Ideen gesucht: Wie wird Aalen eine smarte Stadt?

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Wie Bürger ihre Ideen einbringen und selbst mitgestalten können und wann konkrete Anwendungen geplant sind.

Fragebogen: Was braucht's, damit Aalen smart wird?

  • Den Fragebogen haben die Städte gemeinsam mit Studierenden der DHBW Heidenheim entwickelt. Er ist anonym und digital zu finden unter https://t1p.de/aalen, auf Wunsch  versendet ihn die Stadt Aalen auch auf Papier. Mehr Infos auf der Projekthomepage www.aahdhgemeinsamdigital.de

Aalen Zehntausend Aalenerinnen und Aalener haben Post aus dem Rathaus bekommen. OB Frederick Brütting ermuntert sie in dem Brief, mitzumachen bei einer Umfrage, wie die Lebensqualität in Aalen mithilfe der Digitalisierung besser werden könnte. Der Fragebogen ist anonym, die Adressatinnen und Adressaten wurden aufgrund des Melderegisters zufällig ausgewählt.

Das Projekt: Die Städte Aalen und Heidenheim werden vom Bundesbauministerium mit insgesamt 17,5 Millionen Euro gefördert. In den kommenden fünf Jahren sollen die beiden Kommunen eine „Smart City“-Strategie entwickeln und konkrete Anwendungen umsetzen. OB Frederick Brütting in seinem Brief an die Bürger: „Um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, welche Lebensbereiche für die Bürgerschaft wichtig sind – und auch welche Ideen Sie selbst haben – wollen wir gemeinsam mit der Stadt Heidenheim Ihre Sichtweise auf die Digitalisierung im Allgemeinen sowie Ihre Prioritäten und Projektideen kennenlernen.“

Beispiele: Bereich Mobilität: „Hier ist eine intelligente Verkehrssteuerung, die sogenannte Grüne Welle für Pkw, aber auch für Fußgänger und Radfahrer wichtig. Oder wo ein freier Parkplatz ist. Hier soll der Fokus auch auf die Art von Parkplatz (Frauenparkplatz, Behindertenparkplatz etc.) gelegt werden“, schildert Stefanie Benz von der Wirtschaftsförderung im Rathaus. Man hoffe beispielsweise auch zu erfahren, ob weitere Mobilitätsangebote für die Bürgerschaft interessant sind. Ein anderes Beispiel:  Klimaschutz. „Durch Sensoren kann eine automatische oder bedarfsgerechte Bewässerung von Pflanzen erfolgen. Hierzu werden verschiedene Daten wie Bodenfeuchtigkeit und Wetterprognosen zusammengebracht“, sagt Benz. Hier sei es vor allem wichtig, der Bürgerschaft zu zeigen, wie viel und welche Ressourcen eingespart werden konnten. Dies könnte beispielsweise über ein „Smart City Cockpit“ erfolgen, wo verschiedene kommunale Daten einsehbar sein sollen. Andere Felder für den Einsatz digitaler Technologien sind: Sicherheit im öffentlichen Raum, Aufwertung der Innenstadt, Bürgerservice der Verwaltung, Förderung der sozialen Teilhabe oder einer innovativen Wirtschaft und Wissenschaft.

Nicht digital unterwegs? Die rüstige Seniorin aus dem Grauleshof – eine von 10.000 Aalenerinnen und Aalenern, die den Brief der Stadt bekommen haben -, mag sich mit dem Fragebogen erst gar nicht befassen: „Digitalisierung? Ich habe doch gar keinen Computer!“ Laut Stefanie Benz ist das kein Kriterium: Bewusst versuche man, auch weniger technikaffine Menschen in das Smart City-Projekt mit einzubeziehen. Schließlich gebe es enorm viele Möglichkeiten, „durch digitale Lösungsmöglichkeiten das Leben einfacher zu gestalten“ – und zwar unabhängig vom Alter. Auch mit einem Smartphone könne man sehr digital unterwegs sein.

Der Zeitplan: Die Befragung läuft in Aalen und Heidenheim bis zum 20. März. Ergebnisse werden am 8. April bei einer Auftaktveranstaltung im Congress Centrum Heidenheim vorgestellt. In den folgenden Monaten gibt es in Aalen Projektwerkstätten für Bürgerinnen und Bürger. Die Themen: Mobilität, Teilhabe, Innenstadt, Klimaschutz/Nachhaltigkeit, Teilorte, Tourismus/Kultur, Sport/Freizeit/Jugend und Start-ups/Existenz-Gründung/Unternehmen. Im Rathaus hoffe man auf starke Beteiligung der Einwohnerschaft. In den Präsenzveranstaltungen soll es schließlich um deren Bedürfnisse, Wünsche und Anregungen gehen, betont Felix Unseld, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Smart City Aalen.

Erste Auszüge werden dann am 8. Juli im Kulturbahnhof vorstellt. Bis Ende des Jahres soll darauf aufbauend die Smart City Strategie der Städte Aalen und Heidenheim entstehen und mit ersten  konkreten Projekten belegt werden. Bea Wiese

 

 

 

 

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