Hoffen auf den Impf-Turbo im Kreis

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Dezentrale Impfungen in den Ostalb-Gemeinden, Hausärzte in den Startlöchern und mehr Biontech-Impfstoff für die Warteliste – das Tempo der Corona-Impfungen soll anziehen.

Aalen

Zusätzlich zu den Impfungen im Kreisimpfzentrum starten kommende Woche auch dezentrale Impfungen für Menschen ab 80 Jahren in den Gemeinden im Ostalbkreis. Los geht es am Donnerstag, 11. März, in den Gemeinden Mutlangen, Durlangen, Ruppertshofen, Spraitbach, Täferrot und der Stadt Lorch. "Damit können wir den Seniorinnen und Senioren über 80 in den weiter vom Aalener Kreisimpfzentrum entfernten Städten und Gemeinden bis Anfang April ein Impfangebot machen", sagt Landrat Dr. Joachim Bläse. Baden-Württemberg versucht, den Turbo einzulegen. Denn: Impfstoff ist da und kommt bislang nicht schnell genug in die Fläche. Das zeigen aktuelle Zahlen.

Demnach hat das Ländle bis Dienstag, 2. März, insgesamt fast 1,4 Millionen Impfdosen erhalten. Davon wurden allerdings bislang nur 913 000 verimpft. Das heißt, fast eine halbe Million Dosen sind auf Lager. Viel zu viele. Rund 300 000 benötigt man aktuell für noch ausstehende Zweitimpfungen, dann wären noch immer fast 200 000 zu viel auf Lager. Und nicht zu vergessen: Weitere Lieferungen kommen ja jede Woche dazu.

Das Sozialministerium hat am Freitag angekündigt, dass zusätzlich zu den geplanten Lieferungen 52 000 Impfdosen von Biontech/Pfizer noch im März in Baden-Württemberg eintreffen. Diese sollen vor allem dafür genutzt werden, die Warteliste schneller abzuarbeiten, informiert Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Aktuell stehen noch rund 76 600 Menschen über 80 Jahren auf der Warteliste. Rund 120 000 Menschen haben sich auf der Liste registriert. Davon konnten rund 45 000 mit Terminen versorgt werden.

Etwas mehr Impfungen im Ostalbkreis

Im Ostalbkreis hat sich im Vergleich zur Vorwoche das Impftempo ganz leicht gesteigert. In der Summe kamen 0,6 Prozent Erst- oder Zweitgeimpfte Menschen dazu – in der Vorwoche waren es 0,5 Prozent. Den Anstieg machen die Erstimpfungen aus, das Tempo der Zweitimpfungen hat leicht nachgelassen.

Außerdem soll es ab Montag in fast allen Landkreisen eine Hausarzt-Praxis geben, die ebenfalls Corona-Impfungen anbietet. Mit dem Pilotprojekt will sich das Land auf die flächendeckenden Impfungen in den Praxen vorbereiten.

Allerdings: Der Pandemiebeauftragte Dr. Manuel Kieninger geht nicht davon, dass eine Ostalb-Praxis beim Pilotprojekt mitmacht. Die Anfrage sei relativ kurzfristig gekommen. Das Computersystem müsse für die täglichen Impfmeldungen an das Robert Koch-Institut umgestellt werden, insgesamt sei der Aufwand für lediglich etwa zehn Impfdosen pro Tag – pro Woche erhalten die Pilotpraxen etwa 54 Dosen – recht hoch. Auch sein Gmünder Pandemie-Kollege Dr. Berthold Schuler habe deshalb abgelehnt.

Insgesamt begrüßt Kieninger allerdings, wenn die Hausarztpraxen mit genügend Impfstoff eingebunden werden. "Am besten auch mit praktikablem Impfstoff", sagt Kieninger. Biontech sei durch die hohen Anforderungen an die Kühlung eher für das Kreisimpfzentrum geeignet. Kieninger könne sich auch vorstellen, bei entsprechend großer Impfmenge auch ein "Impfzentrum 2" in der Unterkochener Turnhalle zu betreiben.

Ärztin Dr. Sandra Esber-Schimmel, die mit ihrem Bruder in Essingen eine Corona-Schwerpunktpraxis betreibt, begrüßt den Ansatz. "Sobald die Kreisimpfzentren ausgelastet sind, sollen die Hausärzte mitimpfen", sagt sie. Am besten so schnell wie möglich. Aktuell sei dies eine große Ressource, die man liegen lasse.

Diese Kommunen sind bald dran

Bereits in den Wochen vom 15. und 22. März können in Teilen von Schwäbisch Gmünd, in Bopfingen, Kirchheim, Riesbürg, in Neresheim und in Stödtlen und Wört weitere Impftermine stattfinden, informiert das Landratsamt. Neben den mobilen Impfteams des Zentralen Impfzentrums des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart werden auch Impfteams aus dem Aalener Impfzentrum im Einsatz sein. Für die Woche vom 29. März eingeplant sind Waldstetten, Ellenberg, Rosenberg und Jagstzell, Gschwend sowie Unterschneidheim und Tannhausen. Die Bürgermeisterämter werden alle impfberechtigten Über-80-Jährigen rechtzeitig anschreiben und das Interesse an einer Impfung abfragen, um fixe Termine zu vergeben, so das Landratsamt. "Alle anderen Kommunen werden zu gegebener Zeit folgen, dort werden die Bürgermeisterämter momentan aber noch keine Abfrage bei den Bürgerinnen und Bürgern starten", erklärt Bläse. Wer dort wohne, profitiere indirekt von frei werdenden Kapazitäten im Kreisimpfzentrum. Allerdings liegt dieser Zeitung ein Schreiben von Heubachs Bürgermeister Frederick Brütting vor, indem entgegen Bläses Aussage die ältesten Einwohner bereits mit einem Formular angeschrieben und um Antwort gebeten werden. Allerdings heißt es auch in dem Brief, dass es noch keinen genauen Termin für Heubach gebe. Impfort soll die Stadthalle Heubach sein.

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