Herr S. im Sportwagenglück

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Das Hypercar ist angekommen. Jetzt können die Touren über die Ostalb starten.
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Einer von weltweit knapp 1000 Ford-GT-Rennwagen ist bald auf den Straßen der Ostalb unterwegs. Wie viele PS das Fahrzeug hat und was der Besitzer plant.

Aalen

Thorsten S. hat sich ein neues Auto gekauft. Das wäre noch keine Nachricht. Aber, was jetzt kommt, schon: Es ist der neue Ford GT, eines von knapp 1000 limitierten Exemplaren weltweit. Der Rennwagen mit Straßenzulassung beschleunigt von 0 auf 100 in unter drei Sekunden, hat einen 3,5-l-EcoBoost-V6-Motor, knapp 700 PS und mit einem Chassis aus Carbon sowie Leichtbau-Aluminiumrahmen wiegt er nur 1350 Kilo. Und sein Wert ist siebenstellig.

"Stolzer Besitzer" – das ist noch untertrieben für Thorsten S. und seine Gefühlslage. Der Sportwagenbegeisterte aus dem Aalener Raum hat sein in Kanada gefertigtes Prachtstück kurz vor Weihnachten erhalten: Als europaweit erster in dieser Tranche. "Ich bin überglücklich", schwärmt er.

Bereits 2015 hatte er sich über das Internet bei der US-Firma Ford beworben. Die Auswahl, wer das streng limitierte Fahrzeug bekommt, traf letztlich Henry Ford III., Ururenkel des Autopioniers, selbst. Wer sonst noch den Zuschlag erhalten hat? Der Chef von Mc Donald's, ein Mitglied der Swarowski-Familie, ein österreichischer Formel-1-Rennfahrer, ein berühmter Schönheitschirurg … und eben Thorsten S. "Mir kam zugute, dass ich Sportwagen-Events und Ausfahrten organisiere", sagt der Mittvierziger.

Dass es nun satte fünf Jahre dauerte, bis der Bolide auf der Ostalb ankam, liegt daran, dass zwischenzeitlich eine neue EU-Norm aufkam: Ford stoppte die Auslieferung nach Europa, nachdem bereits zehn Autos in Deutschland angekommen waren.

Mir kam zugute, dass ich Sportwagen-Events und Ausfahrten organisiere.

Thorsten S. Rennwagenbesitzer

Nun, nachdem die Norm erfüllt werden kann, hat S. das sogenannte Hypercar als elfter in deutschen Landen erhalten. Ein eigener Concierge von Ford steht S. und alle anderen Besitzern im deutschsprachigen Raum betreuend zur Seite. Ohne die derzeitige Pandemie-Situation wäre auch ein Experte vorbeigekommen, der das Fahrzeug und seine Fahrweise in allen Details erklärt.

Aber S. hat Spaß daran, sich selbst schlauzumachen. Seine Begeisterung kennt keine Grenzen: "Es ist einfach ein zeitlos schönes Design", sagt er und erzählt von der Geschichte des Ford GT. Von 1966 bis 1969 fuhr Ford mit dem Vorgängermodell GT 40 viermal in Folge den Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans ein. 2019 thematisierte der Kinofilm "Ford v Ferrari" die legendären Rennen. Mit dem neuen Modell gelang Ford gleich im Jahr 2016 wieder ein Sieg in Le Mans.

Wie seinen Freunden in der Sportwagenszene geht es S. nicht ums Rasen und Protzen, sondern um ein faszinierendes Hobby. Natürlich wird der Wagen zugelassen. Zwar fuhr er bislang Porsche, aber ein Hypercar in dieser Größen- und Preisklasse ist auch für den Enthusiasten neu. Er sieht den Ford GT aber auch als ein gutes Investment, ähnlich einer Immobilie. In US-Auktionshäusern, so hat S. recherchiert, kommen Fahrzeuge dieser Klasse für umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro unter den Hammer.

Ist das der Gipfel des Autoglücks? Wer weiß. S. wird neuerdings zu Events exklusiver Sportwagenhersteller eingeladen, deren Modelle einige Millionen kosten. "Der Traum, das irgendwann noch zu steigern, ist vielleicht schon da", sagt er vorsichtig. Ob er das Auto irgendwann einmal verkauft oder es seinem Sohn vererbt, weiß er noch nicht. Zunächst einmal will er es fahren und sich daran erfreuen. Möglicherweise, so viel deutet er an, können es auch Sportwagenfans von der Ostalb demnächst öffentlich bestaunen.

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