an: Schneider habe die Randlage der Hochschule Aalen im Land bei Verhandlungen „geschickt instrumentalisiert“. Riegel stehe dieser Bonus nicht mehr zu. 

Prorektorin Prof. Dr. Anja Dieckmann führte humorvoll durch den Abend voller unterhaltsamer Einlagen. So leitete Prof. Dr. Markus Peter den Abend live mit Orgelmusik – zugeschaltet aus der Aalener Salvatorkirche – ein. In einem Scherzexperiment durften Schneider und Riegel Botschaften mit Laser gravieren, ein eigens produziertes Rap-Video mit dem urschwäbischen Titel „Dohanna“ lud zum Mitsingen ein und Dingsda-Kinder erklärten die Aufgaben eines Rektors: „Der lässt sich ab und zu Kaffee bringen.“

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