Hier tauchen Urgiganten auf

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Landschaftsgärtner Kurt Gläss packt einen Fischsaurier am Schwanz. Phantasiebegabte entdecken in den zwei Wasserflächen am Spritzenhausplatz das Urmeer.
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Landschaftsgärtner Kurt Gläss dreht auf dem Aalener Spritzenhausplatz die Uhr um 250 Millionen Jahre zurück.

Aalen

Feiner, weißer Wüstensand wie in der Sahara und ein riesiges Meer in spiegelndem Türkis mit leuchtenden Korallenriffen. Dazu ein Klima wie in den Tropen. Die Aalener hätten damals auf ihrem Landstrich sicher noch viel mehr geschwitzt als im aktuellen Hitzesommer in der City. Hätten. Denn damals, vor etwa 252 Millionen Jahren, als die Erdmittelzeit begann, gab es weit und breit noch keine Menschenseele.

Wer ein bisschen Phantasie mitbringt, kann auf dem Aalener Spritzenhausplatz erahnen, was damals, in der Urzeit, hier so alles abging. Denn im Rahmen der Sommeraktion "Aalen City blüht - urzeitlich" hat Landschaftsgärtner Kurz Gläss eine Urzeit-Landschaft wie in einer Glaskugel modelliert. Mit Wasserflächen, aus denen zwei gigantische Fischsaurier aus Pappe auftauchen. Die echten, normalerweise zwei bis drei Meter langen Exemplare, hätten das freilich nie getan. Denn sie waren vollständig an das Leben im Meer angepasst.

Von Anfang an – ab der ersten Sommeraktion 1998 – ist Gläss regelmäßig dabei und bekannt für seine kreativen Ideen, die in den zurückliegenden Sommern bei den Besuchern der City schon für viele "Ahs" und "Ohs" gesorgt haben. "Diesmal aber war es eine riesige Herausforderung", bekennt der Garten- und Landschaftsbauer. Monatelang habe er mit sich und der Frage gerungen: "Was zaubere ich da aus dem Ärmel?" Zumal er großen Wert darauf legt, dass die Innenstadtbesucher gleich auf den ersten Blick erkennen, worum es geht. "Beim Märchen-Thema war das einfach. Und auch beim Thema Italien", erinnert er sich. Doch in der Urzeit spielten bunte Blumen nun mal eine ziemlich untergeordnete – bis gar keine Rolle.

So auch beim Urmeer mit Fischsauriern auf dem Spritzenhausplatz. Lavendel und Salbei am Rande der beiden Wasserflächen tragen das "Blau" des Wassers weiter.

Das war diesmal eine riesige Herausforderung.

Kurt Gläss Landschaftsgärtner

Das alles liegt im großen Schatten eines etwa neun Meter hohen, etwa 45 Jahre alten Mammutbaumes. Den hat Gläss im Jahr 2000 erworben, und für die Zeit der Sommeraktion auf den Spritzenhausplatz "verpflanzt". Doch selbst der nadelige Riese und Nachfahre seiner Ahnen aus der Urzeit, benötigt aktuell Hilfe gegen die sommerliche Hitze und Trockenheit. "Bis vor Kurzem mussten wir eine Seite des Baumes mit einer großen Plane abdecken und so gegen die gleißende Sonne schützen", erzählt Gläss. Denn hier, auf dem windgeschützten Spritzenhausplatz, sei das Quecksilber in den vergangenen Tagen schon mal auf rekordverdächtige knapp 50 Grad gestiegen. Über mehrere Tage hinweg wurde der Wurzelballen des Mammutbaumes permanent mit Wasser aus einem Gartenschlauch getränkt. Trotzdem trägt er stellenweise braune Nadeln als Zeichen, dass er das Experiment nicht ganz unbeschadet überstehen wird.

Umso mehr freut sich Kurt Gläss darüber, dass sein feiner Sandstrand gerne von spielenden Kindern angenommen wird. Indes: Eine Abkühlung im Wasser ist nicht erlaubt. "Zu glitschig", warnt Gläss und verweist auf die Warnschilder am Rande: "Eltern haften für ihre Kinder."

Die Sommeraktion "Aalen City blüht - urzeitlich" läuft noch bis zum 26. August.

Neun Meter hoch ist dieser Mammutbaum.
Das "Urmeer" der Fischsaurier ist blau eingefasst von Salbei und Lavendel.

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