Hoch gelobtes Schwabenkabarett für guten Zweck

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Im Auftrag des Lions-Clubs KOcher-Jagst forderten Werner Koczwara (l.) und Ernst Mantel mit ihrem hintersinnigen Humor das Publikum gnadenlos zum Lachen heraus.
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Benefizabend mit Werner Koczwara und Ernst Mantel.

Aalen. Werner Koczwara und Ernst Mantel kennt man. Beide machen ihre Soloprogramme. Aber manchmal, wenn es gar nicht mehr anders geht, wenn einer alleine nicht reicht, um all die Ideen rauszuhauen, dann treten sie zusammen auf und fordern ihr Publikum gnadenlos heraus – als „Vereinigtes Lachwerk Süd“.

Beide sind ein Garant für beste Unterhaltung und hintersinnigen, schwäbischen Humor. Zusammen sind sie ein Bollwerk mit dem Hang, sich und ihre Landsleute zu karikieren, Vorurteile zu unterstreichen und ihre Mundart als einzig wahre zu propagieren.

Sowohl, was ihre Lieder, als auch ihre Geschichten anbelangt, konnten sie sich am Sonntagabend in der Cafeteria des Aalener Berufsschulzentrums bei den rund 300 Zuhörerinnen und Zuhörern auf ein Publikum verlassen, das von Anfang an auf ihrer Seite war.

„Lachen für einen guten Zweck“, so die Vorgabe des Lionsclubs Aalen Kocher-Jagst war für die beiden Meister des schwäbischen Humors als Vorlage kein Problem. Wohl keiner im Saal, der sich nicht bei den vor Wortwitz und weltmännischem Weitblick strotzenden Vorzeigeschwaben das Lachen verkneifen kann.

„Das Geld, das an dem Abend eingenommen wird, fließt in fünf Spendenprojekte“, sagte der Präsident des Lionsclub, Jürgen Abele, vor dem Auftritt.

Welthits, die eigentlich schwäbischen Ursprungs sind und lediglich von Künstlern gecovert wurden, die damit Berühmtheit erlangten, ziehen sich durch den Abend wie ein roter Faden. Klar, nimmt man den Beiden natürlich ab. Denn „Blue SpanishEyes“ hieß vorher „Du schwätzt'n Scheiß“ und „Fever“ ist abgeleitet vom Song „Biber“, der sehnlichst herbeigesehnt wird, weil ein Baum im Weg ist, den man nicht umhauen darf. Blödeleien aml aufenden Band und zwei gut gelaunte Kabarettisten, die wissen, was das Publikum braucht.

Fallobst, auch verfault, habe man früher gegessen, weil es nichts anderes gab, erinnert sich Werner Koczwara. Heute wäre man damit ein radikaler Veganer. Und was heute die Jugend auf dem Großbildschirm schaut, habe man früher heimlich durchs Schlüsselloch gesehen, sinniert der Gmünder Künstler.

Ernst Mantel singt eine Ode an die „Schwarzwurscht“ und stellt gemeinsam mit Koczwara fest, dass kein Horrorfilm schlimmer sein kann als Werbung von „Seitenbacher“.

Es kommt keine Langeweile auf, im Gegenteil.Ob als Solointerpret oder im Duett – ständig werden die Zuhörer gefordert. Und instrumental haben die beiden auch eine ganze Menge zu bieten, wie der Verlauf des Abends zeigt.

Da bleibt es dann auch nicht aus, dass bei der Ankündigung des letzten Liedes die Rufe nach einer Zugabe laut werden. Versteht sich von selbst, man spart sich sogar den Abgang zuvor von der Bühne. Schließlich ist man Schwabe.

Und dann rocken Mantel und Koczwara zum Schluss, was das Zeug hält. Natürlich wieder ein Hit, der „aus dem Schwäbischen geklaut“ wurde. Rammsteins „Ich bin froh, dass ich kein Engel bin“ hieß vorher, und das macht das Vereinigte Lachwerk Süd durch seinen Bühnenauftritt mehr als deutlich: „Ich bin froh dass ich ein Schwabe bin“. Was bleibt da noch zu sagen?!

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