Heikle Ecken für Radler und Passanten

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Christine Class und Herbert Junginger sprechen für viele Bewohner vom Galgenberg: Sie sehen einigen Verbesserungsbedarf bei der Verkehrssituation für Radfahrer und Fußgänger im Bereich der Hochbrücke.
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Nach dem Ausbau der Hochbrücke und Einmündung Ziegelstraße: vieles neu, aber nicht alles gut - im Gegenteil, finden viele Bewohner des Galgenbergs. Sie zeigen die neuralgischen Punkte.

Aalen

Die neue Unterführung an der Hochbrücke und die neue Kreuzung an der Einmündung Ziegelstraße sind seit etlichen Wochen für den Verkehr freigegeben. Anwohner vom Galgenberg atmen auf, sehen aber an einigen Ecken deutlichen Verbesserungsbedarf, besonders für Fußgänger und Radfahrer. Diese Punkte monieren sie:

1. Alte Heidenheimer Straße/Einmündung Jahnstraße

1: Einmündung Jahnstraße: Schilder folgen, heißt es von der Stadt

Wer mit dem Fahrrad auf der Alten Heidenheimer Straße aus Richtung Unterkochen kommt und zum Bahnhof will, biegt am besten schon in Höhe Einmündung Jahnstraße an der neuen Fußgängerampel nach links ab, überquert die Straße und fährt auf dem Radweg entlang an der Samariterwerkstatt, unter der Hochbrücke hindurch. „Das findet kein Auswärtiger, das finden nur Ortskundige“, kritisiert Herbert Junginger. Er vermisst an dieser Stelle Hinweisschilder. Diese Forderung trifft bei der Stadtverwaltung auf offene Ohren: „Die Beschilderung an dieser Stelle wird auf Höhe der Hausnummer 29 wieder angebracht für Radfahrer und Fußgänger, so dass deutlich wird, wie die Wegeführung verläuft“, heißt es dazu auf SchwäPo-Anfrage aus dem Rathaus.

2. Neue Hochbrückenunterführung, Ostseite

2: Von rechts kommen, in den Tunnel einbiegen: Die Kurve ist eng.

Der Fuß- und Radweg, der von der Alten Heidenheimer Straße her kommt, ist verbreitert worden. Wer von dort die neue Unterführung nutzen will, muss scharf rechts abbiegen und an der Kettelerstraße eine enge 180-Grad-Kurve fahren, um in den neuen Tunnel Richtung Innenstadt zu gelangen. Eine gefährliche Stelle, findet Christine Class, die hier oft selber mit dem Rad unterwegs ist. „Gerade für ältere Radfahrer sind diese Kurven kaum zu schaffen. Warum hat man keinen direkten Radweg vom „Rauchfang“ her in den Tunnel geführt?“ Laut Stadtverwaltung war eine solche Lösung wegen der Topografie an der Stelle nicht möglich. Man empfehle den Radfahrern, die von der Alten Heidenheimer Straße kommen, die ebenerdige Route mit Querung über die neue Fußgängerampel am Samariterstift und dann unter der Hochbrücke hindurch zu nehmen.

3. Neue Unterführung, Westseite

3: Neuer Tunnel, Westseite: Achtung, Kollisionsgefahr!

Achtung, Kollisionsgefahr! Wer aus Richtung Osten, also bergab durch die Unterführung Richtung Neue Welt fährt, riskiert einen Zusammenstoß. Denn am Tunnelausgang trifft die Trasse auf den Rad- und Fußweg, auf dem die Radfahrer aus Richtung Bäckerei Eymann kommen. „Hier müsste mindestens ein Warnschild hin“, findet Christine Class. Laut Stadtverwaltung ist vorgesehen, kombinierte Radfahrer-/Fußgängerschilder am Eingang Unterführung Kettelerstraße und an der Abfahrt aus Richtung Bäckerei Eymann aufzustellen. Die Beschilderung werde auf Pollern angebracht, die die Zufahrt von Autos dann dort verhindern.

4. Einmündung Ziegelstraße

4: Christine Class und Herbert Junginger an der Einmündung Ziegelstraße. Fotos: Oliver Giers

Wer aus Richtung Alte Heidenheimer Straße/Hochbrücke mit dem Rad kommt, der wird an der Einmündung Ziegelstraße über einen neuen, rot markierten Fahrradstreifen nach rechts, den Berg hinauf, geleitet. „In der Ziegelstraße gibt es keinen Radweg, und der Fußweg ist zu viel schmal! So wird der Fahrradfahrer gezwungen, auf der engen Straße bergauf zu fahren“, schimpft Christine Class. Eine Zumutung, findet auch Herbert Junginger. Schließlich sei die Straße stark befahren und sogar Autobahnzubringer. Aus der Stadtverwaltung heißt es dazu, die Radwegeführung aus Richtung Alte Heidenheimer Straße zur Ziegelstraße sei langfristig anders geplant: nicht über die Hochbrücke, sondern rechts ab von der Alten Heidenheimer Straße über die Jahnstraße, links in Richtung Kettelerstraße, dann bergauf rechts in Richtung der ehemaligen Landeszentralbank und hinter diesem Gebäude links vorbei auf die Ziegelstraße.

Im Übrigen stehe die Sanierung der Ziegelstraße an. In diesem Zuge werde auch die Radwegeführung in der Ziegelstraße und weiter in Richtung Schafgärten geplant.

5. Alte Heidenheimer Straße

5: Warum fiel die frühere Fußgängerampel an dieser Stelle weg?, fragen viele.

Die Situation für Fußgänger hat sich mit dem Umbau des Einmündungsbereichs Ziegelstraße deutlich verschlechtert, sagen viele Anwohner des Galgenbergs. Bis zum Ausbau der Kreuzung gab es auf der Alten Heidenheimer Straße in Höhe der Druckerei Granelli eine Fußgängerampel. Dass sie ersatzlos weggefallen ist, findet Dr. Matthias Roesch grundfalsch und kreuzgefährlich. Er hat öfters schon beobachtet, dass Fußgänger Lücken im dichten Verkehr suchen und zwischen den Autos hindurch hasten, um über die viel befahrene Straße zu kommen. Er hat sich deshalb an die Stadt gewendet, aber dazu bisher keine Antwort bekommen.

6. Einmündung Galgenbergstraße

6: Einmündung Ziegelstraße in die Alte Heidenheimer Straße: An diese Stelle kommt ein Kreisel.

„Eine ganz schwierige Situation für alle Verkehrsteilnehmer“, konstatiert ein Anwohner vom Grünbaumareal, der nicht namentlich genannt werden will. Als Fußgänger oder Radfahrer dort an der Querungshilfe die Alte Heidenheimer Straße zu überqueren, sei wirklich heikel. „Die Autofahrer, die aus der Galgenbergstraße einbiegen, orientieren sich an den Spiegeln. Die erfassen aber die Fußgänger nicht“, schildert Class. Und die meisten Autofahrer, die auf diesem Teilstück der Alten Heidenheimer Straße stadtauswärts fahren, „sind zu schnell“, ergänzt Herbert Junginger. Zwar gelte in dem Abschnitt Tempo 30, dieses Schild aber sei weiter vorne an der Kreuzung, viel zu hoch an einem Masten angebracht und werde vermutlich deshalb oft übersehen.

Langfristig plant die Stadtverwaltung, den Einmündungsbereich der Galgenbergstraße in die Alte Heidenheimer Straße zu entschärfen: 2023/2024 soll dort ein Kreisel gebaut werden. Vor dem neuen Kreisel sei in Richtung Hochbrücke eine zusätzliche Querungshilfe vorgesehen.

Rund um die Hochbrücke: An diesen sechs Punkten zwischen Einmündung Jahnstraße und Einmündung Galgenbergstraße sehen viele Fußgänger und Radfahrer Verbesserungsbedarf. Grafik: rico

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