Höherer Zuschuss für Kita Weilernest schlägt Wellen

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Das Projekt soll noch 2021 begonnen werden.
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Wen die Gemeinderäte für die Verteuerung der geplanten Sanierung in der Verantwortung sehen.

Aalen. Dass die Sanierung der Kita Weilernest teurer wird als 2019 prognostiziert, hat im Ausschuss für Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA) hohe Wellen geschlagen. Erstens, weil sich damit auch der städtische finanzielle Zuschuss erhöht. Zweitens, weil die Räte den Träger, also die evangelische Kirchengemeinde, in der Verantwortung sehen. Denn diese hatte andere Prioritäten gesetzt und die Sanierung von Kita und Gemeindesaal geschoben. Jetzt soll das Projekt mit „hoher Dringlichkeit“ noch 2021 begonnen werden.

Die Kostensteigerung: Im Herbst 2019 war man laut Kostenberechnung für Kita und Martin-Luther-Saal von Gesamtkosten in Höhe von 756 000 Euro ausgegangen. Die aktuelle Kostenberechnung liegt bei rund 974 300 Euro. Rund 842 000 Euro entfallen auf die Kita, etwa 132 000 Euro auf den Gemeindesaal.

Was die Stadt zahlen muss: Gemäß des Kita-Vertrags zwischen Stadt und der evangelischen Kirchengemeinde Unterrombach-Hofherrnweiler erhält die Kirchengemeinde für die Sanierung der Kita einen städtischen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent der durch sonstige öffentliche Zuschüsse nicht gedeckten Kosten. Das, so Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann, bedeute in diesem Fall, dass die Stadt nun 543 250 Euro zuschießen muss. Das sind 151 733 Euro mehr, als ursprünglich berechnet. Für den Gemeindesaal liegt der städtische Zuschuss bei maximal 6500 Euro, das sind fünf Prozent der förderfähigen Kosten.

Das sagen die Gemeinderäte: Als Erster meldete sich Thomas Rühl (Freie Wähler) zu Wort: „Wir stehen zu dem Ursprungsbeschluss von 2019, aber die Baukostensteigerung tragen wir nicht mit!“ Dass die Kirchengemeinde die Sanierung aus Prioritätsgründen verschoben habe, solle nicht zulasten der Stadt gehen. Auch die Grünen (Doris Klein) hatten ein Problem mit der Beschlussvorlage. „Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass im Nachgang der von den kirchlichen Trägern vorgelegten Anträge Kostensteigerungen entstehen, die vermeidbar wären.“ Die Stadtverwaltung, so Klein, müsse diese Anträge besser prüfen und den Sanierungsstau vor Ort untersuchen. Sie forderte „mehr Ehrlichkeit“ bei der Formulierung der Anträge. Inge Birkhold (CDU) pflichtete ihr bei: „Es ist schon auffällig, dass sich das bei fast allen Kitas durchzieht.“ Wie Timo Lorenz (SPD) bat sie um realistischere Ansätze bei den Anträgen.

Das sagt der Bürgermeister: „Aus dem Vertrag, 70 Prozent der förderfähigen Kosten zu übernehmen, werden wir nicht rauskommen“, meinte Ehrmann an Rühl gewandt. Indes musste er eingestehen, dass die Kommunikation mit den Bauträgern wegen Personalmangels in der Gebäudewirtschaft nicht so stattgefunden hat, wie sie hätte sollen. „Doch inzwischen sind wir besser aufgestellt.“

Die Abstimmung: Am Ende bewilligten die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses mehrheitlich die Zuschusserhöhung bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Ulrike Wilpert

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