Hubertus Heil in Aalen: Heiße Phase im Wahlkampf beginnt

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SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier begleitet Hubertus Heil auf den Rathausvorplatz in Aalen. Der Bundesarbeitsminister hat dort am Donnerstagabend eine Rede gehalten.
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Der SPD-Arbeitsminister spricht auf dem Marktplatz über Kurzarbeit, Bürgerversicherung und Grundrente.

Aalen

Als „besten Minister“ kündigt ihn SPD-Kreisvorsitzende Sonja Elser an. „In der Pandemie ein Glücksfall für uns alle“, sagt SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier über ihn. Vor rund 300 Zuhörerinnen und Zuhörern hat Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Donnerstagabend auf dem Marktplatz in Aalen gesprochen und die heiße Phase im Bundestagswahlkampf in der Region eingeläutet.

Nicht alle waren ihm so wohlgesonnen wie die beiden Parteifreundinnen. Eine kleine Gruppe mit roten Clownsnasen hielt Plakate hoch und rief bei seiner Rede halblaut dazwischen. Die Clowns wollten nicht glauben, dass Heil eine Corona-Station besucht und dort kranke Menschen gesehen hat. Als er aufrief „Lassen Sie sich impfen!“, beschloss die Gruppe, zu gehen. Die Coronapandemie sei, so Heil weiter, nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern auch eine Wirtschaftskrise. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen“, versprach er. Die Kurzarbeit sei ein Instrument, Arbeitsplätze zu sichern. Das sei teuer. Heil sprach von 64 Milliarden Euro. „Das ist gut eingesetztes Geld“, sagte er. Geld, das auch angekommen sei im Gegensatz zu den Hilfen für die Wirtschaft des Kollegen Peter Altmaier von der CDU.

Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen.“

Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister (SPD)

Zuvor hatte Leni Breymaier auf dem Podium gesprochen mit Kai Burmeister von der IG Metall Aalen, Lindenfarb-Betriebsratsvorsitzender Martina Fürst und Simon Janot, der die Auszubildenden am Ostalb-Klinikum vertritt. Heil ging auf Simon Janot ein, der sich bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege gewünscht hatte. Das unterstrich auch der Arbeitsminister. Die Schuld daran, dass der Tarifvertrag nicht allgemeinverbindlich geworden ist, gab er unter anderem der Caritas. Das hätte höhere Mindestlöhne für alle Beschäftigten in der Altenpflege bedeutet. Um das Gesundheitssystem zu finanzieren, braucht es laut Heil die Bürgerversicherung.

Außerdem war die Rente ein Thema seiner Rede in Aalen. Der Minister erzählte, dass er vor Kurzem eine Frau kennengelernt habe, die ihr Leben lang hart gearbeitet habe. Dank der Grundrente bekomme sie nun 1000 Euro statt 800 Euro im Monat. Keine Reichtümer, aber sie habe gesagt, für sie sei das viel Geld. Die Grundrente sei ein Verdienst der SPD. Zum Thema Klimaschutz sagte Heil: „Klimaschutz ja, aber sozial gerecht muss er sein.“ Über Leni Breymaier sagte er: „Sie hat einen scharfen Verstand, eine scharfe Zunge und ein großes Herz.“ Er lobte sie dafür, dass sie sich für Gleichberechtigung einsetzt. Trotzdem klopfte er Sprüche wie: „Eine Frau, die was von Technik versteht“, als Breymaier ihm erklärte, wohin er sich stellen müsse, damit das Mikophon gut funktioniert.

Zuletzt rief Heil dazu auf, wählen zu gehen und bat darum, demokratisch zu wählen. „Die Rechtsradikalen, die ich im Bundestag erlebe, gehören in kein Parlament“, sagte er. „Das sind unanständige Menschen.“ Und er rief dazu auf, sozialdemokratisch zu wählen. Die Erststimme für Leni Breymaier und die Zweitstimme für die SPD mit Olaf Scholz als Kanzlerkandidat.

Laschet ist kommende Woche in Aalen

Auch CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter hat prominente Unterstützung im Wahlkampf: Am Freitag, 6. August, wird Kanzlerkandidat Armin Laschet von 17.30 bis 19.30 Uhr im Innenhof der Aalener Löwenbräu zu Gast sein.

Rund 300 Menschen sind am Donnerstagabend vors Rathaus gekommen, um Hubertus Heil sprechen zu hören.

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