Haussanierungen: Aalen will Bauherren mehr Geld geben

+
Haussanierung Aalen
  • schließen

Die Stadt will den finanziellen Anreiz für Modernisierungen im Bestand erhöhen. Erstmals wird im Juni ein Sonderpreis Baukultur ausgelobt.

Aalen

Mehr Geld aus dem städtischen Fördertopf „Flächen gewinnen für Aalen“ sollen künftig all jene abrufen können, die ein Häusle im Bestand umbauen, sanieren und modernisieren. Erstmals soll es nun eine städtische Förderung geben für die Aufstockung von Dachgeschossen, wenn damit eine zusätzliche eigenständige Wohneinheit entsteht.

Zudem will die Stadt Aalen in 2022 erstmals einen Sonderpreis Baukultur ausloben für „besonders innovative, beispielhafte, ökologisch und gestalterisch ansprechende Projekte“, erläuterte Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle in der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses.

Hintergrund: Aalen verfolgt mit seinem Innenentwicklungsprogramm die Strategie des Flächensparens seit einigen Jahren ganz intensiv. Unter dem Motto „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ bietet die Stadt seit 2017 mit ihrem Förderprogramm „Flächen gewinnen für Aalen“ privaten Bauherren einen finanziellen Anreiz, in die umfassende Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden zu investieren. Wegen der allgemeinen Preissteigerungen im Bausektor sollen die Förderrichtlinien nun angepasst werden.

Höhere Förderungen: Laut Vorschlag der Stadt sollen die Förderobergrenzen bei umfassender Modernisierung einer Wohneinheit von 10 000 auf 12 000 Euro angehoben werden, bei zwei Wohneinheiten von 20 000 auf maximal 24 000 Euro. Weil die Stadt den Fokus noch deutlicher auf die ökologische nachhaltige Modernisierung legen will, schlägt sie vor, den Ökobonus von seither maximal 5000 Euro auf 7000 Euro zu erhöhen. Um Familien mit Kindern noch stärker zu unterstützen, soll die Kinderzulage von 1000 auf 2500 Euro angehoben werden.

Erstmals Fördergelder für den Ausbau von Dachgeschossen: Wie bei der umfassenden Modernisierung von Wohngebäuden soll die Förderung zehn Prozent der Nettoinvestitionskosten betragen, maximal 12 000 Euro für den Ausbau eines Dachgeschosses. Wenn dabei mehr als eine zusätzliche Wohneinheit geschaffen wird, können maximal 24 000 Euro abgerufen werden. „Grundvoraussetzung für die Förderung ist, dass eine komplett eigenständige und zusätzliche Wohneinheit entsteht“, betont die städtische Innenentwicklungsmanagerin Ann-Kathrin Schneele.

Sonderpreis Baukultur: Bewerben können sich laut Steidle alle privaten Bauherren, die nach dem 1. Januar 2012 eine umfassende Modernisierung im Bestand abgeschlossen haben. Dafür will die Stadt jährlich 20 000 Euro aus dem städtischen Innenentwicklungsfonds zur Verfügung stellen. Die Auslobung beginnt am 1. Juni dieses Jahres, Bewerbungsschluss ist der 31. Juli 2022. Insgesamt werden vier Preise im Wert zwischen 5000 und 2000 Euro vergeben, zusätzlich sechs Anerkennungen zu je 1000 Euro. Obendrauf gibt es zu jedem Preis jeweils vier Tageskarten für die Limesthermen Aalen.

Ausweitung der Fördergrenze: Künftig soll man Anträge für Immobilien aus den Baujahren bis 1980 (seither bis 1975) einreichen können.

Das sagen die Gemeinderäte: Allgemein viel Rückenwind gab es von den Mitgliedern des Bauausschusses für die vorgeschlagene Anpassung der Förderungen.

Michael Fleischer (Grüne) lobte diesen „außerordentlich wichtigen“ Anreiz der Stadt in ökonomischer und ökologischer Hinsicht. Um ein deutliches soziales Signal zu setzen und vor allem Familien mit Kindern zu unterstützen, beantragte er, den Kinderzuschuss statt auf 2500 Euro, auf 5000 Euro zu erhöhen.

Thomas Wagenblast (CDU) signalisierte, dass seine Fraktion voll hinter der Anpassung der Förderung stehe. „Auch die Erhöhung der Kinderumlage unterstützen wir“, knüpfte er an Michael Fleischers Antrag an. Allerdings bat er die Stadt um eine Hochrechnung, wie sich die Erhöhung auf 5000 Euro auf die gesamte Förderkulisse auswirken würde.

Andrea Hatam (SPD) sagte, dass ihre Fraktion mit dem Antrag Fleischers auf Erhöhung der Kinderumlage auf 5000 Euro mitgehe.

Claus Albrecht (FW) ist nicht einig mit der von der Stadt vorgeschlagenen Erhöhung der Innenentwicklungsumlage von 15 Euro pro Quadratmeter auf 20 Euro. Hintergrund: Das Förderprogramm speist sich unter anderem über eine Abgabe (Innenentwicklungsumlage), die Häuslebauer beim Kauf eines Neubaugrundstücks von der Stadt an dieselbe zu entrichten haben. Albrecht plädiert für eine differenzierte Erhöhung: maximal 20 Euro bei Mehrfamilienhäusern und und maximal 15 Euro bei Einzelhäusern.

Laut Christa Klink (Die Linke) müssten bei einer Erhöhung der Kinderumlage der Verhältnismäßigkeit auch Familien berücksichtigt werden, die keinen eigenen Wohnraum haben.

Bürgermeister Wolfgang Steidle sagte zu, den Antrag Fleischers und den Vorschlag Albrechts in die Gemeinderatsberatung am 19. Mai mit aufzunehmen.

Ansprechpartnerin für Förderanträge und Infos ist die Innenentwicklungsmanagerin Ann-Kathrin Schneele, E-Mail: innen@aalen.de

Für den Sonderpreis Baukultur kann sich jeder bewerben, der nach dem 1. 1. 2012 eine umfassende Modernisierung abgeschlossen hat.“

Wolfgang Steidle, Erster Bürgermeister
Ein Beispiel für eine umfassende und von der Stadt geförderte Haussanierung in Aalen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare