Im Sheriff-Auto auf Aalener Straßen

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Seit drei Jahren fährt Erich Schobert mit seinem Sheriffwagen durch die Aalener Innenstadt und lenkt interessierte Blicke auf sich. Wenn er nicht als Sheriff unterwegs ist, pflegt er die Anlage im Hirschbach.
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In Aalen fährt ein selbst ernannter Cop Streife. Im Hirschbach wurde er das letzte Mal gesehen. Wem das auffällige Fahrzeug gehört.

Aalen

Das Sheriff-Auto mit dem Schriftzug "Sheriff Aalen Country" in amerikanischer Manier fällt auf auf den Aalener Straßen. Ebenso sein Fahrer: Der selbstständige Hausmeister und Handwerker Erich Schobert sitzt am liebsten mit Uniform samt Sheriff-Stern und typisch breitrandigem Hut hinterm Lenkrad. Mit rot-blau leuchtenden und heulenden Sirenen fährt er seinen Dodge für das Gespräch mit der SchwäPo vor.

Mit dem goldenen Schriftzug "Sheriff" an den Seitentüren und einem großen Sheriffstern auf der Motorhaube ist der Ami-Schlitten ein Hingucker auf dem sonst eher versteckten Hirschbach-Parkplatz. Für das Interview mit der SchwäPo hat der Sheriff sogar die Sirenen aufgedeckt. Ansonsten, so erzählt er, halte er sie verdeckt, da er keine Genehmigung für den öffentlichen Gebrauch habe. Doch wer ist das überhaupt, der aus diesem Fahrzeug aussteigt?

Es ist der Platzwart der Aalener Sportallianz Erich Schobert. Schon seit Jahren geht er seinem außergewöhnlichen Hobby nach. Durch seine Verbundenheit zu Amerika hat er sich vor drei Jahren einen Traum erfüllt: ein amerikanisches Sheriff-Auto. Er hat es umlackiert und mit passendem Schriftzug versehen. "Durch den Veranstalter der US-Car- Giganten-Treffen und zugleich US-Car-Händler Werner Simon wurde mir das Auto vermittelt", erinnert er sich. Vor der Pandemie haben diese Treffen regelmäßig in Abtsgmünd, Nördlingen oder Heidenheim stattgefunden.

"Selbst zum Einkaufen fahre ich mit diesem Auto", erzählt der 69-Jährige. Der in der Western-Szene "vereidigte" Sheriff besucht auch gerne Indianer-Festivals. "Ich hoffe, dass im nächsten Jahr wieder Veranstaltungen stattfinden können." Vereidigt wurde er in der Westernstadt Pullman City im Harz.

Beim Einkaufen bin ich der Hingucker.

Erich Schobert Platzwart und Hobby Sheriff

Seit über 40 Jahren interessiert er sich schon für die Country- und Westernszene. "Schon als Kind habe ich mich an Fasching als Cowboy oder Indianer verkleidet. Und später habe ich mich auch für die Historie interessiert", erzählt er. In seiner Jugend hatte Schobert viele amerikanische Freunde, dadurch sei er in die "amerikanische Szene" reingerutscht. Urlaube habe er oft in Amerika verbracht. Und er habe sogar mit dem Gedanken gespielt, in die USA auszuwandern. " Durch viele Freunde hier in der Region und die Familie, bin ich dann doch in meiner Heimat geblieben", sagt er.

Dann steigt er wieder in sein Auto mit heulenden Sirenen ein. "Über 200 PS hat der 24 Jahre alte Dodge, der aus Texas kommt", weiß Schobert. Wenn er nicht im Sheriff-Auto sitzt, pflegt er die Anlage der Aalener Sportallianz im Hirschbach. "Rasenmähen, das Gebiet sauber halten und im Sommer gießen, gehören hier zu meinen Aufgaben", sagt der Hobby-Sheriff. Als freiberuflicher Hausmeister und Handwerker ist er allerdings nur noch selten tätig.

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