Hilfe aus Aalen für Nepal

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Junge Männer werden in der Werkstatt zu Schweißern ausgebildet. Wegen des coronabedingten Lockdowns war der Betrieb allerdings bis Februar unterbrochen.
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Auch Projekte des Vereins „Zukunft für Nepal Ostwürttemberg“ wurden durch die Pandemie ausgebremst. Weitere Vorhaben werden trotzdem aufgegleist.

Aalen

Die Corona-Pandemie hat Nepal im Würgegriff. Dritter Lockdown, die indische Mutante des Virus verbreitet sich rasant. Auch Schul- und Ausbildungsprojekte des in Aalen gegründeten Vereins „Zukunft für Nepal Ostwürttemberg“ vor Ort sind in ihrer Arbeit teilweise ausgebremst. „Wir hatten mit einer Ausbildung von 20 Jugendlichen zum Schweißer begonnen, die ist wegen des Lockdown seit April vergangenen Jahres unterbrochen“, so die Vereinsvorsitzende Petra Pachner. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, steht in den Sternen.

Erfolgreich abgeschlossen: Die Ausbildungswerkstatt nahe Dhading – etwa 25 Kilometer entfernt von Kathmandu – steht, auch das Wohnheim auf dem Gelände ist inzwischen fertiggestellt. Es bietet den 20 angehenden Schweißern ein Dach über dem Kopf und hat Platz für weitere 20 Jugendliche.

Im Bau: Auf dem Areal errichtet der Verein in Zusammenarbeit mit der Stiftung Sheshkant-Foundation, dem nepalesischen Partner vor Ort, zurzeit ein Schulzentrum. Bis zu 600 Jungen und Mädchen aus den umliegenden Bergdörfern sollen dort unterrichtet werden – allgemeine Schulausbildung bis Klasse 8 für den größeren Teil, andere sollen dort das theoretische Rüstzeug bekommen für eine Ausbildung als Schweißer, Zerspanungsmechaniker, Schreiner und Zimmermann.

Trotz Corona gehen die Arbeiten weiter, nach einem strengen Hygienekonzept. Petra Pachner: „Wenn wir den Bau stoppen und keine Löhne mehr zahlen würden, hätten die Menschen nichts zu essen und kein Brennmaterial.“

Neues Projekt: Betoniert wird zurzeit eine 15 mal 20 Meter große Bodenplatte; Fundament für eine weitere Werkhalle. Die vorgefertigten Segmente der Halle sowie Holzbearbeitungsmaschinen spendet eine Fachwerkhaus-Firma aus dem niedersächsischen Winsen/Luhe. In Containern verpackt reisen sie demnächst per Schiff und weiter auf dem Landweg via Indien ins nepalesische Dhading. Voraussichtlich im März 2022 kann der Aufbau beginnen. Das Ziel des Projekts: mit deutschem Fachwerkbau-Know-how junge Leute in Nepal anleiten, erdbebensichere Häuser in ihrem Land zu bauen. Ein junger Nepalese wird gerade in der Firma zum Zimmermann ausgebildet. „Unser Leitmotiv ist hier, wie auch bei unseren anderen Projekten, Hilfe zur Selbsthilfe“, beschreibt Petra Pachner das Konzept.

Corona-Hilfe: Im vergangenen Jahr konzentrierte sich der Verein mit seinen Partnern vor Ort vornehmlich auf Beschaffung und Verteilung von Lebensmittelspenden. Aktuell fehle es in den Krankenhäusern dramatisch an Sauerstoff, berichtet Petra Pachner aus Gesprächen mit Kontaktleuten vor Ort. Die Menschen würden ihre coronakranken Angehörigen teilweise in tagelangen Fußmärschen in die Klinik tragen. „Und dann sterben sie vor dem Krankenhaus, weil kein Sauerstoff da ist.“

Unser Leitmotiv ist Hilfe zur Selbsthilfe.“

Petra Pachner, Vereinsvorsitzende

Komplette Anlagen zur Sauerstoffherstellung, so Pachner, kosteten zigtausende Euro und hätten monatelange Lieferzeiten. Deshalb hat ich der Verein entschlossen, kleinere sogenannte Sauerstoffverdichter anzuschaffen und zu spenden. Die Kleingeräte bereiten Sauerstoff aus der Luft auf und geben sie über eine Maske an den Patienten ab.

325 Euro kostet ein solches Gerät, je eines für einen Kranken. Dafür sammelt der Verein nun Spenden. Petra Pachner: „Und wenn wir damit nur 50 Menschen retten, dann sind das 50, die weiterleben können.“

Gut zu wissen: „Zukunft für Nepal Ostwürttemberg“

Der Verein Zukunft für Nepal Ostwürttemberg ist seit mehr als zehn Jahren in Nepal aktiv. Gemeinsam mit einer eigens gegründeten Stiftung in Nepal baut und betreibt der Verein ein Bildungszentrum mit allgemeinbildender Schule, beruflicher Schule und Ausbildungswerkstätten.

Spendenkonto: Kreissparkasse Ostalb, Verein Zukunft für Nepal Ostwürttemberg. IBAN: DE19 614 500 50 1000 900 642.
BIC: OASPDE6AXXX

Die erste Ausbildungs- und Lehrwerkstatt ist fertig, das Schulgebäude noch im Bau.
In diesen Containern kamen die ersten Maschinen an, gespendet von der Firma Voith.
Schweißer
Schweißer
Ausbildungswerkstatt von hinten

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