Impfstoff-Engpass im Ostalbkreis abgewendet

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Das Impfen kann weiter gehen.

Kein Impftermin muss abgesagt werden. Impfstoff-Charge mit 2200 ins KIZ gebracht. Rätsel um offizielle Statistiken.

Aalen. 2600 Dosen des Impfstoffs Astrazeneca sollten diese Woche dem Ostalbkreis für das Kreisimpfzentrum (KIZ) geliefert werden. Kurzfristig war zuerst eine Reduzierung der Liefermenge um 400 Impfdosen durch das Land angekündigt worden und schließlich gelangte bis Donnerstag dieser Woche gar kein Impfstoff in den Kreis. Mit der Folge, dass an diesem Freitag im Laufe des Tages bereits Impfungen hätten abgesagt werden müssen. Das teilt das Landratsamt mit. 

Landrat Dr. Joachim Bläse und der für das KIZ zuständige Dezernent Thomas Wagenblast konnten in dieser Notsituation am Donnerstagvormittag eine Genehmigung des Sozialministeriums erwirken, um den fehlenden Impfstoff selbst aus dem Zentrallager abzuholen. "Wir haben dann sofort einen Angehörigen der Feuerwehr und eine Kollegin aus dem Bereich Brand- und Katastrophenschutz beauftragt, mit einem Dienstwagen nach Hessen zu fahren", berichtet der Landrat. Die beiden konnten dort die Impfstoff-Charge mit 2200 Dosen in Empfang nehmen und in den Ostalbkreis bringen.  

"Nur durch dieses beherzte Handeln und kurzfristige Querverschiebungen konnten wir vermeiden, dass wir Impftermine mit Astrazeneca in unserem Kreisimpfzentrum absagen mussten. Diese Situation zeigt uns, wie fragil die Versorgungsituation mit Impfstoff ist, wodurch die Planung der Impftermine im KIZ selbst und für unsere mobilen Impfteams zu einer großen Herausforderung für uns wird", so Bläse weiter. In dieser Sondersituation habe sich gezeigt, dass es gelte, nicht nur zu kritisieren, sondern selbst schnell aktiv zu werden und zu agieren. Man habe sich so dem Land gegenüber als verlässlicher Partner präsentiert und gleichzeitig auch dafür gesorgt, dass die Impfungen fortgesetzt werden können.

Rätsel geben aber die offiziellen Statistiken auf. Laut dem Impfdashboard der Bundesregierung mit Stand von Freitag hat Baden-Württemberg am 9. März 127 200 Impfdosen von AstraZeneca erhalten – in der Summe seit dem Start der AstraZeneca-Lieferungen etwas mehr als 400 000. Laut Robert Koch-Institut gab es bis Donnerstag in Baden-Württemberg etwas mehr als 200 000 Impfungen mit AstraZeneca. Demnach müssten also noch die Differenz von 200 000 in Baden-Württemberg sein. Oder die offiziellen Zahlen stimmen nicht. dat

Update 16.30 Uhr: Letzter Absatz um offizielle Statistiken ergänzt.

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