Im Dialog für ein Kombibad ohne Barrieren

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Das Kombibad und seine künftige Barrierefreiheit waren Thema im Gemeinderat. Ende Juli sollen die Rohbauarbeiten im Hirschbach beginnen.
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Wo es beim künftigen Bäderzentrum im Hirschbach noch hakt und wo Barrierefreiheit besteht.

Aalen. Der Gemeinderat hat den Bäderbreirat fürs Kombibad im Hirschbach aufgelöst. Wie es um die Barrierefreiheit im künftigen Bad aussieht, darüber hat Christine Wede von den Stadtwerken die Räte jetzt informiert.

„Die Beteiligung von speziellen Benutzergruppen war und ist für das Projekt und die Beteiligten von großer Bedeutung“, stellte Wede fest. Obwohl das Bad bereits vom Planungsteam barrierefrei geplant worden sei, hätten sich aus dem Dialog mit den Nutzern immer wieder wichtige zusätzliche Perspektiven und Erkenntnisse ergeben.

Die Expertin für Bäderplanung erinnerte in diesem Zusammenhang an drei Sondersitzungen und Termine und sprach davon, dass ein Lösungsvorschlag im Entwurf berücksichtigt sei.

Anhebung des Geländes: Um 1,5 Meter werde das Gebäude mit dem Bad angehoben, um die Erdmassen, die es zu bewegen gilt, zu reduzieren. Dabei behalte man, so Wede, die Freianlagen sowie die Grundrisse bei. Die Stadtwerkemitarbeiterin versicherte, dass auch der Zugang vom Parkplatz weiterhin barrierefrei sei. Zur Liegewiese gebe es weiterhin einen barrierefreien Zugang. „Dort werden wir das Gelände aber so niedrig wie möglich gestalten“, sagte Wede. Denn mit Hinblick auf den alten Baumbestand könne man nicht unbegrenzt Erde auf dessen Wurzelwerk aufschütten.

Behindertenparkplätze und Rampen: Laut Wede sind fünf Behindertenstellplätze vorgesehen. „Diese befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Eingang des Kombibads.“ Eine Verlängerung der einzelnen Plätze auf 7,5 Meter werde geprüft und berücksichtigt, so Wede. Hinzu komme, dass alle Rampen von 1,5 auf 1,8 Meter verbreitert werden.

Vorteile des Aufzugs: Christine Wede erinnerte an den Beschluss und die Sondersitzung zum Außenaufzug und strich dessen Vorteile heraus. Ein außenliegender Lift auf Höhe der Badehalle brauche kein sogenanntes Schachtbauwerk und verursache keine Kollision mit den Grundleitungen der Badewassertechnik.

Umkleiden und Duschen: Das künftige Kombibad ist im zwei Barrierefreien Umkleidekabinen inklusive Liege sowie mit ebenfalls zwei Familienumkleiden ausgestattet. Alle Wechselkabinen verfügten, so Wede weiter, über Sitzbänke. Zudem sei das Bad mit separater Dusche und WC geplant. Die Spinde direkt gegenüber den behindertengerechten Umkleiden seien mit dem Rollstuhl unterfahrbar.

WC im Hallenbad: Noch Klärungsbedarf gebe es hinsichtlich der Toilette im Hallenbad. In Planung sei sein separates zweites Behinderten-WC, das sowohl von der Bade- als auch von der Eingangshalle erreichbar sei. Jedoch könne man die zweite Toilette nicht eigenständig erreichen: Der Zugang erfolgt laut Wede über eine Klingel und eine Seitentür.

Drehkreuz: Noch geklärt werden müsse auch die sogenannte „Vereinzelungsanlage“. „Das Drehkreuz im Eingangsbereich ist eine Barriere“, stellte Wede fest. Ein selbstbestimmter Zugang sei hier noch nicht möglich. Allerdings hätten Recherchen ergeben, dass es eine Anlage mit automatisch verstellbaren Schwenktüren gebe. Nun müsse man prüfen, inwieweit dies Variante in Frage kommen könne. „Wir sind bereit, Alternativen mitzutragen und zu entwickeln“, sagte die Mitarbeiterin der Stadtwerke.

Ausblick: Für dieses Jahr bereiten die Architekten derzeit die Ausschreibungen für die abschließende Gebäudehülle vor. Wede erinnerte daran, dass der Rohbau eine geplante Bauzeit von einem Jahr habe und bis Ende Juni 2023 fertig sein solle. Dem folge dann der Innenausbau.

Das sagen die Räte: Doris Klein (Grüne) bezeichnete die Erdbewegungen als gigantisch. Sie hoffe, dass man eine Lösung hinsichtlich der zweiten Toilette finde. Zudem mahnte sie, die Bäume zu erhalten. „Die sind ein wichtiger Schattenspender.“ Petra Pachner lobte die vielen bisherigen Gespräche und die Tatsache, dass „die Expertise von Menschen mit Behinderung berücksichtig worden ist“.

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