Höhenrettung von der Salvatorkirche

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Höhenrettung der Malteser: Der Einsatzort, Turm der Salvatorkirche, befindet sich in 30 Metern Höhe.

Die Mitglieder der Malteser-Höhenrettungsgruppe müssen körperlich fit, teamfähig und schwindelfrei sein.

Aalen

Bei den Sanierungsarbeiten am eingerüsteten Turm der Salvatorkirche ist ein Arbeiter in 40 Metern Höhe abgestürzt. Er liegt auf 30 Meter Höhe auf dem Gerüst, blutet stark, sein Bein ist gebrochen. So weit das Szenario der Malteser-Höhenrettungsgruppe bei ihrer monatlichen Übung.

„Wir werden gerufen, wenn die Feuerwehr mit der Drehleiter nicht mehr herankommt, also mehr als 30 Meter. Und wenn es eng zugeht, wie hier auf dem Gerüst“, erklärt Christian Göttlicher, Leiter der Höhenrettung Aalen.

Das Gerüst am Kirchturm der Kirche ist eine willkommene Gelegenheit, um einen solchen Fall zu üben. Zwölf der 17 ehrenamtlichen Mitglieder der Gruppe sind zur Übung gekommen.

Vier Mann fahren mit dem nötigen Material im Bauaufzug hinauf zum Verletzten. Sie haben Verbandszeug dabei, Abseilgeräte, Karabinerhaken und Seile, wie man sie vom Bergsteigen kennt, und eine „Roll-Up-Trage“, die in einem größeren Rucksack untergebracht ist. Sie versteift sich eigenständig, wenn sie ausgepackt wird.

Unter der Leitung von Luis Orihuela beginnen die vier auf dem engen Gerüst, den Verletzten zu versorgen, stoppen die Blutung, schienen den Bruch und untersuchen, ob er weitere Verletzungen hat. Das „Opfer“ heißt Felix Kienle und ist Mitglied der Feuerwehr.

Unten erklärt der Leiter die Verfahrensweisen im Notfall. „Wir werden entweder sofort nach dem Notruf über die Rettungsleitstelle alarmiert, wenn absehbar ist, dass man uns braucht, oder im Bedarfsfall von den Rettungskräften vor Ort gerufen“, sagt er. Mit mindestens zwei Fahrzeugen, einem umgebauten Rettungswagen mit dem Material, und einem weiteren Fahrzeug mit Zusatzgeräten wie Lampen und Stromkabel geht es dann zum Unfallort.

Werden mehr Kräfte benötigt, stehen weitere Fahrzeuge am Standort in Attenhofen zur Verfügung. „Wir machen keinen Patiententransport“, ergänzt Bernd Schiele, Leiter der Einsatzdienste der Malteser. Alle Mitglieder der Gruppe sind mindestens ausgebildete Einsatzsanitäter, teilweise Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter.

Inzwischen ist oben am Turm der Verletzte „transportfähig“, liegt festgeschnallt auf der Trage. Die wird mit Seilen, Karabinern und Bremssicherung an den Abseilgeräten befestigt, mit zwei verschiedenen Systemen zur Absicherung, und in Begleitung von Florian Lowack außerhalb des Gerüsts langsam abgelassen.

Die Versorgung geht auf dem Weg nach unten weiter

Lowack kann im Notfall den Patienten auf dem Weg nach unten versorgen. Das ist nichts für Menschen mit Höhenangst. Unten nehmen zwei Retter die beiden in Empfang und übergeben den Patienten dem Notarzt. Kienle wurde zum ersten Mal so abgeseilt: „Es war ungewohnt, aber irgendwie cool“.

„Unsere Mitglieder müssen körperlich fit sein – denn nicht immer geht’s mit dem Aufzug hoch-, mindestens Einsatzsanitäter und vor allem teamfähig“, sagt Göttlich. „Und natürlich höhentauglich“, ergänzt er. Die Ausbildung machen die Malteser selbst, rund 80 Stunden technische Grundausbildung, alle 14 Tage eine abendliche Übung. Insgesamt 78 Stunden im Jahr. Die Höhenretter steigen auf Windkraftanlagen, Industrieanlagen, Hochregallager oder auch in Felsspalten. Schwieriges Gelände eben. „Aber immer mit anderen wie Feuerwehr oder Bergwacht, wenn das angesagt ist“, sagt Christian Göttlich.

Nach zwei Durchgängen zeigt sich Göttlich mit der Leistung seiner Truppe zufrieden.

Der Planer der Sanierungsarbeiten, Architekt Patrick Duttlinger, sagt: „Es ist beeindruckend und für uns auch erleichternd zu sehen, dass im Notfall eine solch gut ausgebildete Truppe zur Rettung da ist. Auch wenn man sich wünscht, sie nicht zu brauchen. “

Wir werden gerufen, wenn die Feuerwehr mit der Drehleiter nicht mehr herankommt.“

Christian Göttlich, Leiter der Höhenrettung Aalen

Einige Informationen über die Höhenrettung

Organisation: Die Gruppe der Malteser Aalen besteht aus 17 ehrenamtlichen Mitgliedern, alle ausgebildete Einsatz-, Rettungs- oder Notfallsanitäter.

Ausbildung: 80 Stunden Grundausbildung, 74 Übungsstunden pro Jahr in Theorie und Praxis seiltechnischer Rettung und Notfallmedizin.

Einsatzorte: Rettung aus Höhen und Tiefen im urbanen Umfeld. Das sind hohe Bauten, Bürotürme, Industrieanlagen, Windkraftanlagen, Baustellen, Seilbahnen über 30 Meter (von der Feuerwehr nicht mehr erreichbar). Rettung von stark übergewichtigen Personen und Beratung von Einsatzleitern anderer Organisationen.

Höhenrettung auf dem Turm der Salvatorkirche: Der Verletzte wird auf einer „Roll-Up-Trage“ fixiert und mit Abseilgeräten langsam nach unten gelassen. Ein Höhenretter begleitet ihn dabei.

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