Hermann-Hesse-Schule: neuer Bildungsgang und Sanierung

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Die Hermann-Hesse-Schule auf dem Galgenberg möchte einen neuen Bildungsgang einrichten. Außerdem ist die Sanierung des Hauptgebäudes geplant.
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Das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) möchte sein Angebot erweitern. Außerdem sind Bauarbeiten geplant.

Aalen

Gleich zweimal war die Hermann-Hesse-Schule Thema in der vergangenen Ausschussrunde des Gemeinderats. Der Bildungsausschuss befasste sich mit einem neuen Förderschwerpunkt für die Schule. Im technischen Ausschuss ging es um die Sanierung.

Die Schule ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ), früher Förderschule genannt. Aus den Sitzungsunterlagen geht hervor, dass an der Schule die Förderschwerpunkte „Lernen“ und „emotionale und soziale Entwicklung“ eingerichtet sind.

Immer öfter komme es vor, dass Schülerinnen und Schüler, die Förderbedarf im Bereich emotionale und soziale Entwicklung gleichzeitig Lernschwierigkeiten hätten. Die Schule möchte den Förderschwerpunkt daher um den Bildungsgang „Lernen“ erweitern. In der Praxis erhielten Schülerinnen und Schüler, die den Bedarf haben, bereits Förderung in beiden Bereichen. Der Antrag auf den neuen Bildungsgang sei also die Legitimation für die gelebte Praxis.

Im Kultur, Bildungs- und Finanzausschuss (KBFA) fragte Inge Birkhold (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub), ob eine gesellschaftliche Veränderung hinter dieser Entwicklung steckt. Schulleiter Markus Zeller antwortete: „Die Stadt Aalen ist nicht die einzige Kommune mit dieser Entwicklung.“ Die Klientel der Kinder, die Bedarfe haben, verändere und vergrößere sich. Kinder hätten heute größere Chancen, als sie jede Generation zuvor hatte. Auf der einen Seite würden Entwicklungschancen gesucht und wahrgenommen. „Auf der anderen Seite gibt es Eltern, die die Chancen nicht sehen“, sagte Zeller. Die Konfrontation mit Bildung, das gemeinsame Erforschen der Welt werde schwieriger, finde nicht mehr statt. „Ein Stück weit passiert das Leben einfach in diesen Familien“, sagte Zeller. Auch die Digitalisierung und die Mediennutzung spielten eine Rolle. Ziel sei es, diese Familien schon in der frühkindlichen Entwicklung der Kinder zu begleiten.

Von allen Fraktionen und Gruppen im Gremium gab es Lob und Zustimmung für den neuen Bildungsgang und am Ende eine einstimmige Empfehlung an den Gemeinderat, das neue Konzept so umzusetzen.

Tags darauf beschäftigte sich der Ausschuss für Umwelt, Technik und Stadtentwicklung mit der Sanierung der Schule. Dass im Hauptgebäude ein Sanierungsstau angefallen sei, sagte Markus Haas vom Amt für Gebäudewirtschaft. 607 000 Euro will die Stadt Aalen nun in die Hand nehmen.

Zum Beispiel sollen die drei WC-Anlagen im Haupttreppenhaus West einschließlich der Rohrleitungen saniert werden. Ein Konrektorraum soll entstehen. Der Austausch von Fenstern und Sonnenschutz steht ebenfalls auf der Liste. Außerdem soll die Erweiterung der Schule geplant werden, die wegen der Ganztagesbetreuung nötig sei. Alle Fraktionen, die sich im Ausschuss äußerten, drückten Freude und Zustimmung für das Vorhaben aus. Das Gremium gab eine einstimmige Empfehlung an den Gemeinderat ab. Der Gemeinderat entscheidet zu beiden Themen, neuer Bildungsgang und Sanierung, am Donnerstag, 19. Mai.

Die Klientel der Kinder, die Bedarfe haben, verändert und vergrößert sich.“

Markus Zeller, Rektor Hermann-Hesse-Schule

Was ein SBBZ leistet

Wenn Schülerinnen und Schüler mit Behinderung und einem festgestellten Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot in Baden-Württemberg nicht auf eine allgemeine Schule gehen, besuchen sie ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ). Die SBBZ bieten verschiedene Förderschwerpunkten an. Sie unterstützen außerdem die allgemeinen Schulen bei der sonderpädagogischen Bildung.

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